Lagerhaus Kärnten: Staatsanwalt ermittelt

Mitarbeiter sollen jahrelang „schwarz“ Geschäfte mit Baustoffen gemacht haben.

Das Lagerhaus Kärnten ist offenbar in eine Betrugsaffäre größeren Ausmaßes verwickelt. Tina Frimmel-Hesse, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, bestätigte am Dienstag auf APA-Anfrage Medienberichte, wonach die Anklagebehörde ein Verfahren eingeleitet hat. Den Berichten zufolge sollen Mitarbeiter jahrelang „schwarz“ Geschäfte mit Baustoffen gemacht haben.

Das Ausmaß des Schadens war vorerst nicht bekannt. Frimmel-Hesse: „Uns liegt eine Anzeige der Finanz vor, aufgrund dieser Anzeige ermitteln wir gegen unbekannte Täter, und zwar wegen schweren Betrugs.“ Berichte, wonach sich der Aufsichtsrat der Lagerhaus WHG an die Staatsanwaltschaft gewandt hat, konnte Frimmel-Hesse nicht bestätigen. Es sei bisher nichts Derartiges eingelangt, daher habe man auch keine Informationen über die Art der Malversationen und die Schadenshöhe. Die Finanzbehörde sei tätig geworden, weil dort Selbstanzeige erstattet worden sei, sagte Frimmel-Hesse.

Die Lagerhaus WHG gehört mehrheitlich der BayWa. Beteiligt daran ist auch die Raiffeisen-Landesbank Kärnten sowie zahlreiche örtliche Raiffeisen-Genossenschaften in Kärnten und Tirol, darunter auch die Raiffeisengenossenschaft Osttirol, allerdings – wie Geschäftsführer Thomas Diemling betont – nur mit „einem sehr kleinen Anteil“. Das Kärntner Unternehmen mit rund 1300 Mitarbeitern und einer halben Milliarde Umsatz ist derzeit führungslos. Einer der beiden Geschäftsführer trat zurück, verbunden mit dem Hinweis, dass dies kein Schuldeingeständnis darstelle, der zweite starb vor wenigen Tagen unter tragischen Umständen. Eine baldige Generalversammlung soll eine neue Führungsspitze installieren.

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