Hauptplatzkonzerte: Stadt verlangt Sicherheitskonzept

Ob Dienstagskonzert oder Blasmusik – heuer ist auch musikalisch Augenmaß gefragt.

„Lienz hat zwei große Musikkapellen und die haben aus Sicherheitsgründen noch nicht einmal mit den Proben begonnen. Andere Kapellen wollen so bald wie möglich bei uns auf dem Hauptplatz spielen“, erklärte Bürgermeisterin Elisabeth Blanik bei der Gemeinderatssitzung am 23. Juni und ließ durchblicken, dass sie „mit manchem Bürgermeisterkollegen“ über Corona-bedingte Maßnahmen nicht ganz einer Meinung war. Nun scheinen die Wogen geglättet.

Nach einem Gespräch zwischen Blanik und Stefan Klocker, dem Obmann des Musikbezirkes Lienzer Talboden, zeichnet sich eine musikalische Vernunftlösung für den Sommer ab, die schon am ersten Juli-Wochenende greifen könnte. Klocker: „In der Hoffnung und positiven Erwartung, dass weitere Lockerungsmaßnahmen Anfang Juli eintreten werden, haben wir bereits jetzt einen ‚best-case-Fahrplan‘ für das Blasmusik-Leben in Lienz neu durchdacht und vorbereitet.“

Fix ist, dass die Veranstalter der Stadt ein Sicherheitskonzept vorlegen werden. Außerdem soll nicht immer in voller Besetzung aufmarschiert werden. „In dem bereits verkürzten Sommerprogramm sind nun neben den vollbesetzten Musikkapellen mit 40 bis 55 MusikerInnen auch kleinere Gruppen wie Böhmische Musikformationen sowie Tanzlmusig-Gruppen eingebaut. Dies ergibt eine neue interessante und abwechslungsreiche Mischung an Blasmusik-Darbietungen und eröffnet auch neue Möglichkeiten einer publikumswirksamen Präsentation“, ist Bezirkskapellmeister Roman Possenig überzeugt.

Ohne Bühne und mit Abstand – so wird heuer auf dem Hauptplatz von Lienz musiziert. Vorne in der Mitte v.l.: Bez.Kpm. Roman Possenig, Bez.Stbf. Josef Tiefnig, Bez.Obm. Stefan Klocker. Foto: Musikbezirk Lienzer Talboden

Die Musikanten können sich vorstellen, dass kleinere Formationen problemlos unter Einhaltung der 1-Meter-Abstandsregel auf der Hauptplatzbühne oder auf dem Platz vor den Cafés aufspielen könnten, während die großen Kapellen heuer wohl ohne Bühne auskommen müssen und direkt auf dem Platz mit größerem Sesselabstand konzertieren werden. „Für die Kapellen ist dies kein Hindernis, sie haben Verständnis dafür und mit geringen Hilfsmitteln ist auch die notwendige Infrastruktur leicht herstellbar“, so Klocker.

Für Outdoor-Veranstaltungen sind ab 1. Juli 500 Personen zugelassen. Die Konzepte für die Einhaltung von Sicherheitsabständen und anderen Verordnungen sind der Stadt vom jeweiligen Veranstalter auszuarbeiten. Offiziell ist der Tourismusverband Osttirol Veranstalter der Blasmusikkonzerte. Für die Dienstagskonzerte, die ebenfalls stattfinden sollen, zeichnet der Verein des Lienzer Hauptplatzes verantwortlich.

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Dreieck

Ganz stimmt das mit den kolpotierten 500 P. ab Juli nicht: Das gilt laut Verordnung auch im Freien nur dann, wenn entsprechende Bestuhlung und fix zugewiesene Plätze vorhanden sind, ansonsten wäre die Beschränkung weiterhin 100 Personen. Aber für Platzkonzerte wird sich hier sicher eine Lösung finden lassen bzw. könnte es hier auch noch Lockerungen geben. Schön jedenfalls, dass das kulturelle Leben wieder langsam in Gang kommt!