Kärnten will sich als „sicherer Süden“ etablieren

Ziel: Positiv auf Corona Getestete schnell aus Hotels holen, damit Betriebe offen halten können.

Kärntens Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) hat am Dienstag eigene Corona-Richtlinien für den Tourismus angekündigt. Noch bevor die Betriebe zu Pfingsten aufsperren, soll eine Strategie festgelegt werden, wie bei Verdachtsfällen in Hotels – unter den Gästen oder der Belegschaft – vorzugehen ist. Schuschnig sieht hier bei den Vorgaben des Gesundheitsministeriums nämlich eine Lücke.

Ziel müsse sein, so Schuschnig in einer Videokonferenz mit Journalisten nach der Sitzung der Landesregierung, dass positiv getestete Betroffene schnell aus dem Tourismusbetrieb geholt werden, damit dieser offen halten kann. Für Personen, die nicht in Heimquarantäne kommen können, sollen Ersatzquartiere gefunden werden. Zum Beispiel Internate von landwirtschaftlichen Fachschulen kommen hier aus Sicht des ÖVP-Politikers infrage. Verdachtsfälle sollen bis zum Vorliegen eines Testergebnisses in ihren Zimmern bleiben.

Kärnten will mit eigenen Richtlinien und Maßnahmen einen „sicheren Süden“ für die Touristen gewährleisten. Foto: iStock/Martin dm

Der „für alle Seiten verbindliche Leitfaden“ des Landes, der jetzt ausgearbeitet werden soll, soll die Tourismus-Lockerungsverordnung, die noch nicht vorliegt, ergänzen. Um einen „sicheren Süden“ für die Touristen zu gewährleisten, soll es auch flächendeckende Testungen für Mitarbeiter geben, Pilotprojekte dazu kündigte Schuschnig für den Frühsommer an. Wegen Einnahmenentgangs der Tourismusverbände übernimmt das Land einen Teil von deren Lohnkosten.

Mit diesen Tests, den Tests von Verdachtsfällen sowie den Screenings von Alten- und Pflegeheimen, Behinderteneinrichtungen und anderen Einrichtungen werde man die Testkapazitäten ausschöpfen, erklärte Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) bei der gemeinsamen Videokonferenz. Tests an der Grenze anzubieten, damit Einreisende wie etwa am Flughafen Wien nicht für zwei Wochen in Heimquarantäne müssen, hält Kaiser nicht für sinnvoll – auch nicht gegen Bezahlung, es solle sich hier kein „Geschäftszweig“ entwickeln, sagte er. Der Landeshauptmann rechnet damit, dass die Grenze zu Slowenien mit 15. Juni aufgehen könnte.

Angesprochen auf die im Ländervergleich wenigen Testungen, die in Kärnten gemacht werden, betonte Kaiser: „Wir testen jeden Verdachtsfall.“ Es sei nur logisch, dass bei weniger Verdachtsfällen weniger getestet würde. Tests in Betrieben mit vielen Leiharbeitern hält Kaiser nicht für sinnvoll. „In Firmen hineinzugehen ohne Verdachtsfälle, würde nichts bringen.“ Mit Stand Dienstagfrüh gab es in Kärnten sechs Erkrankte, eine Person befand sich in stationärer Behandlung. Seit zwei Wochen hat es keine Neuinfektion mehr gegeben.

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le corbusier

Dazu passen auch perfekt die strategischen Grenzöffnungen Schallenbergs: nach Norden öffnen, nach Süden geschlossen halten. Gestern in diePresse: "Grenzöffnung Österreich/Tschechien/Slowakei/Ungarn Mitte Juni. ... Österreich hat bisher nur mit Deutschland und der Schweiz eine vollständige Grenzöffnung ab Mitte Juni vereinbart. ... Für Italien und Slowenien gibt es bisher seitens Österreichs keinen Zeitplan."

Für Touristen ist dann tatsächlich Kärnten der finale Süden der Sommersaison. Für unsere Hotels natürlich super. Für den Mittelmeertourismus, also für die Wirtschaft südlicher EU Mitgliedsstaaten nit so cool.