Die letzte der drei Trafobänke des neuen, 7,5 Millionen teuren Transformators ist am Montag im Umspannwerk Nußdorf-Debant angekommen. Fotos: APG/Martin Lugger

Die letzte der drei Trafobänke des neuen, 7,5 Millionen teuren Transformators ist am Montag im Umspannwerk Nußdorf-Debant angekommen. Fotos: APG/Martin Lugger

30 Millionen Euro für Osttirols Stromversorgung

APG saniert das Umspannwerk in Nußdorf-Debant. Neuer Transformator für mehr Sicherheit.

Im Zuge eines 30 Millionen Euro schweren Investitionsprogramms für die Stromversorgung Osttirols saniert die Austrian Power Grid (APG) das Umspannwerk in Nußdorf-Debant. „Das Umspannwerk ist der einzige Strom-Anspeisepunkt für ganz Osttirol aus dem österreichweiten 380/220-kV-Hochspannungsnetz der APG und deshalb besonders wichtig für die Stromversorgung in der Region,“ betont Wolfgang Ranninger, der als Projektleiter die Bauarbeiten koordiniert.

Nach rund 60 Jahren Betriebsdauer sind Teile der Anlage sanierungsbedürftig. Seit Herbst 2016 erneuert man schrittweise die 220-kV-Schaltanlage, über die die Leitungen der TINETZ versorgt werden. Die Gesamtbauzeit beträgt sechs Jahre, durch den Lockdown im März entstandene Bauverzögerungen wurden inzwischen wieder aufgeholt, sagt Ranninger: „Aus heutiger Sicht steht dem planmäßigen Projektabschluss im Herbst 2022 nichts im Weg.“

(V.l.) APG-Konzernsprecher Christoph Schuh und Projektleiter Wolfgang Ranninger.

Teil des Sanierungsprojekts ist auch ein neuer 380/220-kV-Transformator um 7,5 Millionen Euro. Er wurde in drei Einzelteilen – sogenannten Trafobänken – mit einem Transportgewicht von je 167 Tonnen (!) per Bahn vom Siemenswerk in Weiz ins Umspannwerk Debant geliefert. Die dritte Trafobank traf gestern ein. Nun werden die Trafobänke zusammengeschlossen und ab Juni 2021 betrieben.

„Mit dem neuen Transformator erhöht APG die Ausfallsicherheit für ganz Österreich und erleichtert gleichzeitig die bundesweite Verteilung klimafreundlicher Windenergie“, so Ranninger. Überschüssiger Windstrom, der nicht vor Ort verbraucht werde, lasse sich so über weite Strecken abtransportieren und speichern. Das Umspannwerk in Nußdorf-Debant ist mit seiner Schnittstelle nach Soverzene in Italien auch von internationaler Bedeutung.

Der neue Trafo wird auf das Fundament gezogen...
...und montiert.

Die APG investiert heuer insgesamt 350 Millionen Euro in Österreichs Strominfrastruktur. Bis 2030 soll laut Bundesregierung Ökostrom zu 100 Prozent den Verbrauch in Österreich decken. „Es muss kräftig investiert werden, damit die Energiewende gelingt“, weiß auch Konzernsprecher Christoph Schuh.

Die Arbeit von
dolomitenstadt.at unterstützen

Liebe Leserinnen und Leser,

gerade in Krisenzeiten ist faktenorientierte und schnelle Information wichtig.
Wir arbeiten trotz Rückgang bei den Werbeeinnahmen mit großem Einsatz, um Sie bestmöglich – und kostenlos! – zu informieren.

Wenn Sie unsere journalistische Arbeit mit einem einmaligen Beitrag unterstützen möchten, haben Sie jetzt Gelegenheit dazu. Wir würden uns freuen!

Sie möchten dolomitenstadt.at unterstützen?

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren

13 Postings bisher
Gina1

Achtung! Wo sind die Windräder. Hier geht es nicht um Osttirol! Nur um Stromtransit. Klingt natürlich gut es geht um die Versorgung von Osttirol.

    steuerzahler

    Wenn man offensichtlich keine Ahnung von Stromerzeugung und Verteilung hat, sollte man sich und uns unqualifizierte Äußerungen ersparen.

      wolf_c

      ... in salzburg wehren sich seit jahren menschen gegen die umweltzerstörung durch die masten der freileitung; in lienz finden sie, die masten, sicher manche -schön-; mit 'stromversorgung' ist gemeint was gut für die manager ist, nicht für die bevölkerung ...

      karli8

      @wolf_c: ich hoffe du hast die Stromleitung zu deinem Haus sorgfälltig und langanhaltend getrennt, denn ansonsten förderst du ja indirekt auch den Mastenbau - natürlich gar nicht dran zu denken, wenn du auch noch Strom einspeisen würdest und das Netz der bösen Manager benutzt. Aber nur ein Schelm....

      wolf_c

      genau, wie konnte ich nur so blind sein, wo doch die stahlmasten und drähte den talboden und die täler doch so vorteilhaft und vorzüglich verschönern und gestalten zur freude der bewohner ... und die 30 millionen bezahlen doch nur wieder die (netz-)nutzer mit den gebühren, dafür wird aber, wie kann ich nur so blind sein, der talboden verschönert ...

      steuerzahler

      @wolf c : du bist auch Teil des Problems, benutzt schließlich das Internet und ich bin sicher, das ist nicht dein einziges Gerät, das mit Strom betrieben wird.

Septep

Kraftwerksgegnern müsste man sowieso den Strom kappen! Siehe Iseltal und Tamariske. An den Iselzubringern gibt es schon seit Jahrzehnten Wasserkraftwerke (mind. 10!) und die Tamariske lebt immer noch. Und dann kommt die böse TIWAG mit neuen Kraftwerksplänen und plötzlich formieren sich alle 25 Kraftwerksgegner im Bezirk und dann wird alles eingestellt...die restliche Bevölkerung wurde nie befragt. Mit was wolln sie ihre E Bikes und E Autos usw. laden?? Photovoltaik!? Wirds wohl alleine nicht bringen...

miraculix

Ein bisschen "Märchenstunde" schwingt da schon mit bei den Geschichten über "mehr Versorgungssicherheit für Osttirol", aber die meisten Osttiroler*innen werden es schon glauben ...

Ein Transformator mit 500 Tonnen ist natürlich spekatkulär, aber die Schnittstelle 380 kV (innerösterreichisch) auf 220 kV (Leitung nach Soverzene / Italien) hat mit der Versorgung Osttirols denkbar wenig zu tun. Hier geht es um Stromexport und Stromtransit, dafür stehen die zierlichen Masten bei uns in der Landschaft. Oder weiß jemand, wo die Osttiroler Windräder stehen oder wo sich die großen Osttiroler Speicher befinden - ist mir da etwas entgangen??

    senf

    die großen strommasten und deren bespannung freut die wenigsten, sie sind aber notwendig, denn aus jux und gaudi wurden sie ja nicht aufgestellt. auch nicht im "extrastüberl der welt" hier in osttirol!

    die frage, ob damit internationaler stromaustausch erfolgt, stellt sich nicht. auch wir profitieren und nutzen das europäische verbundnetz und das wird mit der einspeisung von solarstrom und ökostrom noch eine viel größere bedeutung bekommen. wer das nicht verstehen will, brauchts auch nicht, allderdings soll der dann bereit sein, seinen lebenswohlstand auf ein minimum auf den stand des vorletzten jahrhunderts herunterzufahren.

    lieber miraculix, auch du kennst die volkstümliche verbreitung des vermeintlich frommen, aber prägnanten spruch:

    „Heiliger Sankt Florian - Verschon' mein Haus, zünd' and're an! “

    du verstehts was ich meine, denke ich.

freekit78

energiewende klappt auch mit strom sparen. es muss nicht jeder dorfweg bis in der früh ausgeleuchtet werden.

    steuerzahler

    Die Ansage klingt zwar logisch, berücksichtigt aber die Realität nicht. Durch steigende Bevölkerungszahlen, durch vermehrte Nutzung der modernen Telekommunikation, Streaming und all die nützlichen elektrischen Helfer im privaten und gewerblichen Bereich, sowie vermehrte Nutzung von Elektromobilität steigt der Verbrauch ständig. Da fällt die Beleuchtung von ein paar Dorfstraßen nicht ins Gewicht. Der Energieaufwand für das Streaming wird den Verkehr in Kürze übersteigen. Das sollten sich die FFF'ler mal ansehen. Nur auf dem bösen Auto herumreiten ist ein bißchen einfach. Strom sparen ist wohl ein lohnendes Ziel, aber der Effekt leider gering.

      gaia

      ...ein paar Dorfstrassen ist wohl schwer untertrieben...

      Durchdacht auswählen was im täglichen Leben wirklich gebraucht wird wäre angebracht. Vieles ist nützlich, vieles einfach unnötig... vom Markt und der Gesellschaft kreierte Bedürfnisse. Beim Strom- u. Energiesparen anzufangen und Bewusstsein zu erlangen und das auf weitere Bereiche ausdehnen, dass wär schon richtig cool...

    miraculix

    Aber - wenn das die im Nachbardorf doch auch machen! ;-)