Bayern führt Testpflicht für Berufspendler ein

Überraschung und Unverständnis in Tirol. AK-Zangerl: „Die Situation ist chaotisch“.

Bayern führt ab sofort eine Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Corona-Risikogebieten ein, zu denen auch Tirol, Vorarlberg und Salzburg zählen. Wer also etwa auch aus Osttirol nach Bayern zur Arbeit pendelt, muss der Kreisverwaltungsbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle innerhalb von sieben Tagen nach der ersten Einreise ein negatives PCR-Testergebnis vorlegen. Danach muss jeweils wöchentlich ein aktuelles negatives Testergebnis vorgewiesen werden. Das Testergebnis muss auf einer molekularbiologischen PCR-Testung basieren. Der Test darf nicht älter als 48 Stunden sein. Wer Covid-19-Symptome zeigt, muss zudem die Behörden darauf hinweisen.

Der Alleingang Bayerns in Sachen Testpflicht sorgt nicht nur für Verwirrung, sondern vor allem für Unverständnis. In Tirol sind rund 3.000 Berufspendler betroffen, vor allem in den Bezirken Reutte, Kufstein und Kitzbühel. „Die Situation ist chaotisch“, so AK-Präsident Erwin Zangerl. „Vor dem Wochenende wird eine derartige Verordnung durchgepeitscht, ohne sich Gedanken zu machen, was das für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch für die deutschen Arbeitgeber bedeutet und wie das funktionieren oder wer das bezahlen soll.“

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hätte sich eine „gewisse Vorbereitungszeit“ von seinen Nachbarn erwartet. Eine solche wäre „wünschenswert“ gewesen, sagte er gegenüber der APA. „Dass die Regelung nahezu ohne Vorlauf umgesetzt wurde, stellt viele Unternehmen vor große Probleme“. Tirol sei jedenfalls mit den bayerischen Behörden in Kontakt, um noch offene rechtliche und organisatorische Fragen zu klären. Grundsätzlich hielt Platter fest, dass zwar die Gesundheit an erster Stelle stehe, man aber trotzdem dafür sorgen müsse, „dass die Wirtschaft nicht zum Erliegen kommt“.

Die Klubobfrau der oppositionellen Liste Fritz, Andrea Haselwanter-Schneider, forderte Platter auf, mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder zu verhandeln. Man erwarte sich, dass sich der Landeshauptmann für die Tiroler Pendler einsetzt. Platter müsse das Wochenende nützen und Gespräche mit Bayern aufnehmen. Die reine Ankündigung der Maßnahme schaffe Verwirrung, Verzweiflung und böses Blut, so Haselwanter-Schneider.

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unholdenbank

Wenn einer was unternimmt in dieser "Krise" wird er furchtbar geschimpft. Wenn einer nichts unternimmt in dieser "Krise" wird er geschimpft. Wir in Österreich haben es gut. Neben 8 Millionen Fußballteamchefs haben wir auch 8 Millionen Sachverständige in Sachen Virologie und Seuchenwesen. Jeder kennt sich besser aus als der andere und will doch von den beschimpften Politikern genaue Anweisungen. O, du glückliches Österreich. Da wird sich das Virus schön schrecken und einfach aus Österreich abhauen und zu den schlimmen Bayern, Slowenen, Kroaten, Tschechen, Italienern, Ungarn und so weiter gehen. Nein,ähh, nicht gehen, das Virus fährt ja nach Kanzler Kurz mit dem Auto.