Kraftwerk am Lesachbach in Kals muss saniert werden

Hochwasser beschädigte Anlagen zur Wasserfassung. WWF übt scharfe Kritik.

Ende August setzte heuer ein Hochwasser dem noch in Bau befindlichen Kleinkraftwerk am Lesachbach zu. Der WWF spricht auf Basis seiner Informationen von einem „teuren Sanierungsfall. Mehrere Anlagenteile sind derart stark beschädigt, dass die Betreiber vor kurzem ein aufwändiges Reparaturprojekt einreichen mussten.“

Anton Unterweger ist Obmann der Agrargemeinschaft Lesacher Alpe und mittlerweile für das Kraftwerk verantwortlich, weil sein Vorgänger Anton Huter aus gesundheitlichen Gründen passen musste. Angesprochen auf die vom Hochwasser verursachten Schäden, zeichnet Unterweger ein weniger schlimmes Bild als die Naturschutzorganisation: „Die Lage ist eine andere. Wir haben Schäden im Bereich der Wasserfassung und an dem dafür errichteten Gebäude. Das Kraftwerksgebäude selbst wurde überhaupt nicht beschädigt.“ Durch das Hochwasser wurde das Bachbett an manchen Stellen um bis zu drei Meter tiefer. Durch Geschiebe wurden Teile der Rohrleitungsverbauung unterspült und weggerissen. Unterweger schätzt den Schaden auf etwa 30.000 bis 50.000 Euro. Einen teuren Sanierungsfall sieht er daher nicht.

„Im Umweltverfahren gab es viele Warnungen, dennoch hat die Landespolitik das Projekt durchgeboxt. Das rächt sich jetzt mit einem teuren Nachspiel und neuer Naturzerstörung“, kritisiert WWF-Gewässerschutz-Expertin Marianne Götsch. Politisch verantwortlich sei Landesrat Josef Geisler, der das Kraftwerk genehmigt habe. Götsch fordert das Ende von politischen Weisungen „auf Kosten von Mensch und Natur. Dieses Kraftwerk in einem ökologisch höchst sensiblen Gebirgsbach hätte niemals genehmigt werden dürfen.“

Auch Markus Sint von der Liste Fritz übt scharfe Kritik an Geisler und dem Projekt am Lesachbach: „Als das Kraftwerk am Lesachbach in der Gemeinde Kals im Juli 2018 die naturschutzrechtliche Genehmigung erhalten hat, war das Kraftwerksprojekt zwar fachlich komplett durchgefallen, aber politisch von der schwarz-grünen Platter-Regierung gewollt. So sehr gewollt, dass ÖVP-Landesrat Geisler eine politische Weisung erteilt hat, wonach das Kraftwerk trotz aller negativen Stellungnahmen zu genehmigen war.“ Die Liste Fritz machte das Kraftwerksprojekt bereits 2018 mit Anfragen an Umweltlandesrätin Ingrid Felipe und Landesrat Geisler zum Thema im Tiroler Landtag.

Der Osttiroler ÖVP-Landtagsabgeordnete Hermann Kuenz verteidigt hingegen den Kraftwerksbau: „Anders als in den Raum gestellt, wurde die Gefahr durch Naturereignisse für das Wasserkraftwerk Lesachbach im Zuge der Projektierung und Einreichung geologisch genau geprüft. Aus wildbach- und lawinentechnischer Sicht bestanden gegen das Vorhaben keine Bedenken. Zu hundert Prozent ausgeschlossen werden können Hochwassersituationen im Hochgebirge aber nie.“

Das Hochwasser im August setzte in erster Linie der Anlage für die Wasserfassung zu. Foto: WWF/Götsch

Dass sich der WWF in dieser Causa zu Wort meldet, wundert Unterweger: „Soweit ich weiß, hatte der WWF nur beim wasserrechtlichen Verfahren Parteienstellung. Den Naturschutz haben sie verschlafen.“ Um die jüngsten Schäden zu sanieren wurde bereits ein entsprechendes Projekt von der Osttiroler Firma REVITAL ausgearbeitet und anfangs bei der ökologischen Bauaufsicht und später beim Naturschutz des Landes eingereicht. „Wir warten eigentlich nur noch auf grünes Licht und würden gerne noch heuer mit der Sanierung starten“, so Unterweger.

Das Kraftwerk am Lesachbach versorgt umliegende Almen mit Energie, überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Laut naturschutzrechtlichem Bescheid muss der Bau des Kraftwerks bis 2023 abgeschlossen sein. Trotz der jüngsten Schäden sei dieser Termin laut Unterweger nicht in Gefahr. In nächster Zeit stehen noch letzte Rückbaumaßnahmen, die Fertigstellung des Fassungsgebäudes, Aufforstungen und Hangsicherungen an. Unterweger ist zuversichtlich: „Das bringen wir hin.“

Der WWF fordert indes eine „rasche unabhängige Prüfung, inwiefern die Schäden durch Fehlplanungen entstanden sind. Das Hochwasser-Ereignis zeigt einmal mehr, dass Kraftwerke in ursprünglichen Wildbächen nichts verloren haben.“ Laut Sint dürfe jetzt „kein Euro Steuergeld für die Sanierung und Sicherung dieses gescheiterten Kraftwerksprojektes verwendet werden. Diese teure Suppe muss die Agrargemeinschaft selber auslöffeln, der Steuerzahler darf jetzt nicht zum Handkuss kommen.“

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18 Postings bisher
Anna Maria Kerber

Tatsache ist, dass das Kraftwerk am Lesachbach naturschutzrechtlich nicht gebaut hätte werden dürfen - und sogar aus energiewirtschaftlicher Sicht nur als "bedingt attraktiv" eingestuft wurde. Diese Einschätzung kommt nicht nur von den NGO´s, wie dem WWF oder dem Landesumweltanwalt, sondern vom Land selbst.

Trotzdem hat sich Landesrat Geisler über diese Bedenken hinweg gesetzt und argumentiert in seiner Weisung mit dem öffentlichen Interesse, das er allerdings für wenige private Nutznießer auslegt.

In Zeiten der Klimaerwärmung, in der unsere Wasserreserven immer kostbarer werden ist seine Botschaft fatal: Wasserkraft um jeden Preis und Vernachlässigung von Naturschutz und Biodiversität. Und für H. Kuenz ist in Zeiten der zunehmenden Wetterextreme ein Murenabgang in ein Kraftwerk scheints nichts Ungewöhnliches.

Wie wird das erst recht bei einem möglichen Tauernbach-Kraftwerk ausschauen? Da sind die vielen kleinen Muren vor einigen Jahren und die große Petersbachmure demnach wohl auch kein Problem für den Bau eines Kraftwerkes. Ein bedrohliches Szenarium!

    senf

    liebe frau kerber,

    sie schreiben, dass das kleinwasserkraftwerk naturschutzrechtlich nicht gebaut hätte werde dürfen. falsch, die nsr-stellungnahme lehnte das vorhaben nicht ab, es gab auflagen, die aus naturschutzfachlicher sicht zu erfüllen waren. zudem war das projekt - wie andere auch - aufgrund des planungsfortschritt im koalationsabkommen vereinbart, es wurde auch vom nationalpark (!) befürwortet, um in diesem tal auch den touristischen stützpunkt für die schobergruppe wieder zu ermöglichen und aufzubauen.

    "bedingt attraktiv"? ursprünglich sollte das kleinstwasserkraftwerk als inselbetrieb den alpinstützpunkt und die umliegenden almen und privathütten versorgen, die auslegung auf den ganzjahresbetrieb kam daher aus wirtschaftlichen überlegungen. der grössere stromanteil fließt nun ins öffentliche netz - genaugenommen auch in ihre steckdosen. ist halt so, darüber kann man diskutieren.

    die angesprochenen "wasserreserven": ein teil des lesachbaches fließt für wenige hundert meter durch ein rohr, treibt das turbinenrad an und mündet 3 meter weiter wieder in den bach und vereint sich mit dem dotationswasser lt. wasserrechtsbescheid und dem restwasser. ihre argumentation hinsichtlich klimawandel und der immer kostbarer werdenden wasserreserven trifft hier nicht zu, sie versuchen zu dramatisieren.

    der schaden an der wasserfassung mit entsander entstand durch das heuer aussergewöhnliche hochwasserereignis im lesachtal. die entstandene bachbettvertiefung muß nun mit einer steinschlichtung samt betonkern aufgefüllt und gefestigt werden. für diesen eingriff wurde von den betreibern um genehmigung beim eigentümer "öffentlichen wassergut" angesucht und die realisierung im spätherbst nach den plänen von revital vorgesehen. derartige arbeiten werden wie überall bei niedrigwasser vorgenommen und das ist halt einmal der n o v e m b e r und dezember!

    die meinung des herrn kuenz - wie von ihnen vorgeworfen - wäre in diesem fall verzichtbar, ja sogar nervig und inkompetent, denn es hat ja keine mure in diesem bereich gegeben. im bericht der red. ist davon nicht die rede! aber: hat kuenz derzeit denn keine anderen sorgen als vertreter a l l e r menschen des bezirks?

    wozu es eine vom WWF geforderte „rasche unabhängige Prüfung wegen fehlplanung" braucht ist mit ebenfalls schleierhaft, ebenso die behauptung "dass Kraftwerke in ursprünglichen Wildbächen nichts verloren haben.“ nona, wo werden wasserkraftwerke denn sonst gebaut? was will man damit erreichen?

    für die, die meinen, ich sei tiwag-hörig oder parteiengeschädigt, der täuscht sich. zu dieser meinung kommt man halt, wenn man sich vor ort ein bild macht und den leuten zuhört. frau kerber, geben sie sich das vergnügen, die herbsttage bleiben schön!

      steuerzahler

      Meine volle Zustimmung. Der WWF disqualifiziert sich zunehmend.

      Eine persönliche Randbemerkung an Senf: die Postings sind mit Groß/Kleinschreibung deutlich besser lesbar. Mag sein, daß es eine persönliche Note ist, aber es ist irgendwie abschreckend eine Kleinschreibwurst zu Ende zu lesen.

      Anna Maria Kerber

      Sie erweisen sich wirklich als treuer Anhänger meiner Kommentare, aber unsere Diksussion hätte halt mehr Gewicht, wenn auch Sie sich zu ihrem Klarnamen bekennen würden???

      Tatsächlich sind im Koalitonsübereinkommen alle Iselzubringer als Projekte angeführt, allerdings gibt es dazu einen Absatz, den sie leider nicht erwähnt haben. Da heißt es:" Bezüglich dieser Verfahren gilt es unter Beachtung der nationalen und internationalen Rechtsvorschriften die ökologischen Anforderungen im Rahmen von transparenten und offenen Verfahren OHNE POLITISCHEN Einfluss zu würdigen. Das Gegenteil ist passiert und der strengst geschützte Lesachbachabschnitt wurde von LR Geisler per Weisung für ein Kraftwerk frei gegeben, alternative Energieformen nicht wirklich geprüft.

      Mir persönlich hat die Petersbachmure sehr zu denken gegeben und ich finde, dass man die zunehmenden Wetterextreme für Kraftwerksbauten sehr ernst nehmen sollte.

      senf

      Frau Kerber, es ist schon staunenswert, woher sie diese Informationen beziehen, oder wem sie da Glauben schenken. Sie behaupten: "Das Gegenteil ist passiert und der strengst geschützte Lesachbachabschnitt wurde von LR Geisler per Weisung für ein Kraftwerk frei gegeben".

      Unter welchem "strengsten" Schutz, außer dem Tiroler Naturschutzgesetz, stand oder steht der Lesachbach denn wirklich? Wurde das Kleinkraftwerk tatsächlich per Weisung und ohne Verfahren errichtet?

      Glauben sie wirklich den Blödsinn, dass Herr Geissler über dem Gesetz steht und Narrenfreiheit geniesst?

      Ja, Frau Kerber, auch ich erfreue mich nicht, wenn jeder Bachabschnitt energietechnisch ausgebeutet wird. Deshalb sollte unsere Generation die Gewässer nach Rahmanpläne ohne gewinnabsichten behutsam zur notwendigen Versorgung mit anderen Energiequellen nutzen und es unseren Nachfahren überlassen, wie sie ihren Lebensraum gestalten.

      Darüber sollte sich auch der WWF im klaren sein, denn die derzeitige, aus meiner Sicht mediale "Experteneuchelei" in der Öffentlichkeit ist dieser, an sich tollen und wichtigen Organisation nicht würdig. Darüber sollten sie sich Gedanken machen.

      miraculix

      Es ist ja wirklich nichts Neues, dass @senf die Wasserkraft und deren weiteren Ausbau mit Zähnen und Klauen verteidigt, wenn auch mit den immer gleichen Argumenten...

      Da finde ich es bemerkenswert, dass von @senf auf der anderen Seite so vehement gegen die "Tiroler Wasserkraft" gewettert wird, weil ein paar Euro / Jahr zu viel verrechnet wurden. Das müsste eingefleischten Verfechtern der Wasserkraft die Sache doch wert sein ...

      steuerzahler

      @ miraculix: welche Art der Stromerzeugung halten Sie denn für sinnvoll? Selbst wenn wir die Photovoltaik ausbauen, wird es ohne Wasserkraft nicht gehen. Die ist als Ergänzung unbedingt erforderlich. Leider ist die Tiwag auf diese Schiene fixiert und vermeidet vehement alle anderen Erzeugungsformen. Leider wird über den Umweg Stromkäufe zu Niedrigpreisen auch Atomkraft zu Wasserkraft umetikettiert. Und noch etwas, eine falsche Preiserhöhung akzeptiere ich ebenfalls von niemanden. @ Senf: Danke für die Umstellung auf Groß/Kleinschreibung. Ist wesentlich besser lesbar.

      senf

      miraculix@, du solltest die beiträge sinnerfassend lesen und nicht beliebig zusammenmischen, bevor du antwortest.

      miraculix

      @ steuerzahler Ich habe gegen die Kombination von Photovoltaik und Wasserkraft keinerlei Einwände, im Gegenteil: Ich halte es für eine sehr gute Kombination!

      Aber möglicherweise übersehen Sie etwas: Die Wasserkraftanlagen (inclusive Großspeicher) bestehen bereits! Was in Ö und besonders in Tirol bisher fehlt, ist die solare Stromerzeugung am Tag, die dann mithilfe der bestehenden Wasserkraft- Speicheranalgen rund um die Uhr und auch in Tage mit weniger Sonne verteilt werden könnte.

      Und bitte übersehen Sie auch nicht, dass das verfügbare Wasserkraftpotenzial in Tirol schon deutlich über 70% ausgebaut ist, während vom PV-Potenzial noch KEINE HANDVOLL Prozente genutzt werden - und das nur bezogen auf bestehende Dachflächen.

      @ senf Sorry, hab gestern den "Zwinkersmiley" vergessen ...

Majo

Befürworter für solche vermeintlich von Land und Gemeinde durchgeboxte Projekte, sollten zu einem, der Kosten entsprechendem Prozentsatz, mit ihrem Privateigentum dafür haften, dann hört solcher Irrsinn sicher bald auf . Das gilt auch für die pompösen, zum Teil nicht einmal ausgelasteten, zum Großteil leerstehenden "Dorfpaläste", für die dann der Steuerzahler herhalten muss. Wie heißt es so schön: "Mit fremden Geldtaschen ist leicht einkaufen" ... und dann noch dazu die unnötigen Kommentare der heimischen, alleswissenden Politiker ....

Biker

Ein interessanter Artikel zu dem Thema: https://tirol.orf.at/stories/3075154/

Die Betreiber können froh sein wenn sie die Zinsen für die Kredite zahlen können. Am Ende wird dann wieder der Steuerzahler aushelfen müssen!

Georgmeier

Der WWF ist heuchlerisch am Weg. Auf der einen Seite Wasserkraftwerk

ganga0815

interessant wieviel blödsinn der wwf und die fritzler schreiben!

atomsix

Wenn man sich bei solchen Anlagen ein bisschen auskennt, wird sofort klar, dass es dem WWF und der Liste Fritz hier zu einem großen Teil nur um lautstarke Publicity geht.

Solch kleinere Naturereignisse, wie das hier beschriebene, gehören zum täglichen Brot von Kraftwerksbetreibern im alpinen Raum. Wenn man die höhere Summe von € 50.000,-- als Sanierungskosten hernimmt, ist dies ein Betrag, der den Betreiber einer solchen Anlage, mit Baukosten weit jenseits der Millionengrenze, nicht in Verlegenheit bringen wird, ja vielleicht sogar durch eine Versicherung gedeckt ist.

Ein allenfalls erforderliches Nachschießen von öffentlichen Geldern als Förderung ist wohl eine reine Erfindung der Protagonisten dieses künstlichen Theaters. KIar ist, dass Verbesserungen bzw. damit zusammenhängende Änderungen an der Anlage genehmigt werden müssen und daher ein entsprechendes Projekt einzureichen ist. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen.

Also, lieber WWF und Vertreter der Liste Fritz, bitte lasst hier doch die Kirche im Dorf!

r-line

"neue Naturzerstörung" 🤦🏻‍♂️🤦🏻‍♂️ die wwfler mögen sich doch an die isel setzten und kumbaya singen.

sollen doch froh sein dass die Almen noch bewirtschaftet werden, denn dort findet man mehr biodiversität als in dem Bachln

    Talpa

    Selten dämliches Posting. Für mich sind 50000€ viel Geld. Das kommt davon, wenn ahnungslose Politiker Weisungen erteilen. Zahlen darfs wieder die Allgemeinheit. Danke dem WWF und Konsorten, ohne Euch würden Leute wie der Huter (und deren gibts genug) tun, was sie wollen. Den Kuenz sein Bla ist wie immer entbehrlich.

    bb

    Leider sind viele noch bewirtschafteten Almen überbesetzt (Rinder betreffend). Die Artenvielfalt in derartigen zugesch..... und zertrampelten Weiden hält sich in Grenzen. Das sieht man vor allem in feuchteren Bereichen. Auf vielen Almen sind Bestände von Orchideen und z. B. Türkenbundlilien und viele anderen Blütenpflanzen und damit auch die davon abhängigen Insekten zurückgegangen oder verschwunden. Die Düngung mit Gülle auf vormals artenreichen Magerwiesen, das vielerorts beobachtete Einebnen des Geländes mit Verlust der trockeneren Kuppen und feucheren Senken und die Trockenlegung kleiner Feuchtgebiete tun ihr übriges... dass die Bachln dort vielleicht schon mehr Artenvielfalt bieten.

      senf

      das was heute auf den almen passiert, ist weit weg von der traditionellen, naturgerechten bewirtschaftung. die böden sind vielfach durch gemeinbewirtschaftung und konzentration mit gülleausbringung in gunstlagen versaut und weil das so gewünscht wird, bekommen die bauern prämien. mit naturschutz hat das nichts mehr zu tun, aber lustigerweise konzentriert sich der wwf mit seinen experten auf die kleineren übel und sorgt sich lautstark um die wirtschaftlichkeit und technische gebrechen von kleinwasserkraftwerksanlagen. ist die welt nicht verrückt?