300 „Dolomitengänse“ genießen den Sommer in einer Stallung und auf einer Weide in Lavant. Im Herbst kommt dann der Metzger. Fotos und Video: Dolomitenstadt/Wagner

300 „Dolomitengänse“ genießen den Sommer in einer Stallung und auf einer Weide in Lavant. Im Herbst kommt dann der Metzger. Fotos und Video: Dolomitenstadt/Wagner

Video: In Lavant sind die Gänse los!

Osttiroler Landwirte starten gemeinsam ein nachhaltiges Projekt.

Drei Bauern aus dem Lienzer Becken haben sich zur „Arbeitsgemeinschaft Dolomitengans“ zusammengetan, um gemeinsam und nachhaltig Weidegänse in Osttirol aufzuziehen. „Martinigänse haben in Österreich eine lange Tradition. 2018 war aber nur jede vierte Martinigans auf den Tellern in Österreich auch von einem heimischen Landwirt“, erklärt Johannes Kuenz (Kuenzhof, Dölsach).

(V.l.) Johannes, Florian, Sabine und Johanna Kuenz sowie Klemens Kreuzer.

Nun will er gemeinsam mit seinem Bruder Florian Kuenz (Oberbacherhof, Lavant) und Klemens Kreuzer (Simeterhof, Lavant) die Osttiroler mit „Ganslfleisch“ aus der Region versorgen. Nach intensiver Vorbereitung sind vor drei Wochen rund 300 Gössel – so nennt man die Gänseküken – von einem Biobetrieb aus Oberösterreich in Osttirol angekommen, wo dann mit der Aufzucht begonnen wurde. „Sie haben sich toll entwickelt und schon ein paar kleine Ausflüge rund um ihre Kinderstube unternommen“, erklärt Florian Kuenz.

In den letzten Tagen erfolgte der Umzug der Jungtiere auf ihre ca. zweieinhalb Hektar große Weide in Lavant. Dort können sich die Gänse nun täglich an der frischen Luft austoben. Die Nächte verbringen sie in einer Stallung, die dank Elektrozaun und anderer Barrieren vor unerwünschten Besuchern, wie etwa Fuchs und Marder, schützen soll. Auf der Weidewiese stehen Konstruktionen, die den Gänsen Schatten spenden. Nach dem Gefiederwechsel bekommen die Tiere auch Plantschbecken. „Die Wiesen werden seit diesem Jahr biologisch bewirtschaftet und es ist uns wichtig, dass sich die Gänse rundum wohl fühlen“, erklärt Florian Kuenz.

Doch auch am Fuße der Lienzer Dolomiten findet das schönste Gänseleben irgendwann sein Ende und so bekommen die Dolomitengänse im Herbst Besuch vom Metzger. „Es gibt dafür eine mobile und schonende Schlachtlösung. Wir wollen nachhaltig und mit Respekt vor den Tieren arbeiten“, so die drei Landwirte unisono.

Sie empfehlen all jenen, die diese regionale Köstlichkeit zu Martini genießen wollen, eine Gans vorzubestellen. Seit dem Projektstart sei die Nachfrage groß, auch die Osttiroler Spitzengastronomie habe großes Interesse an den „Dolomitengänsen“. Die Tiere werden vier bis sechs Kilo schwer sein, der Preis pro Kilo beträgt 20 Euro.

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7 Postings bisher
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Man stelle sich vor nach Lavant käme dann der Dolomitenwolf...

isnitwahr

tolle Sache - gratuliere! Finde auch den Namen Dolomiten Gans super. ist gleichzeitig eine Werbung für Osttirol. Ich wünsche euch viel Erfolg. Und bei unserem Senf gibts auch bei Lob immer ein aber. Trotzdem mögen wir ihn

    senf

    @ i s w a h r:

    vor rund 50 jahren hat jens eskildsen in gudendorf (norddeuschland) gänse mit einem optimalen fleisch-knochenverhältnis gezüchtet, die im freiland gehalten und ausschließlich trocken geschlachtet wurden - die "Eskildsengans".

    diese zuchtgans hat wegen ihres guten geschmacks und ihrer haltungsmethode nach dem norddeutschen längst auch den österreichischen markt erobert und ist nun trotz ihrer fluguntauglichkeit über den "ganslhof mahringer" aus Neukirchen an der Vöckla auch im lienzer talboden gelandet. allerdings:

    im abflug als

    "Eskildsengans"

    und im anflug als

    "dolomitengans".

    diesen gebirgsgruppennamen hat sie von der gleichnamigen arbeitsgemeinschaft (arge dolomitengans) der drei talbodenbauern bekommen. scheusslich, ein arbeitstitelname für eine gans!

    ich finde das einfallslos und dem ursprungszüchter gegenüber nicht fair. kein arzt kann ein medikament nach belieben umbenennen, ausser er manipuliert es. dasselbe gilt für autofabrikate u. ä.! ich glaube auch nicht, dass die "dolomitengans" werbeträger für osttirol werden kann. (ausser der FT bestätigt uns das 😌)

    ich meine, hier hat ein hausgemachter "marketingstratege" wieder einmal ohne hintergrundwissen voreilig gehandelt und leider daneben gegriffen. ich nenne ihn/sie einfach D...e G..s!

    noch einmal: es ist mutig und erstrebenswert, wenn sich drei bauern zusammentun und eine marktnische abdecken. sie sollten das allerdings unter der originaletikette tun! alles andere ist schwindel - auch wenn es gut gemeint ist!

      Chronos

      Es scheint, du kennst dich bestens bei den Gänsen aus, @senf! Keiner will dir das absprechen! Du wärst aber nicht der @senf (Original), wenn du nicht deinen Senf zur Dolomitengans hinzugibst.😉

      Der Zusammenschluss der 3 Bauern zur ARGE und die Marketing-Strategie, ihre Gänse als „Dolomitengans“ zu bezeichnen, finde ich als tolle Idee! Senf, stell dir vor oder sprich das Wort "Eskildsengans" ein paar Mal hintereinander aus. Ein absolutes Unwort, marketingtechnisch.

      Also, wünschen wir den jungen Unternehmern alles Gute und viel Erfolg mit der Dolomitengans!

      senf

      @chronos, du überrascht mich.

      du magst das zwar als tolle idee finden, "chronologisch" haust du diesmal ganz schön daneben. vielleicht gibt es das tiroler grauvieh irgendwann mal als "glocknerrind" oder "hochschoberkalb" im supermarkt. aber e wurscht, es gibt ja genug dumme gänse unter der kundschaft 😕 das meinst du doch, oder nicht?

      Chronos

      senf, du verbeißt dich in die Dolomitengans, eh ... "Eskildsengans"! Ich mag dich trotzdem…

senf

Fein, dass Bauern gemeinsam Gänse vermarkten!

Aber was bitte ist denn eine Dolomitengans? Etwa gar eine neue Züchtung, eine neue Art? Was unterscheidet sie denn von der Europäischen Gans oder von der Zucht des Ursprungszuchtbetrieb in Oberösterreich, oder überhaupt von der Hausgans? Sind sie besonders geländegängig?

Reicht es nicht, dass die Gänsehaltung in landwirtschaftlichen Betriebe auf tiergerechte Art passiert und dann der Gütesiegel mit Herkunftsnachweis für den Kunden entscheidend ist?

Und was ist denn bitte "nachhaltig" vor und mit den Tieren arbeiten? Ich gehe davon aus, dass die Bauern die Tiere züchten, bei Erfolg die Nachzucht steigern und dann am Markt anbieten.

Trotzdem wünsch ich den beiden Betrieben viel Freude und Erfolg in der Aufzucht mit den gefiederten, intelligenten und wertvollen Tierchen, über die man eigentlich zu unrecht ein allseits bekanntes Schimpfwort hört.