Land Tirol auf regionale Corona-Ausbrüche vorbereitet

Unterschieden wird zwischen Einzelfällen, Clustern und „Superspread-Events“.

Das Land Tirol ist auf einen möglichen regionalen Ausbruch des Coronavirus vorbereitet. Die Behörden können „rasch, angemessen und effizient“ darauf reagieren, hieß es vom Land auf APA-Anfrage. Am Anfang einer solchen Entwicklung müsse aber festgestellt werden, ob es sich bei Infektionen um Einzelfälle, Cluster oder „Superspread-Events“ handle.

Neben dem obligatorischen Contact-Tracing und der Isolierung und Testung von engen Kontaktpersonen könnten in weiterer Konsequenz auch betroffene Einrichtungen und Institutionen geschlossen werden. Ein regionaler Lockdown wäre für Tirol allerdings nichts neues, das gesamte Bundesland habe so einen im März bereits erlebt, erinnerte die Behörde.

Im Hinblick auf die Möglichkeit einer „zweiten Welle“ sei es in den kommenden Wochen und Monaten wichtig, mögliche Cluster „frühzeitig zu identifizieren und zu isolieren“, wurde betont. Um für diese Situation gewappnet zu sein, werde derzeit ein „strategisches Lager“ im Tiroler Unterland errichtet, in dem Schutzmaterialien gelagert werden. Acht bis zwölf Wochen will man damit auskommen. Auch mittels flächendeckender Screenings in sensiblen Bereichen möchte man Ausbrüche frühzeitig erkennen. Die bisherige Teststrategie habe sich hier bewährt, dennoch gäbe es eine „laufende Optimierung der Abläufe“.

Auch die Tiroler Spitäler seien in die Vorbereitungen eingebunden. Diese seien dazu angehalten „ausreichend Betten für die Behandlung von Covid-PatientInnen vorzuziehen“. In der Innsbrucker Klinik sind das etwa 30 Betten mit Isolationsmöglichkeit, hieß es. Sollte sich die Situation in den Spitälern zuspitzen, würde wieder eine „Umverteilung der Ressourcen in den Covid-19-Bereich“ erfolgen.

Sobald die Krise ausgestanden sei, sollen „weltweit und so auch in Tirol alle Maßnahmen auf den Prüfstand“ gestellt werden. Einerseits um zu sehen, „ob und wo man anders entscheiden hätte können“ sowie um zu beurteilen, ob Strukturen verändert werden müssen. Das Land verwies in Sachen Aufarbeitung auf die Expertenkommission unter dem Vorsitz von Ronald Rohrer. Die Kommission will bis Herbst einen Bericht vorlegen, der für das Land als Grundlage für die Evaluierung dienen soll. Die Kommission wurde aufgrund von Kritik am Tiroler Corona-Krisenmanagement eingerichtet.

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