Schweine bringen Kinder in Uganda auf die Schulbank

Heuer verhilft „Bruder und Schwester in Not“ afrikanischen Waisenkindern zu Bildung.

Uganda ist das Land mit der jüngsten Bevölkerung weltweit. Fast die Hälfte der Menschen ist unter 16 Jahre alt. Rund 2,4 Millionen davon sind Waisenkinder, die bei nahen Verwandten beziehungsweise Zieheltern aufwachsen müssen. Nur wenige können es sich leisten, die eigenen Kinder zur Schule zu schicken. Denn obwohl der Grundschulbesuch in Uganda kostenlos ist, müssen auch Familien in Armut die Kosten für den Schulweg und die Schuluniformen, die Unterrichtsmaterialien sowie das tägliche Mittagessen selbst tragen.

„In der Regel bleiben die Waisenkinder daher der Schule fern, arbeiten im Haushalt sowie auf den Feldern und erhalten nie eine elementare Schulbildung“, erklärt Magdalena Wiesmüller, Geschäftsführerin der Hilfsaktion „Bruder und Schwester in Not“, die von der Diözese Innsbruck abgewickelt wird.

Gemeinsam mit einer Partnerorganisation in der Diözese Kiyinda-Mityana soll Kindern eine Zukunftsperspektive geboten werden, „trotz widrigster Umstände und durch krisenhafte Zeiten hindurch,“ so Wiesmüller.

„Schwein gehabt“ – dieser Spruch aus dem Volksmund hat den selben Ursprung wie die karitative Aktion in Uganda. Wer ein Schwein sein eigen nennt, kann sich glücklich schätzen. Foto: Bruder und Schwester in Not

Dabei werden Schweine zur effizienten und kostengünstigen Starthilfe. Die Familien der Waisenkinder erhalten ein wenige Monate altes Ferkel zur eigenen Aufzucht. Bereits nach einem halben Jahr ist mit Nachwuchs zu rechnen. Der Verkauf der laufend geborenen Jungtiere bietet den Familien ein geregeltes Einkommen und legt den Grundstein für den regelmäßigen Schulbesuch der Waisenkinder. Eine Spende von 35 Euro ermöglicht einer Familie mit Waisenkind ein Ferkel zur eigenen Aufzucht. Mit 260 Euro sind bereits die Gesamtkosten für den Schulbesuch eines Waisenkindes für vier Jahre gesichert.

Sandra Schett ist Projektreferentin von Bruder und Schwester in Not: „In Uganda haben 2,4 Millionen Waisenkinder praktisch keine Chance auf Bildung und auf Zukunft. Und das wollen wir ändern. Wir wollen, dass diese Kinder in die Schule gehen können, damit sie eine Chance haben und damit sie ihre Zukunft selber in die Hand nehmen können.“


Seit 1961 fördert Bruder und Schwester in Not Projekte der Entwicklungszusammenarbeit. Die Stiftung der Diözese Innsbruck führt selbst keine Projekte durch, sondern arbeitet partnerschaftlich mit regierungsunabhängigen Organisationen, diözesanen Einrichtungen, kirchlichen Basisgruppen und Bildungseinrichtungen zusammen. Die Adventsammlung in den Pfarren wird am dritten Adventsonntag üblicherweise mit den bekannten Sammelsackerln abgewickelt. Auch die Kollekte dieses Sonntags fließt in die jeweilige Aktion, was seit 1961 insgesamt 48 Millionen Euro an Spenden einbrachte.

Heuer wird – den Umständen entsprechend – natürlich auch zu Online-Spenden aufgerufen. Dafür gibt es eine Projektseite mit Spendenmöglichkeit.

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