Ainet: Ständige Beregnung hält Schadholz frisch

Tirols erstes Holz-Nasslager ist in Vollbetrieb. Kapazitäten für 65.000 Kubikmeter.

1,3 Millionen Kubikmeter Schadholz, das Sechsfache der jährlichen Holzerntemenge Osttirols, haben das Sturmtief „VAIA“ 2018 und Schneedruck im vergangenen Jahr verursacht. 80 Prozent der Schadholzmenge sind laut Landesforstdirektor Josef Fuchs bereits aufgearbeitet. In der Osttiroler Gemeinde Ainet wurde deshalb im Sommer dieses Jahres auf 2,2 Hektar Tirols erstes Nasslager für Schadholz errichtet. Jetzt geht es in Vollbetrieb.

„Mit dem Nasslager haben wir Lagerkapazitäten für nicht am Markt unterzubringendes Holz geschaffen. Durch die dauernde Beregnung wollen wir den Wert des Holzes erhalten und den wirtschaftlichen Schaden für die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer abfedern. Für die Errichtung und den Betrieb des Nasslagers stellt das Land Tirol eine Million Euro zur Verfügung“, erklärt Forstreferent Josef Geisler.

Bis zu 65.000 Kubikmeter Holz können im Nasslager Ainet in der Qualität und im Wert erhalten werden. Fotos: Land Tirol

Der Grund für das Nasslager wurde von der Gemeinde Ainet zur Verfügung gestellt. Nicht nur Mitglieder, sondern jeder, der mit der Waldgenossenschaft zusammenarbeiten will, kann die Vorteile des Nasslagers in Anspruch nehmen. Bereits mehr als 20.000 Kubikmeter Holz lagern derzeit in Ainet. In Summe können 65.000 Kubikmeter beregnet werden – das entspricht der Holzmenge, die für 300 Einfamilienhäuser in Holzbauweise benötigt wird.

Durch die dauernde Beregnung wird die Vermehrung des Borkenkäfers verhindert und die Qualität erhalten, bis das Holz am Markt verkauft werden kann. „Unser Ziel ist es, den Holzfluss aus dem Wald aufrechtzuerhalten und die Wertschöpfung in der Region zu halten“, erklärt Christian Brugger, Obmann der Waldgenossenschaft Iseltal. Derzeit wird laufend Holz angeliefert. Im Frühjahr des kommenden Jahres – so hofft man – wird dann wieder Holz aus dem Nasslager in Richtung Sägeindustrie wandern.

Das Nasslager, das während des ersten Lockdowns im Frühjahr in kürzester Zeit konzipiert wurde, geht nun in Vollbetrieb.

Innovative Technik aus Osttirol

„Beregnet wird nach einem ausgeklügelten System, das Temperatur und Sonneneinstrahlung ebenso berücksichtigt wie Windgeschwindigkeit und Windrichtung“, schildert der Geschäftsführer der Iseltaler Waldgenossenschaft, Mario Sinn. Jeder der 25 Beregnerköpfe kann einzeln angesteuert werden. All das gewährleiste einen sparsamen und effizienten Einsatz von Energie und Wasser. Die Technik dafür kommt aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Für die Wasserversorgung wurden zudem zwei Tiefbrunnen mit einer Leistung von 35 Sekundenlitern gebohrt.

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13 Postings bisher
Duplo

Ohne Wirtschaft keine Arbeit. Jeder will kurze Wege zum Arbeitsplatz aber niemand will Gewerbebetriebe in der Nähe seines Wohnortes. Und sobald eine Firma einen Ausbau beabsichtigt wird die Lärmkeule geschwungen. Und nur am Rande wurde vielleicht vergessen warum diese Anlage errichtet wurde. Um die extremen Schadholzmengen raschestmöglich aus den Schutzwäldern zu bringen!

gewa

Welche Aufregung über die Aineter Methode, man könnte aber auch nach Thal/Assling schauen, wo seit fünf Wochen ein Hubschrauber im Einsatz steht, um Schadholz vom Mortbichl auszufliegen. Unterstützt wird er von (glaub ich) gleich drei Mannschaften, die auch die B100 beschützen müssen. Die ÖBB zeigen wie "koste es, was es wolle" geht.

    wolf_c

    der hubschrauber fliegt in der nacht ja eh nicht; und die leute von öbb sind eben kosten- und nicht preisbewußt

    pierina

    ....und wieder so ein "glaub ich" Beitrag. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Hier geht es um die Holzbringung, dort um die Lagerung. Und wie die Gesamtkostenrechnung der ÖBB am Ende aussieht weiß man ja nicht.

fdge

Das Schadholz kann gerettet werden... Toll. Aber um welchen Preis? Drei schwere Radlader die jeden Tag von 06:00 morgens bis 16:00 durchfahren. Eine Geräuschekulisse die extrem niederfrequent ist wo nicht einmal Ohropax helfen und man das Brummen in der Magengrube spürt. Untermahlt von LKWs im 5 Minuten takt. Eine Trocknungsanlage wo aus dem Schornstein blauer Rauch entweicht sodass unsere Ainet in der Nebelsuppe versinkt. Und zu guter letzt die zweite Trocknungsanlage die machmal auch bei Nacht läuft weil die Lärmbelästigung am Tag ja noch nicht genug war. Der nächste Sturm und Schneefall kommt bestimmt, die Taktfrequenz des Sägewerks bleibt erhalten und für uns Anwohner keine Erholung in Sicht. Danke!

    kritisch

    Da scheint jemand wirklich zu wissen, wovon er/sie spricht. Die Belastungen sind mittlerweile von ALLEN Ainetern deutlich zu spüren. Wenn sich hier nicht bald etwas ändert, werden künftige Wohnprojekte vermutlich wohl umsonst gebaut. Und die Infrastrutktur wird sich dadurch auch nicht unbedingt verbessern - bis eben auf Großbetriebe, die offensichtlich machen können, was sie wollen. SEHR SCHADE !!! Bin gespannt, was mit dem Nasslager passieren wird, wenn am Holzmarkt wieder einigermaßen "Normalität" einkehrt - oder wird dann noch mehr Holz aus dem "Osten" geholt !? Vermutlich wird sich die Waldgenossenschaft das Areal dann samt Bewässerungsanlage um den berühmten EUR 1.- "einverleiben" - hat ja eh der Steuerzahler schon bezahlt :)

gigant

Tolles Projekt! Vielen Dank auch..... Besonders für die Rücksichtnahme auf die angrenzenden Bewohner. Deutliche Zunahme der Frequenz von zu-und abfahrenden LKW( Lärm Staub) und den ganzen Tag der dröhnende Lärm vom Lifter. Die Lebens-und Wohnqualität dadurch nun leider sehr reduziert. Aber Wertschöpfung und Arbeitsplätze für die Region haben natürlich Priorität.

    Interessierter

    Mich würde interessieren wer zuerst hier war ....Die Firma oder die Bewohner ? Meist ist so, dass die Betriebe vorher angesiedelt wurden, dann einige Betriebe mit angebauten Eigenheim dazu kamen (also Gewerbe-Mischgebiet) und wenn dann ein Betrieb sicher vergrössert oder neue technische Einrichtungen dazukommen die zb. Lärm verursachen dann verschlechtert sich natürlich nie Wohnqualität der Bewohner. Das kennt man auch von Häuselbauern die billig einen Baugrund neben einer Hauptstraße erwerben, der Verkehr dann zunimmt und dann auf Kosten der Steuerzahler eine Lärmschutzwand errichtet werden soll um den einst günstigen Baugrund aufzuwerten. Trotzdem...ich verstehe natürlich auch den "gigant" und seine Einwände zu dem oben genannten Projekt !!

      kritisch

      Lieber Interessierter Das sind wieder mal typische "Wirtshausweisheiten". Man sollte schon wissen wovon man spricht, ansonsten sollte man sich mit derartigen Postings lieber zurückhalten. Menschen die sich vielleicht kein Grundstück in der Sonnengegend des Lienzer Talbodens leisten können so anzuprangern ist schon etwas dekadent. Also bitte vorher überlegen in welcher Situation sich diese MENSCHEN, und ich schreibe Menschen bewusst groß, vielleicht befinden.

      fdge

      Grundstücksgrenzen wurden verschoben, ein ganzer Wald wurde dafür abgeholzt und die Frequenz wurde erhöht das kann die Akustik schon sehr stark verändern.

    pierina

    Na ja, eine Ruhelage ist das an der Bundesstraße ohnehin nicht und in der Nachbarschaft einer Gewerbezone muß man mit so was schon rechnen. Aber als außenstehender beurteilt man die Lage naturgemäß anders, als ein lärmgeplagter Anrainer.

    kritisch

    ... dem kann ich nur beipflichten ...

      kritisch

      Mit dem beipflichten habe ich das Posting von "gigant" gemeint. Das wurde von mir leider falsch platziert :(