Neben vielen anderen Tieren findet auch der Alpenskorpion in und rund um die Osttiroler Naturdenkmäler Unterschlupf. Hier bei Nacht in UV-Licht – untertags ist er nur schwer zu entdecken. Alle Fotos: Legniti

Neben vielen anderen Tieren findet auch der Alpenskorpion in und rund um die Osttiroler Naturdenkmäler Unterschlupf. Hier bei Nacht in UV-Licht – untertags ist er nur schwer zu entdecken. Alle Fotos: Legniti

Nachtruhe? Nicht bei den Naturdenkmälern

Im Dunkeln lassen sich in Osttirol Skorpione entdecken. Künstliche Beleuchtung stört die nächtliche Tierwelt.

Nächtliche Ruhe und schläfrige Tiere? Bei den Osttiroler Naturdenkmälern wird die Nacht nicht selten zum Tag. Ausgestattet mit einer guten Taschenlampe kann man in den frühen und späten Nachtstunden so einiges entdecken.

Sobald es zu dämmern beginnt, nimmt man die Laute und Geräusche der Natur viel stärker wahr. Die Dunkelheit tritt ein und es scheint, als würde man sich in einer andersartigen, fremden Welt bewegen. Gerade diese Stunden des Tages bieten Biologen und Naturbegeisterten etliche magische Momente. Also, schärft eure Augen und Ohren in der geheimnisvollen Dunkelheit!

Allein ist man dabei nie, das Licht der Taschenlampe enthüllt die Tiere der Nacht…

Der Alpenskorpion im Schein der Taschenlampe – noch eindrucksvoller wirkt er im Licht einer UV-Lampe.

Alpenskorpion

Skorpione in Österreich? Viele wissen nicht, dass diese Spinnentiere auch in Österreich heimisch sind. Die Osttiroler Naturdenkmäler beherbergen den in Österreich stark gefährdeten Alpenskorpion. Der Euscorpius germanus ist nur 2-3 Zentimeter lang, jedoch dank der großen Scheren und des charakteristischen Giftstachels am „Schwanz“ leicht zu bestimmen. Alte Trockensteinmauern bieten mit ihren vielen Lücken zahlreiche Versteckmöglichkeiten, eine Suche untertags bleibt daher meist ohne Erfolg. Am effektivsten ist die Suche bei Dunkelheit und ausgestattet mit einer UV-Lampe. Durch die ultraviolette Strahlung werden Moleküle im Exoskelett des Skorpions angeregt und es kommt zu einer Fluoreszenz.

Die charakteristischen halbmondförmigen Flecken der Ringelnatter sind mit dem Licht der Taschenlampe gut sichtbar.

Ringelnattern

Untertags hat man oft große Mühe Schlangen zu entdecken, am Nörsacher Teich sind in den nächtlichen Stunden jedoch zahlreiche Ringelnattern auf der Jagd. Erkennen kann man sie an den charakteristischen halbmondförmigen Flecken im Kopfbereich.

Am Ufer des Alten Tristacher Sees ist die größte bisher bekannte Nacktschneckenart zu Hause.

Schwarzer Schnegel

Am Alten Tristacher See lassen sich im Licht der Taschenlampe die größten bisher bekannten Nacktschnecken finden. Der Schwarze Schnegel kann eine Körperlänge von bis zu 20 Zentimetern erreichen.

Fledermaus

Fledermäuse lassen sich besser mit Wildkameras erfassen, als mit der Taschenlampe. Alle heimischen Arten sind gesetzlich geschützt und viele stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. In der Mythologie werden die geflügelten Säugetiere oft mit blutsaugenden Vampiren in Verbindung gebracht. Im Flug erinnern sie an harmlose Schmetterlinge oder Kolibris.

Rothirsch

Auch große Säugetiere wie diese Hirschkuh besuchen die Naturdenkmäler in Osttirol. Einem geübten Botaniker fällt sofort auf, was sich das Tier schmecken lässt – den Teich-Schachtelhalm. Diese Pflanze war einer der Gründe für die Ernennung der Zwischenberger Lacke als Naturdenkmal.

Lichtverschmutzung

Biologen und Astronomen haben keine Freude mit der nächtlichen Beleuchtung, viele Tiere der Nacht werden durch das künstliche Licht gestört. Die Lichtverschmutzung führt zu einer Störung des Orientierungssinns bei Insekten oder Vögeln, einige Fledermausarten können so stark gestört werden, dass sie ihre Quartiere verlassen.

Beleuchtete Sehenswürdigkeiten – wie hier Schloss Bruck – und andere künstliche Lichtquellen stören die tierischen Bewohner.

Simon Legniti studiert Naturschutz und Biodiversitätsmanagement. Er schreibt an einer Masterarbeit über Osttirols Naturdenkmäler und bittet unsere Leserinnen und Leser, sich bei ihm mit Vorschlägen für mögliche Naturdenkmäler zu melden, im Idealfall mit Ortsangabe, kurzer Beschreibung und einem Foto an: simon.legniti@gmail.com.

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3 Postings bisher
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unser Kater hat ein Mal Skorpion rausgewürgt, also, die sind nicht essbar 😛

Lienz4ever

Die Frage ist, ob ich wirklich einem Skorpion begegnen will... Meine Mutter hat mir berichtet, dass früher Skorpione sogar im Kino angekrochen kamen. Darauf kann ich wirklich verzichten.

Jedoch ist die Lichtverschmutzung ist Osttirol - Gott sei Dank - sehr gering. Da haben die Tiere noch genug Platz für ihre nächtlichen Aktivitäten. Aber danke trotzdem für den interessanten nächtlichen Einblick.

senf

wieder ein interessanter beitrag. ich hoffe, dass sich der lebensraum dieser seltenen arten nicht nur auf naturdenkmäler beschränkt, sondern auch allgemein in den vielen verbliebenen naturraumzellen osttirols finden.

kann es sein, dass der clip im titel fledermaus generell hängt, oder hab ich noch so ein altes handyglumpat?