Tourismus: Osttirol führt die Sommerstatistik an

Platz 1 unter den Verbänden und moderatere Verluste als in anderen Regionen.

279 Gemeinden listet die Landesstatistik in ihrer touristischen Bilanz des bisherigen „Corona-Sommers“ auf. Fast alle Daten sind rot eingefärbt und das bedeutet: Minus! Nur drei Zeilen in dieser Tabelle des Landes Tirol sind schwarz. Zuwächse? Die gab es in Wattenberg, in Kundl – und in St. Johann im Walde. Im kleinen Iseltaler Dorf kamen zwischen Mai und Juli 41 Gäste an, einer weniger als im Vorjahr. Dennoch weist die Statistik ein Plus von 17 Prozent bei den Übernachtungen aus. Die Erklärung: Die Gäste blieben im Schnitt länger als im Vorjahr.

Damit liegt die Kleingemeinde im Trend. Längere Aufenthaltsdauer ist ein „Corona-Phänomen”, das sich durch alle Statistiken zieht und die dramatischen Verluste etwas abmildert. Um 50 Prozent ging die Zahl der Gästeankünfte im Bundesland Tirol von Mai bis Ende Juli zurück. Statt drei Millionen kamen nur 1,5 Millionen Urlauber, die im Schnitt vier Nächte blieben. Nächtigungsrückgang: 41,8 Prozent!

Keine andere Tiroler Region verzeichnete im Corona-Sommer bisher so viele Nächtigungen wie Osttirol. Foto: TVBO/Ramona Waldner

Sieht man sich das Ergebnis der 34 Tourismusverbände im Detail an, dann zählt Osttirol zu den „glücklichen Verlierern“. Sowohl bei den Ankünften (103.111) als auch bei den Nächtigungen (415.632) liegt der TVB Osttirol in absoluten Zahlen auf Platz 1 aller Verbände, gefolgt von Ötztal Tourismus und Achensee. Keine Tiroler Region hatte heuer bislang mehr Gäste als Osttirol. Große Verlierer sind Innsbruck und seine Feriendörfer, sonst seit Jahren im Sommer führend, heuer schwer getroffen vom Einbruch des Städtetourismus. 73 Prozent weniger Ankünfte und 65 Prozent weniger Nächtigungen muss die Innsbrucker Tourismuswirtschaft verkraften.

Abgesehen vom relativ kleinen Verband Tux-Finkenberg ist Osttirol die Region mit den geringsten Verlusten. Geschuldet ist das vor allem einem überraschend guten Juli-Ergebnis. Dennoch bleibt unter dem Strich bislang ein Minus von 26,5 Prozent bei den Nächtigungen und 33 Prozent bei den Ankünften.

Zurück zur Gemeindestatistik. Auch hier ist die Stadt Innsbruck der große Verlierer mit einem Minus von 72,6 Prozent. Schwere Rückgänge müssen bis Ende Juli Hotspots wie Mayrhofen im Zillertal (48,2) und Seefeld (57,8) verkraften.

Und wieder finden sich am anderen Ende der Tabelle einige Osttiroler Orte unter jenen Tiroler Gemeinden, die am wenigsten Gäste verloren. Gut schnitt Innervillgraten ab und auch Kals kam mit einem blauen Auge davon. Das Glocknerdorf ist in diesem Sommer bisher Osttirols nächtigungsstärkste Gemeinde und liegt mit 54.140 Nächtigungen  (-12,3 Prozent) auf Platz 31 aller Tiroler Gemeinden.

Nachdem der Juli erstaunlich gut verlief und auch im August alles auf gute Auslastungen hindeutet, könnte die Gesamtbilanz für den Sommer 2020 speziell für Osttirol noch verhältnismäßig gut ausfallen.

Die Arbeit von
dolomitenstadt.at unterstützen

Liebe Leserinnen und Leser,

gerade in Krisenzeiten ist faktenorientierte und schnelle Information wichtig.
Wir arbeiten trotz Rückgang bei den Werbeeinnahmen mit großem Einsatz, um Sie bestmöglich – und kostenlos! – zu informieren.

Wenn Sie unsere journalistische Arbeit mit einem einmaligen Beitrag unterstützen möchten, haben Sie jetzt Gelegenheit dazu. Wir würden uns freuen!

Sie möchten dolomitenstadt.at unterstützen?

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren

4 Postings bisher
Lz

Die guten Zahlen im Tourismus sind eindeutig auf das Reiseverhalten der Touristen wegen Corona zurückzuführen. Österreich ist relativ sicher, Städte leer, Berge und Seen voll! Da konnten unsere Touristiker nichts falsch machen!

rosemarie

Gut, dass man auch im TVBO die Wertschhöpfung dieses Trails erkannt hat und wenn die Zusammenarbeit (Gemeinden etc.) funktioniert, ist der Erfolg nicht aufzuhalten! Siehe Lech und Bärentrail

W.Steiner

Ich möchte dem ja nichts weg tun - herzliche Gratulation an die Touristiker an der Front, die dieses Ergebnis schaffen! Auch an Dolomitenstadt für die Mühe die statistischen Daten die verfügbar sind auszuwerten. Interessant finde ich nur, dass in der Landesstatistik zu den Auslastungskennzahlen lediglich ein paar allgemeine Tabellen angezeigt werden, es aber keine detaillierten Downloads dazu gibt wie bei den von Dolomitenstadt analysierten Zahlen. Diese Informationen kann man nur käuflich erwerben(!) Natürlich hätte sie auch der TVBO aber der gibt die Infos nicht mal nach einem entsprechenden AR-Beschluss heraus... - und niemand interessiert's :-(

miraculix

Könnte es vielleicht sein, dass das gute Ergebnis von St. Johann im Walde direkt oder indirekt mit dem Iseltrail zu tun hat? Wird interessant, ob sich der Trend im August fortsetzen wird ...