Insgesamt verzeichnete der Alpenverein im Sommer ein leichtes Minus bei den Hüttenumsätzen, die Saison verlief aber – vor allem dank der Tagesgäste – besser als erwartet. Foto: ÖAV/Simon Schöpf

Insgesamt verzeichnete der Alpenverein im Sommer ein leichtes Minus bei den Hüttenumsätzen, die Saison verlief aber – vor allem dank der Tagesgäste – besser als erwartet. Foto: ÖAV/Simon Schöpf

Alpenvereinshütten: Sommer war „besser als erwartet“

Tagesgäste federten Umsatzrückgänge ab. Im Winter werden mehr Skitourengeher erwartet.

Kein Sommer wie jeder andere: Covid-19 war auch oberhalb der Baumgrenze das beherrschende Thema. Viele Hüttenwirte starteten demnach etwas verhalten und später als üblich in die Saison. „Die neuen Hygiene- und Abstandsvorschriften verlangten den Hüttenwirten eine große Portion Flexibilität ab, unsere Maßnahmen haben sich aber mehr als bewährt“, erklärt Peter Kapelari, Leiter der Abteilung Hütten, Wege und Kartographie in einer Presseaussendung des Alpenvereins.

Hüttenlager mussten heuer innerhalb kurzer Zeit mit Trennwenden ausgestattet, Desinfektionsmittelspender montiert und das Hüttenpersonal geschult werden: „Wir müssen auf Holz klopfen – kein einziger bekannter Fall einer Covid-19-Ansteckung und schon gar kein Cluster wurde auf eine Alpenvereinshütte zurückgeführt.“

Durch die verschärften Abstandsregeln war das Schlafkontingent vieler Hütten stark reduziert, mittels Umbauten wurde aber gegengewirkt. Schlussendlich hatten die Alpenvereinshütten im heurigen Sommer zwischen 25 und 30 Prozent weniger Nächtigungskapazitäten anzubieten. Speziell Hütten, die entlang bekannter Weitwanderwege liegen, punkteten mit einer konstant hohen Auslastung. „Die Wanderer kamen besser verteilt und weniger in Wellen als sonst“, erklärt Kapelari. Schwieriger sei die Situation jedoch für hochalpine Hütten in Gletschernähe gewesen. Sie mussten teilweise einen starken Nächtigungsrückgang hinnehmen, weil viele Gruppenkurse abgesagt wurden.

Eingebaute Trennwände in einem Schlaflager auf der Lizumerhütte in Tirol. Foto: Romed Giner

Besonders in Ostösterreich gab es im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs an Tagesgästen. Insgesamt bilanziert der Alpenverein ein leichtes Minus bei den Hüttenumsätzen, die Saison verlief aber dennoch besser als erwartet. Auch für die Hüttengäste war diese neue Situation nicht einfach: Die unterschiedlichen Regelungen der Länder sorgte laut Alpenverein gerade in den Grenzbereichen zu Bayern und Italien häufig für Verwirrung.

Auf vielen Hütten waren die Besucher aufgefordert, selbst ihren Hüttenschlafsack und Kopfkissenbezug mitzubringen. „Insgesamt haben die Gäste aber die neuen Hygienemaßnamen durchwegs begrüßt, die Trennwände in den Lagern brachten zum Beispiel mehr Intimsphäre und Ordnung“, so Kapelari.

Nutzung von Winterräumen in Zeiten von Corona

Für die kommende Wintersaison rechnet der Alpenverein mit einem starken Plus an Skitourengehern. „Der Schutzgedanke steht hier im Vordergrund, wir appellieren an die Eigenverantwortung“, betont Kapelari. Die Nutzung von Winterräumen ist aktuell größtenteils möglich, allerdings müsse man das reduzierte Platzangebot beachten, bei einem bereits vollen Winterraum bleibt dann nur der Weg zurück ins Tal.

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