Sexismus im Alltag: Genug geschämt!

Der „Luder-Sager“ war kein Einzelfall. Wir suchen Frauen, die mutig von ihren Sexismuserfahrungen berichten.

Sexismus ist allgegenwärtig. Sehr lange schon und immer noch. Definiert wird Sexismus als „systematische Diskriminierung von Menschen auf Grund ihres Geschlechts“. Frauen sind davon weitaus häufiger betroffen als Männer.

Sexismus ist da, wo der Herr an der Theke der Kellnerin in den Ausschnitt greift, wo in einer Männerrunde frauenfeindliche Witze gerissen werden, wo die Frau nach der Geburt ihres Kindes nicht mehr in ihren Job zurück darf und auch da, wo für ein Mädchen alles „zu gefährlich“ ist.

„Wenn im Kindergarten der Aufruf, eine gesunde Jause zu organisieren, ausschließlich an alle Mütter adressiert wird, ist das genauso Sexismus, als wenn bei einer Podiumsdiskussion ausschließlich Männer auf der Bühne sitzen“, beschreibt Brigitte Schieder vom Frauenberatungszentrum in Lienz exemplarisch. So wie die Straßenzeitung „20er“ – mit der dolomitenstadt.at kooperiert – suchen auch wir Frauen, die bereit sind, ihre Erfahrungen mit Sexismus im Alltag zu teilen.

Wir würden gerne wissen: Welche Erfahrungen mit dummen Sprüchen, gezielt sexistischen Herabwürdigungen oder Benachteiligungen habt ihr gemacht oder bei anderen beobachtet? Ganz besonders im beruflichen, schulischen oder offiziellen Kontext? Sehr gerne darf auch vorkommen, wie ihr mit der Situation umgegangen seid und was ihr gelernt habt, das hilft auch anderen.

So funktioniert’s:

Die Erfahrungsberichte sollten maximal 500 Zeichen lang sein, die Form kann frei gewählt werden. Wer mag, kann seinen Namen nennen. Wenn möglich bitte auch das Berufsfeld angeben, Rückschlüsse auf Arbeitgeber sind nicht nötig (z.B. Bauingenieurin in leitender Funktion, oder Schülerin).

Wir behalten uns vor, Rechtschreibfehler zu korrigieren und sinnerhaltend zu kürzen. Bei Namensnennung senden wir das Zitat zur Autorisierung vorher noch einmal zur Prüfung zurück.

Den Text bitte entweder per Mail an redaktion@dolomitenstadt.at senden oder in diesem Kommentarfeld posten. Selbstverständlich werden alle Einsendungen anonym und vertraulich behandelt.

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12 Postings bisher
Gertrude

Ja, die meisten Männer können sich sexuelle Belästigung gar nicht vorstellen, da sie gerne selbst belästigt würden.

Männer wissen meist sehr wohl was erlaubt ist und was nicht, leider halten sich nicht alle daran.

    Talpa

    Genau solche Geisteshaltungen ziehen die ganze Diskussion ins Lächerliche. Nicht faktenbasierte, pauschale Vorverurteilung ist Wasser auf die Mühlen von Machos und Sexisten. Zuerst Denken, dann abkühlen, dann posten.

    S-c-r-AT

    @ Gertrude

    Sie stellen pauschal alle Männer unter Generalverdacht. Genau das ist der Punkt, wo diese Sexismusdebatte lächerlich wird. Ich fühle mich von Ihnen gerade aufgrund meines Geschlechts systematisch diskriminiert. Könnte ich jetzt gar rechtliche Schritte prüfen?

    Leider ticken viele Feministinnen wie Sie und verhadern uns Männer ohne jede Grundlage. Wenn ich als Mann hier so etwas von mir geben würde, hätte ich schon den ganzen Schwarm an Feministinnen hinter mir her.

    Gottseidank ticken die meisten Frauen die ich kenne noch normal.

      Gertrude

      In meiner Generation, 60+, ticken und tickten Männer leider so. Kann ein Lied davon singen.

      Junge Männer haben viel dazugelernt, darüber freue ich mich.

      senf

      wenn du die männer deiner generation pauschal so verurteilst, dann hast sie wohl alle ausgekostet, nehm ich an, oder hast du tatsächlich - wie @talpa meint - andere fakten dafür, die deine verurteilende aussage belegen.

S-c-r-AT

"Definiert wird Sexismus als „systematische Diskriminierung von Menschen auf Grund ihres Geschlechts“.

Wie ist das dann bei einer Stellenausschreibung, die wegen der Quote ohnehin zugunsten der Frau entschieden wird? Bin ich als Mann dann auch Opfer von Sexismus?

Unsere Gesellschaft entzweit sich von selber immer mehr: Alt gegen Jung, Mann gegen Frau, Corona-Leugner gegen Corona-Fürchter, Pro-Asyl gegen Contra-Asyl,...

Feministinnen sind immer ganz leise, wenn die Gleichberechtigung Nachteile für die Frauen bringen würden. Wo ist der Ruf nach Gleichberechtigung, wenn es um die Wehrpflicht bzw. ein soziales Jahr geht? Warum gehen Frauen tendenziell immer noch früher in Pension (außer bei den Beamten)? Wo ist die vielgeforderte Gleichberechtigung bei Ehekrieg und Sorgerechtsfragen?

Es muss Grenzen geben. Aber inzwischen kommts mir schon so vor: Wenn der Mann der Frau gefällt, wars ein geiler Flirt. Wenn er ihr nicht gefällt, wars sexuelle Belästigung.

An Dolomitenstadt: Was bezweckt ihr mit dieser Aktion? Wollt ihr beweisen, wie böse wir Mänenr sind? Warum sucht ihr keine Männer mit ähnlichen Erfahrungen? Ihr lebt hier ja selber Sexismus gegen uns Männer!

    Anna Maria Huber

    Lieber S-c-r-AT,

    wie Sie richtig zitiert haben, kann Sexismus tatsächlich auch Männer bzw. alle Geschlechter* betreffen. In der Praxis sind es deutlich öfter Frauen als Männer. Auszug aus einer Studie der EU zu Gewalt gegen Frauen (2016): „Sexuelle Belästigung ist eine weit verbreitete und häufige Erfahrung für viele Frauen in der EU. Jede fünfte Frau wurde seit dem Alter von 15 Jahren ungewollt berührt, umarmt oder geküsst. Zwischen 74 % und 75 % der berufs- oder in Führungspositionen tätigen Frauen sind in ihrem Leben sexuell belästigt worden, und jede vierte dieser Frauen wurde in den letzten 12 Monaten vor der Erhebung sexuell belästigt.“

    Mit dem hier angekündigten Aufruf geht es uns in keiner Weise um eine „Entzweiung der Gesellschaft“, wenn Sie es so nennen wollen, sondern um Bewusstseinsbildung - für Männer und Frauen.

    Was tatsächlich unter Sexismus fällt, ist eine subjektive Einschätzung, die jede*r für sich selbst trifft. Wenn Sie sich als Mann in bestimmten Situationen diskriminiert fühlen oder gefühlt haben, dann schreiben Sie uns doch auch einen Beitrag, wir freuen uns auf die Erweiterung des Spektrums.

    S-c-r-AT

    Liebe Anna Maria Huber,

    Wenn ich sexuelle Belästigung breit genug definiere, ist auch ein Blick sexuell belästigend. Wo fängt das dann an und wo hört es wieder auf?

    Wie oben geschrieben: Wenns passt, wars ein Flirt, wenn nicht, wars Belästigung. Wo zieht man die Grenze?

    Ich wurde in meiner Jugend auch von der einen oder anderen Verehrerin umarmt/ geküsst obwohl ich nichts von ihr wollte. Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, mich sexuell belästigt zu fühlen. Kurzer Hinweis reichte um das Problem zu lösen. Auch die Mädchen damals wussten sich bereits zu wehren. Einige Jungen mussten die Erfahrung einer roten Backe machen, wenn sie den Damen zu aufdringlich wurden.

    Für die besonders hartnäckigen Fälle, bei denen ein klares NEIN nicht reicht, gibts ohnehin einen Strafbestand, der geahndet wird. Ich sehe keinen Sinn in einer Kriminalisierung aller Männer und Burschen und/oder Frauen und Mädchen. Man zersört lediglich ein friedliches Nebeneinander von Mann und Frau. Wenn jeder ins Ohr geflüsterte Liebesschwur als Belästigung gesehen werden kann, bleibt die Romantik auf der Strecke.

    Ich habe mich nie diskriminiert gefühlt. Deshalb werde ich Ihnen auch nicht schreiben. ;-) Die quotenbedingte Diskriminierung der Männer sehen Sie sicher selber. Heutige Männer schauen durch die Finger, weil in der Vergangenheit die Frauen schlechter behandelt wurden. Soll das ausgleichende Gerechtigkeit sein?

    Auf die anderen Punkte in meinem ersten Posting sind Sie leider nicht eingegangen.

    senf

    scrat, interessant zusammengefasst.

    hoffentlich übernehmen die krankenkassen endlich die kosten für die künstliche befruchtung für die feministinnen, gel liebe @gertraud.

Cha447

Das Leben auf diesem Planeten wird immer "plemplemer"

    BettinaHuber

    Was soll man dazu noch sagen? Das Problem des Sexismus ist "plemplem" oder es gibt es ganz einfach nicht. Worüber regen wir uns eigentlich auf? Eh alles super! Genau das ist meine Erfahrung mit Sexismus tagein tagaus. DANKE für Ihr plakatives Beispiel, Cha447

osttirol20

Leider dulden selbst Regierungspartei wie die türkise Tiroler Volkspartei und die Tiroler Grünen sexistische und frauenverachtende Aussagen des Landeshauptmannstellvertreters ohne jegliche Konsequenz.

Für Personen wie diesen arrogant grinsenden Geisler kann man sich als Tiroler einfach nur noch schämen.