Euregio-Liberale fordern Grenzöffnung zu Italien

NEOS und Team K starten Online-Petition „um das Selbstverständliche einzumahnen“.

„Wir sind heute hier, um das Selbstverständliche einzumahnen. Wir brauchen offene Grenzen, sie sind die Halsschlagader der EU“ – Gemeinsam stehen die Tiroler NEOS mit ihren „liberalen Freunden“ des Team K aus Südtirol nun für die Grenzöffnung zu Italien ein. Um diese herbeizuführen starteten sie eine Online-Kampagne mit einer entsprechenden Petition, die sie am Mittwoch, 27. Mai, bei einem Pressegespräch in Lienz vorstellten.

Paul Köllensperger (Team K) warnt vor „nationalstaatlichem Denken“. Man müsse die Beschneidung der Freiheiten der Bürger beenden. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

„Neben dem Coronavirus müssen wir vor allem darauf achten, dass sich ein anderes Virus nicht ausbreitet: das des nationalstaatlichen Denkens. Mit den Grenzschließungen zwischen Tirol und Südtirol tragen wir den Gedanken der Euregio zu Grabe. Die Politik lässt diese europäische Institution wieder zu einem inhaltslosen Gebilde verkommen“, mahnte Paul Köllensperger, Fraktionsvorsitzender des Team K im Südtiroler Landtag.

Wir haben uns mit dem Südtiroler Politiker, der selbst mit dem Coronavirus infiziert war, unterhalten:

„Wir wollen mit dieser Petition für die Grenzöffnung ein wichtiges Zeichen setzen“, so der pinke Klubobmann Dominik Oberhofer.

Für NEOS-Klubobmann Dominik Oberhofer ist vor allem Osttirol massivst von den Grenzschließungen betroffen. Man wolle daher gemeinsam mit der Bevölkerung ein wichtiges Zeichen setzen: „Bund und Land haben in den letzten Wochen und Monaten eine Politik der Angst und Fehlinformation betrieben. Das Angstschüren in der Bevölkerung ist der falsche Weg. Wenn ich Bilder von bewaffneter Miliz an unseren Grenzen sehe, dann frage ich mich, was die Bundesregierung damit bezwecken möchte. Auf den Virus schießen?“

Oberhofer betrachtet auch differenzierte Grenzöffnungen als „nicht gerechtfertigt“ und fordert daher eine rasche Lösung an der Grenze zu Italien. Den pinken Bezirkssprecher Domenik Ebner stört besonders, dass es beim Thema Grenzen aus Tiroler Sicht vorrangig um den Brenner gehe, obwohl Osttirol besonders stark von diesem Thema betroffen sei.

Konrad und Daniel Maly (v.l.) kamen ebenfalls zur Pressekonferenz nach Lienz. Daniel führt in Winnebach, nur einige Hundert Meter von der österreichisch-italienischen Grenze entfernt – eine Pizzeria.

Daniel Maly betreibt die vor allem bei Osttirolern beliebte Pizzeria „Tempele“ an der Grenze zwischen Ost- und Südtirol. Auch er wollte seinem Unmut über die geschlossenen Grenzen Ausdruck verleihen und kam daher ebenfalls zum Pressegespräch nach Lienz. Im Audiointerview mit Dolomitenstadt.at stellt er sogar das Ende seines Lokals in den Raum:

Die Online-Petition der beiden Parteien kann hier unterzeichnet werden. Danach wird sie dem Tiroler Landtag übergeben. Oberhofer setzt auf die Unterstützung der Bevölkerung: „Ich bin mir sicher, dass es die erfolgreichste Petition sein wird, die je im Tiroler Landtag eingebracht wurde.“

Die Arbeit von
dolomitenstadt.at unterstützen

Liebe Leserinnen und Leser,

gerade in Krisenzeiten ist faktenorientierte und schnelle Information wichtig.
Wir arbeiten trotz Rückgang bei den Werbeeinnahmen mit großem Einsatz, um Sie bestmöglich – und kostenlos! – zu informieren.

Wenn Sie unsere journalistische Arbeit mit einem einmaligen Beitrag unterstützen möchten, haben Sie jetzt Gelegenheit dazu. Wir würden uns freuen!

Sie möchten dolomitenstadt.at unterstützen?

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren

1 Posting bisher
sattmann

fahrlässig das unsere heimischen Interessensvertreter aus Wirtschaft und Politik schon seit Wochen nichts für die Grenzöffnung zu Südtirol unternehmen.