Gib Gummi! Gechilltes Meeting trotz Distanzregeln auf dem Parkplatz einer Campinganlage freitags am Faaker See. Foto: Hermann Sobe

Gib Gummi! Gechilltes Meeting trotz Distanzregeln auf dem Parkplatz einer Campinganlage freitags am Faaker See. Foto: Hermann Sobe

GTI-Fans aus dem Ausland droht in Kärnten Quarantäne

Trotz Warnung füllten sich am Freitagabend Parkplätze am Faaker See. Platzsperren folgten.

Während das GTI-Treffen in Reifnitz, das heuer von 20. bis 23. Mai stattfinden hätte sollen, abgesagt worden ist, wächst bei den Behörden die Sorge um eine andere Form des PS-starken Treffens. Es sei nämlich denkbar, dass Autofans trotzdem an den Wörthersee reisen. Und das könnte nicht nur Geldstrafen, sondern auch eine 14-tägige Quarantäne zur Folge haben.

Neben dem eigentlichen GTI-Treffen, das Jahr für Jahr in Reifnitz am Wörthersee über die Bühne geht, haben sich in den vergangenen Jahren in der gesamten Region sogenannte inoffizielle „Nebentreffen“ etabliert. Diese rauben nicht nur den Anrainern die Nerven, sondern halten auch die Polizei auf Trab. Lärmbelästigungen durch absichtlich verursachte Fehlzündungen und verbotenes „Gummi-Geben“ stehen auf der Tagesordnung – und so mancher Autofan dürfte sich auch durch die aktuell geltenden Maßnahmen wegen des Coronavirus nicht davon abhalten lassen, befürchtet der Bezirkshauptmann von Klagenfurt-Land, Johannes Leitner. Darauf würden Postings in Sozialen Medien hindeuten.

Das GTI-Treffen ist abgesagt. Doch auch inoffizielle Nebentreffen werden mittlerweile zu Landplage. Foto: Hermann Sobe

„Es wäre durchaus denkbar, dass ausländische GTI-Fahrer unter Umgehung der epidemierechtlichen Grenzkontrollen trotzdem versuchen, nach Kärnten zu kommen“, sagte Leitner am Freitag in einer Aussendung. Autofans könnten bei der Einreise nach Österreich zum Beispiel falsche Angaben machen – also entweder angeben, dass sie Österreich nur durchqueren wollen oder sagen, dass sie unterwegs sind, um Angehörige zu versorgen. „Werden diese GTI-Fahrer im Land von der Polizei dann angetroffen, wird ihr Aufenthalt auch dementsprechend beanstandet werden müssen“, so Leitner.

Was dieser Beanstandung folgen würde, wäre eine 14-tägige Quarantäne. Haben die Autofans dann kein privates Quartier, würden sie „zwangsweise in einem der Behörde zur Verfügung stehenden Quartier“ untergebracht, teilte das Land Kärnten mit. Denn Beherbergungsbetriebe dürfen ja erst mit Ende Mai wieder öffnen.

Laut Polizei war die Lage an den bekannten Hotspots im Kärntner Zentralraum am Freitag noch ruhig. Rund 100 GTI-Fans haben sich aber Freitagabend sowie Samstagvormittag unter anderem nahe der berühmten „Turbo-Kurve“ beim Campingplatz Arneitz am Faaker See in Kärnten getroffen. Als die Behörde das bemerkte, wurde der Platz gesperrt, bestätigte Bernd Riepan, Bezirkshauptmann von Villach-Land, am Samstag Medienberichte. Nun wolle man beobachten, ob sich die Fahrer an anderen Orten versammeln.

Freitagabend auf einem Kärntner Parkplatz. Gruppen sammeln sich zu inoffiziellen PS-Meetings. Foto: Hermann Sobe
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4 Postings bisher
Ceterum censeo

Herr/Frau Schnuffi, für die Sünder darf es keinen Pardon geben. Statt einer Geldstrafe oder Quarantäne, empfehle ich 14 Tage Einsatz als Erntehelfer. Mal schauen, ob sie sich künftig einsichtig zeigen und nach den Vorgaben verhalten. Wenn alles friedlich verläuft, o. k. Brauchen wir unbedingt die Exzesse und den Gestank? Geld stinkt - leider - nicht.

satyr

Wenn die Behörde die Fahrzeuge einmal so überprüfen würde wie jedes Auto das z.B. aus Deutschland importiert wird, mindestens die Hälfte aller Boliden würden die Heimreis auf dem Autotransporter antreten. Die Augen wegen der Masse der Autoverrückten und des damit zusammenhängenden Profits zu verschließen kanns doch wohl nicht sein.

bobbilein

es ist für mich unglaublich, wie egal manchen die derzeitige situation - auch wenn es lockerungen gibt - ist, und das nach so kurzer zeit. in deutschland ist die reproduktionsrate schon wieder > 1. die bilder aus italien, spanien, new york city - sind die bereits vergessen? was denken die menschen, was da los ist?

und dann treffen sich hier junge leute, sitzen in gruppen zusammen und sind nicht in der lage, die abstandsregeln einzuhalten? habt einfach spaß, weil YOLO oder was der geier, während dann andere 12-stunden-schichten in vollmontur auf der notaufnahme schieben dürfen?

dann liest man hier kommentare, in denen der "angebliche killervirus" ja gar nicht so schlimm gekommen ist, wie prophezeit wurde. und dass das reiseverbot sofort (!) zurückgenommen werden muss. wehe, man darf ein paar wochen nur online-shoppen u. sollte einen mundschutz tragen im geschäft, dann steigen die leute auf die barrikaden.

ist ja nur eine grippe. nur leider gibt es für diese 'grippe' keinen impfstoff.

    schnuffi

    Ich muss die jungen Erwachsenen nun einmal etwas in Schutz nehmen! Wir waren auch einmal jung und haben beileibe nicht alles richtig gemacht! Es ist eine Zeit des heranwachsens und man sieht vieles "lockerer"... Auch die nun "ältere Generation" hält sich, wie man sehr oft sieht, nicht an die Vorgaben! Wir selber müssen mit guten Beispiel vorangehen! Ich sage nur eins dazu....Kinder sind das Spiegelbild der Eltern.....Das war schon immer so! ☺