Foto: FF Matrei

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Osttirols Feuerwehren ziehen Schneebilanz

„Wenn die Lage auch brisant war, so ist doch der Humor nie ganz verloren gegangen.“

367 Einsätze absolvierten die Osttiroler Feuerwehren im Zeitraum von Samstag, 5. bis Freitag 11. Dezember. Mehr als tausend Männer und Frauen waren rund 14.000 Stunden im Einsatz, dirigiert von einer 13-köpfigen Bezirkseinsatzleitung. Die Wetterkapriolen der vergangenen Tage hatten für die Feuerwehren oft von Tal zu Tal sehr unterschiedliche Konsequenzen.

Im Oberland, dem Iseltal sowie Teilen des Abschnittes Lienz West kam es vorwiegend zu massiven Schneefällen, im Lienzer Becken war speziell am 5. Dezember vor allem der Starkregen kritisch. Im Gemeindegebiet von Prägraten ging eine Lawine ab und die Feuerwehr musste mehrere Häuser evakuieren. In den Gemeinden Hopfgarten/Defereggen, Nußdorf-Debant, Nikolsdorf und Lienz führten Schlammlawinen und Hangrutschungen zu größeren Einsätzen, ebenfalls verbunden mit Evakuierungen. In Nußdorf-Debant wurden zur Sicherung von Wohnanlagen vor Überflutung drei Großraumpumpen in Stellung gebracht.

Slideshow: Osttiroler Feuerwehren

Hans Obererlacher führt die FF Obertilliach und weist auf spezielle Umstände in seinem Einzugsgebiet hin: „Die Schneemengen stellten uns vor keine großen Herausforderungen, das sind wir gewöhnt. Ein riesiges Problem stellten die veralteten Strommasten dar, deshalb mussten unsere Einsatzkräfte tagelang die Notstromversorgung aufrechterhalten. COVID-19-bedingt waren im heurigen Jahr nur sehr wenige Gäste im Ort. Normalerweise befinden sich zu dieser Jahreszeit auch sehr viele BiathletInnen in Obertilliach. Diese Situation hätte uns dann sicherlich vor größere Herausforderungen gestellt.“

Nach nur kurzer Wetterberuhigung am Montag, warfen die neuerlich einsetzenden starken Schneefälle das nächste Problem auf: Schneelast. In Assling stürzte ein Hallendach ein, glücklicherweise entstand nur Sachschaden. Die teilweise noch immer hohen Schneelasten auf vielen Dächern machen deren Abschöpfung zu einem lebensgefährlichen Risiko, weshalb die Feuerwehr teilweise in Abstimmung mit Gemeinden und Statikern Absperrungen durchführte.

Die Feuerwehr im Einsatz bei den Covid-Massentestungen in Matrei. Foto: Expa/JFK

Ein Gegner feierte bei den Katastropheneinsätzen dieses Dezembers Premiere: COVID-19. Die Einhaltung notwendiger Schutzmaßnahmen war für alle Einsatzkräfte eine Herausforderung. Dazu kam aber noch ein spezieller Einsatz: Die Massentestungen mitten im Starkschnee, bei denen ebenfalls die Feuerwehren und andere Blaulichtorganisationen massiv eingebunden waren.

Fabian Mair, Kommandant der FF Prägraten am Großvenediger fasst seine Eindrücke rückblickend so zusammen: „Mich haben in den vergangenen Tagen besonders der Zusammenhalt und die wirklich herausragende Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen tief beeindruckt. Gerade in Zeiten großer Herausforderungen hat sich wieder einmal gezeigt, dass auch die Hilfsbereitschaft unserer Bevölkerung einfach gewaltig ist. Auch hierfür gilt mein persönlicher Dank. Und wenn die Lage zwischenzeitlich auch brisant war, so ist doch der Humor nie ganz verloren gegangen.“

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