Keine Gottesdienste auf Friedhöfen zu Allerheiligen

Sebastian Kurz rät von Gräberbesuch ab. Anschober kündigt Aus für Gesichtsschilde an.

Auch Allerheiligen steht heuer im Zeichen der Pandemie. Bundeskanzler Sebastian Kurz und Kultusministerin Susanne Raab (beide ÖVP) raten von Friedhofsbesuchen zu Allerheiligen und Allerseelen ab. Die katholische Bischofskonferenz präzisiert, dass keine gemeinsamen Gottesdienste auf Friedhöfen stattfinden werden.

Dagegen lässt die von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) für heute, Donnerstag, angekündigte Verordnung zur weiteren Verschärfung der Corona-Maßnahmen noch auf sich warten. Fix ist aber, dass sie das weitgehende Aus für Gesichts-Schilde und die Wiederbelebung der Ein-Meter-Abstandsregel im Öffentlichen Raum bringen wird. Gesichts-Schilde würden nur von einer überschaubaren Gruppe, vor allem in der Gastronomie, im Einzelhandel und bei Friseuren, genutzt, betonte Anschober.

Der „Babyelefant“ als Symbol fürs Abstandhalten feiert mit der Verordnung sein Comeback, nachdem die entsprechende Regelung vom Verfassungsgerichtshof (VfGH) aufgehoben wurde und seit Juli nur noch als Empfehlung existierte. Jetzt werde der Ein-Meter-Abstand im öffentlichen Raum „wieder verankert als rechtsverbindliche Vorgabe“, so Anschober.

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13 Postings bisher
Majo

Naja, wenn uns jetzt das Kirchengehen und der Gräberbesuch verboten, bzw. abgeraten wird, frag ich mich wofür ich noch Keirchensteuer bezahlen muss, ich geh auf den Friedhof und in die Kirche wann und wie oft ich will, oder werden wir in Zukunft dort verhaftet wenn wir eine Kerze anzünden, vielleicht versuchte Brandstiftung.... VOLK BITTE STEHT ENDLICH AUF !!!!!!!!!

    senf

    polemik pur, gut gemacht, freu dich! geh aber nicht zwischen 00.00 uhr und 1.00 uhr am friedhof spazieren, sonst holt dich der teufel 👿 und du brauchst niemehr kirchenbeitrag einzahlen. so hat es mir vor einer weile meine ur-ur-oma erzählt.

    S-c-r-AT

    Simon.....ähm.....Majo says "STAND UP"

    Sie dürfen weiterhin auf den Friedhof gehen, keine Sorge! Nur vor der Massenversammlung am Allerheiligentag wird abgeraten, weil sonst könnte es sein, dass so mancher, der an besagtem Tag dorthin ging, bald zum Friedhof getragen wird.

    Ich kann Ihnen auch versichern, dass das Volk weiterhin aufstehen wird: Beim feierlichen Einzug, beim "Vater-unser", beim Schuldbekenntnis, beim Kyrie,....

    PS: Nicht allzu ernst zu nehmen! 😉

    Ost1903

    Verboten bzw. abgeraten🤦‍♂️

    Sie können jederzeit Ihr Familiengrab besuchen! Was ist denn schon dabei das vielleicht nicht am 1. November zu machen?

    Tipp: gehen Sie halt ein paar Tage früher dort hin, ist auch viel persönlicher meiner Meinung nach! Nur blöd das man Sie dann nur nicht sieht und Sie sich nicht präsentieren können in der Öffentlichkeit 🤣🤣

    Man kann auch wegen Allem ein rießen Theater veranstalten! 👌👌

Ceterum censeo

Heute lag, gemeinsam mit dem "Herbstgruß 2020" der Pfarre Lienz - St. Andrä mit den Seelsorgestellen Thurn und Peggetz, als Beilage folgende Info in meinem Briefkasten:

Allerheiligen und Allerseelen 2020

Leider ist heuer das gemeinsame Gebet am Städtischen Friedhof Lienz mit tausenden Menschen nicht möglich. Wir laden deshalb zum Gebet für die Verstorbenen in der Pfarrkirche St. Andrä ein und zu einem individuellen Friedhofsbesuch im Laufe des Tages.

Pfarrkirche St. Andrä: Folgende Möglichkeiten bieten wir an:

Fest Allerheiligen - 1. November: Gebet um 11 30 Uhr, 14 oder 18 Uhr. Fest Allerseelen - 2. November: 18 Uhr Hl. Messe - besonders für die Verstorbenen des letzten Jahres.

Das Gebet wird mit Lautsprecher auf den Kirchplatz übertragen, sodass auch dort mitgefeiert werden kann. Wir bitten, in der Kirche die derzeit geltenden Corona-Regeln einzuhalten. (1 m Abstand, Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, Desinfektion der Hände).

Herzlicher Einladung. Dekan Franz Troyer, Pfarrer Siegmund Bichler und P. Martin.

Meine Anregung: Auch außerhalb der Kirche an die Corona-Bestimmungen halten.

nikolaus

Über den Nutzen der Gesichtsvisiere kann man streiten. Fest steht, dass in der Gastronomie so gut wie nichts "passiert" ist. Und diese zweifelhafte amerikanische Studie mit der Puppe, die künstlich zum Niesen gebracht wurde, spricht für sich ... Welches "Ferkel" (bitte verzeiht mir den Ausdruck) niest in ein Visier (oder auch in einen MNS)? Beides ist hinterher Sondermüll bzw. gehört anständig gereinigt oder aber entsorgt. Bei "normaler" Atmung spielt die unterschiedliche Aerosolverteilung wohl nicht die entscheidende Rolle. Jedenfalls ist die Bedienung, die am Tisch meine Bestellung aufnimmt, sicherlich nicht so lange in meiner Nähe, dass mir z.B. die "Stop-Corona-App" im Fall der Fälle einen Kontakt melden würde. (Das geschieht erst nach 15 Minuten.)

Was man erreicht mit dem Verbot, ist Unmut bei vielen, die das Visier als annehmbaren Kompromiss betrachtet haben, bei Leuten, die nicht nur wegen der Tasse Kaffees oder des Gläschens Wein ins Gasthaus gehen, sondern auch wegen des freundlichen Lächelns der Bedienung, das man bald nicht mehr sehen wird. Somit ist der Schaden des Verbots wohl größer als sein Nutzen.

Also, was soll's: Brav, wie wir sind, werden wir uns auch an diese Neuerung halten und die frisch gekauften Visiere (hoffentlich umweltverträglich) entsorgen (oder verstauen für die nächste Änderung???), um nicht als Mitschuldige vom "Gericht der mehrheitlichen Wahrnehmung" verurteilt zu werden.

    S-c-r-AT

    Komplett am Thema vorbei! Hier gehts um den Gräberbesuch.

      nikolaus

      Dann lesen Sie bitte den ganzen Artikel (insbesondere den 2. Absatz), nicht nur die Überschrift!

      Mit dieser Lesephilosophie können Sie ja gleich den Osttiroler Boten abonnieren.

      PS: Bin schon gespannt, was Sie jetzt wieder antworten, denn das "letzte Wort" scheinen Sie gepachtet zu haben 😘

      Cha447

      Aber sowas von richtig. Wer bitte drückt da stimme nicht zu 🤦‍♂️

      Cha447

      ... ausserdem wird der Nikolaus auch abgesagt 🤣🤣🤣

      S-c-r-AT

      @nikolaus Getroffen und versenkt. 👍 Bei allen Meinungsverschiedenheiten muss ich Ihnen hier eine Punktlandung zugestehen. Da hilft mir auch ein letztes Wort nichts mehr, diese Runde geht eindeutig an Sie.

Sonnenstrahl

Tja, wir verlieren langsam als einzelne und als Gesellschaft das Gesicht (und die Maskenpflicht - und nun das drohende Verbot von Visieren tut das seinige dazu)! Wie es scheint, wird alles verhindert, was das soziale Leben und damit auch die zutiefst menschlichen Bedürfnisse nach Nähe und Kontakt angeht. Traurig, dass da auch die Kirchen nicht mehr Mut zeigen! (Und bitte kommt nicht gleich wieder mit der leidigen Diskussion um unseren erzwungenen und von oben herab diktieren Schutz der anderen und den damit entstandenen Feindbildern, vor denen ich mich mittlerweile mehr schrecke als vor dem Virus). Ich bin der Meinung, dass das Leben - mit all seinen auch faszinierenden und schönen Seiten - an sich auch "ein Risiko" ist, das letztlich mit dem Tod endet - und der wird jeden zu seiner festgelegen Zeit begegnen (und wegen Corona wird keiner frühzeitig sterben, denn der Zeitpunkt des Todes jener Menschen, die mit oder an Corona versterben, steht vermutlich auch schon in deren Lebensbuch festgeschrieben). Es wird wohl eher die Frage sein, ob wir uns aus lauter Angst das Leben mit seinen vielfältigsten Facetten - ob schön und lebensintensiv oder auch traurig und herausfordernd - versagen, weil wir so große Ängste haben oder ob wir couragiert vorwärts gehen - auch in der Begegnung mit anderen Menschen wieder anfangen, sie mit respekt- und liebevollen Augen anzusehen (anstatt sie argwöhnisch auf ihre Fehler hin zu "röntgen").

    Franz Brugger

    Die Kirche hat Mut, zeigt aber auch Verantwortung. So findet am Friedhof in Lienz am 1. November 3 x eine Andacht statt, und es wird auch geraten, die Gräber einfach so zu besuchen.