Reisewarnung: Anschober für Tirol zuversichtlich

Warnungen vor neuem Lockdown „nicht nur eine Ente, sondern eine ganze Entenfarm.“

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ist zuversichtlich, dass Tirol und Vorarlberg in naher Zukunft wieder von der Liste deutscher Reisewarnungen gestrichen werden könnten. Der relevante Wert, die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner, sei mittlerweile erstmals unterschritten, freute er sich nach dem Ministerrat am Mittwoch. Warnungen vor einem zweiten Lockdown nannte er eine „Ente“. Zuvor hatte die FPÖ behauptet, die Regierung plane ab 23. Oktober den Lockdown.

Gehe der Trend in den beiden Tourismushochburgen weiter, hält Anschober die Aufhebung der Reisewarnungen „bald“ für möglich. Tirol liegt laut den jüngsten offiziellen Zahlen hier bei 49,6, Vorarlberg bei 44,3. Österreichweit beträgt die Sieben-Tages-Inzidenz zurzeit 54,0 Fälle auf 100.000 Einwohner. Spitzenreiter ist Wien mit 115,8. An die Länder appellierte er erneut, in den Risikoregionen selbstständig punktgenaue Maßnahmen zusätzlich zu jenen des Bundes zu ergreifen. Das könne auch die Gastro-Registrierung sein, wenn die Datenschutzbedenken ausgeräumt werden können. Das Kontaktpersonenmanagement in Wien dauere ihm derzeit zu lange.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober hält die Aufhebung der Reisewarnungen „bald“ für möglich. Foto: APA

Generell zeige sich, dass sich hohe Infektionszahlen wirtschaftlich negativ auswirkten, so der Gesundheitsminister, dem auch Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) hier beipflichtete. Ziel müsse in den kommenden Wochen de facto eine Halbierung sein. Derzeit seien die Zahlen deutlich zu hoch, immerhin habe man ab dem 20. September aber eine Stabilisierung erreicht. Anschober berichtete von aktuell 772 Neuinfektionen in Österreich und 728 neu Genesenen. Es gebe 8.370 aktuelle Fälle und 496 Hospitalisierungen, davon 90 in intensivmedizinischer Betreuung. An täglichen Testungen gab es im Monatsdurchschnitt September 14.576.

Die Behauptung von FPÖ-Chef Norbert Hofer, wonach die Regierung per 23. Oktober einen zweiten Lockdown vorbereite, wies Anschober als unrichtig zurück. „Das ist nicht nur eine Ente, das ist eine ganze Entenfarm. Da ist wirklich nichts dran.“ Ein Lockdown sei nach den neuen gesetzlichen Regeln nur dann möglich, wenn der Hauptausschuss des Nationalrats zustimme und Österreich unmittelbar vor dem Zusammenbruch des medizinischen Versorgungssystems stehe. „Von einem Zusammenbruch sind wir erfreulicherweise meilenweit entfernt“, so der Gesundheitsminister.

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4 Postings bisher
miraculix

Es ist schon interessant, welche Blüten die "Geschichte" treibt: Für das (ganze) Bundesland Tirol besteht seitens des Ausärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland eine Reisewarnung der höchsten Stufe, mit Quarantänebestimmungen bei der Rückkehr...

Hier einige Zahlen vom letzten Wochenende (Sonntag Mittag) aus der Grenzregion AT - DE

Bezirk Reutte (etwas über 32.000 Einwohner*innen) 2 aktiv positiv Getestete

Bundesland Tirol (etwas über 757.000 EinwohnerInnen) 625 aktiv positiv Getestete

Landkreis Ostallgäu (grenzt direkt an den Bezirk Reutte) etwas über 141.000 Einwohner*innen > 900 aktiv poitiv Getestete

das versteht man natürlich, dass aus dem Bezirk Reutte niemand zum Einkaufen nach DE fahren darf, dort könnte man sich ja wirklich anstecken ...

Majo

Naja, schweigen im Walde ist die einzige Reaktion unserer "Politik" im Bezirk, allen voran die BH Frau, die hier eigentlich gefordert wäre, geht aber nicht, wenn man dem LH nahe steht ....ohne Worte, hoffentlich merken sich dieses Verhalten aller Politiker die Wähler bis zur nächsten Wahl !!!

arth

Kleinwalsertal/Jungholz sind seit 02.10 von der Reisewarnung laut Medienberichten aufgrund regem politischen Austausch ausgenommen worden. Mit was tauschen unsere Volksvertreter sich so aus? Peinliche Stille ist zu vernehmen. Macht ja nix, geht ja um nix...Bravo!

    karlheinz

    Was denken sich dazu unsere Osttiroler PolitikerInnen ??