Vorwürfe gegen Altenweisl im Vorfeld der GHS-Versammlung

Am 4. November soll es in der RGO-Arena in Lienz zum Showdown kommen.

Je näher die Generalversammlung der gemeinnützigen Baugenossenschaft Siedlerbund GHS am 4. November in der RGO-Arena in Lienz rückt, desto lauter wird die Kritik am 74 Jahre alten Langzeitobmann Josef Altenweisl.

In der gestrigen Ausgabe der Tiroler Tageszeitung zeichnet Peter Nindler ein wenig schmeichelhaftes Sittenbild. Eine teure Luxusreise von ehemaligen und aktiven Vorstandsmitgliedern samt Anhang wird da ebenso zum Thema, wie die üppige Gage des pensionierten Beamten und ehemaligen Bürgermeisters von Nußdorf-Debant. Laut TT werden in den GHS-Bilanzen für 2018 und 2017 für Altenweisl und seinen Stellvertreter rund 85.000 Euro ausgewiesen, „wobei der Großteil der Bezüge auf Altenweisl entfällt“.

Der Siedlerbund hat zwar zwei Geschäftsleiter, die – wie der Name schon sagt – die Geschäfte leiten sollten, doch der gewählte Funktionär Altenweisl lässt sich seinen massiven Einfluss auf das operative Geschäft nicht nur nicht nehmen, sondern beruft sich bei allen Anschuldigungen gegen seine Person oder Amtsführung genau auf diese aktive Rolle. Seine Rechtfertigung ist der Erfolg der Genossenschaft, den sich der Ex-Politiker selbst zuschreibt. In der schriftlichen Einladung zur Generalversammlung – bei der seine Abwahl droht – malt Altenweisl für diesen Fall ein düsteres Bild.

Josef Altenweisl (76) möchte noch drei Jahre Obmann der GHS bleiben. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

„Die billigsten Verwaltungskosten für Osttirol und Oberkärnten“ müssten erhalten bleiben, der GHS-Außenstelle in Lienz drohe durch den Innsbrucker Angriff auf seinen Posten die Schließung und generell sei der Miet-Wohnungsverkauf ohne Gewinnaufschlag „in Gefahr“. GHS-Geschäftsleiter und zweiter Vorstand Martin Mimm (38), der gemeinsam mit Peter Heis (61) die Führung des Unternehmens von Altenweisl übernehmen möchte, kontert gegenüber dolomitenstadt.at auf die Vorwürfe. Dass die GHS billiger sei als andere, sei nicht belegt und populistisch, dass man die Außenstelle in Lienz schließen wolle „völlige Unwahrheit“ und die Kaufpreisbildung bei nachträglicher Wohnungsübereignung sei von der Tiroler Wohnbauförderung exakt geregelt. Mimm: „Wir dürfen Mietkaufwohnungen nicht teurer als diese Regelungen es vorschreiben verkaufen.“

Sauer stößt Mimm auch die Polarisierung zwischen Nord- und Osttirol auf: „Es geht weder um Nordtirol gegen Osttirol noch um Vorteile oder Nachteile für Regionen abhängig von der Herkunft des Vorstandes oder gar von der Zugehörigkeit zu einer politischen Partei. Wir sind eine Firma. Unabhängig aus welcher Region die Mitarbeiter auch kommen, sollten wir gemeinsam an die Zukunft und leistbares Wohnen denken.“

In diesem Zusammenhang nicht unlustig ist die von Altenweisl verschickte Einladung zur Versammlung in der RGO-Arena, in der darauf hingewiesen wird, dass es für die Nordtiroler in der Halle aufgrund ihrer Herkunft aus „vielfach roten“ Ampelgegenden einen eigenen Sektor gibt.

Und was für den TVBO mittlerweile abgeschafft wurde, gilt immer noch bei der Wohnbaugenossenschaft: Wer nicht kommen kann oder will, kann eine Vollmacht übergeben. In Osttirol ein Spiel, das man kennt und das Martin Mimm nicht lustig findet: „Im Zuge vieler falscher Darstellungen mit einer Blankovollmacht auch noch Stimmen zu fangen, ist alles andere als ehrlich und fair, passt aber zur Gesamtsituation, die wir verändern möchten.“

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe und Kommunikationswissenschafter arbeitete Jahrzehnte als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er mit seiner Familie im Jahr 2000 nach Lienz zurückkehrte und dort 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief.

10 Postings

Bert Senig

Hat Dolomitenstadt von Altenweisl kein Interview bekommen oder passt das für die Redaktion nicht? Ziemlich einseitig und journalistisch nicht besonders ausgewogen recherchiert. Ist man von DSt Ansicht nicht gewohnt.

 
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    Gerhard Pirkner

    Kommt schon noch, keine Sorge.

     
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    bergfex

    @Bert Senig: Gerhard Pirkner ist nicht einer der sich von Zurufen leiten lässt, er wartet Ergebnisse ab... schreibt keine "Vermutungen" und recherchiert zuerst.

     
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osttirol20

Da lässt sich's aber einer auf Kosten der Mitglieder besonders gut gehen und lässt für den eigenen Machterhalt seine Untertanen von Tür zu Tür, um möglichst viele unterschriebene Vollmachten der Mieter für die Vollversammlung zu erhalten und damit einen Osttiroler Machtblock aufzubauen, ziehen!!!

 
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    senf

    osttirol20@ ... das war schon bei der entsorgung von bm und ehrenbürger LA andrä idl so, man erinnere sich an den mair-wein 1981 mit dem bm-amtswechsel 1984 an altenweisl. warum pfurners-gr 1919 die beiden herren zu ehrenbürgern ernannt hat, ist mir heute noch schleierhaft! vielleicht die belohnung, dass man aus der damals letzten roten gemeinde des bezirks eine schwarze gemacht hat?

    das war und ist politik der üblen art und wohl ohne bürgernähe.

    welches dramaturgenbild würde wohl albin egger über diese zeit malen ...

     
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W.Steiner

Warum wundert mich das nicht? Kommt mir alles so bekannt vor...

 
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Elisabetha

Frischer Wind in der gemeinn. Baugen. Siedlerbund würde sicher nicht schaden.

 
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    bergfex

    Einer stimmt nicht zu! 🤔

    Wer das wohl ist ???😫

     
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    Antibergfex

    Oder bei dir zu Hause. Kehrts vor der eigenen Tür, bevor ihr Steine schmeißt.

     
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      karlheinz

      Höchste Zeit, dass jemand mit 76 Jahren den Sessel räumen soll! Somit unterstütze ich auch die Meinung von Elisabetha. Die bisherige Leistung von AW stelle ich nicht in Frage.

       
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