Wer profitiert vom exzessiven Ausbau der Wasserkraft?

Renate Hölzl plädiert in einem Leserbrief für den umfassenden Schutz der Isel und ihrer Zubringer.

In Ihrer Zeitung wurde vor Kurzem kundgemacht, dass die Erweiterung des Kraftwerkes Schwarzach in Osttirol um 17 Millionen Euro nun durchgeführt wird, damit 5200 Haushalte mehr mit sauberem Strom versorgt werden können!

Interessante Argumentation, wenn man Einblick hinter die Kulissen hat und weiß, dass Tirol im Sommer durch die Wasserkraft mehr Strom produziert als benötigt und im Winter, aufgrund der geringen Wasserführung der Gletscherflüsse, auch durch den weiteren Ausbau der Wasserkraft nie genug Strom erzeugen wird können. Wer profitiert vom exzessiven Ausbau der Wasserkraft also wirklich?

Erwähnt wird bei dieser ach so sauberen Energie außerdem nie, dass der Verbauungsgrad durch Wasserkraft an Österreichs Flüssen so hoch ist, dass nur mehr 15 Prozent davon als ökologisch intakt eingestuft werden können. Die Lebewesen der Flüsse zählen mittlerweile zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Arten! Haben wir nicht die Verantwortung, unseren Kindern ein Mindestmaß an ökologisch intakten Flüssen zu hinterlassen?

Würden wir das Gletscherflusssystem der Isel und ihrer Zubringer nicht weiter verbauen, sondern stattdessen schützen und großzügig revitalisieren, hätten wir Osttiroler ein echtes Alleinstellungsmerkmal in Österreich, das einem unserer wichtigsten Wirtschaftsstandbeine, dem Tourismus, sehr einträglich wäre. Allein wenn wir Isel und Drau als längste durchgängige familienfreundliche Kajak- und Raftingstrecke in einem Natura 2000-Gebiet vermarkten würden, beispielsweise im Rahmen eines Interreg-Projektes, wäre ganz Osttirol und Oberkärnten jede Menge an Wertschöpfung gesichert! Wirtschaften geht auch im Einklang mit der Natur!

Mag. Renate Hölzl, Obfrau Verein Erholungslandschaft Osttirol

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32 Postings bisher
wolf_c

irgendwie komisch: es geht nicht darum gegen wasserkraft zu sein weil es ja gar nicht möglich ist angesichts der bestehenden werke und turbinen und leitungen und transformatoren: es geht um den exzessiven mißbrauch von natur und umwelt, und da sind österreichische firmen vorne dabei weltweit: und alle waschen sich die hände mit sauberem wasser, weil es so viel gutes davon bei uns gibt: wie sehr wasser entscheidend sein wird hat man geschichtlich im krieg tibet/china gesehen. jener war der anfang und wird im klimawandel um das wichtigste lebensmittel nicht der letzte sein. die excessive ausbeutung und zerstörung der (aller-)letzten einheimischen bächlein und wässer wegen ein paar € ist erbärmlich niederträchtig, billig und hilfloser gier geschuldet, die nicht weiß wann es genug ist!!

gemeiner Waldkauz

Die einzig wahre und vorallem verlässliche Energie liefert die Sonne. Sie geht jeden Tag auf und man kann sie sehen! Elon Musk zeigt das auch elegant anhand eines Beispiels. Ganz USA mit Energie zu versorgen benötige 100x100 Meilen Solar Panele mit Akkuspeicher auf 1x1 Meilen. Umgelegt rein auf die Fläche Österreichs wären das 15km2 Solarpanele mit Akkuspeicher auf 220m2. "That's it!" Im Gegenzug dann diese Diskussion zu lesen erscheint etwas zurückgeblieben, zumal die Chinesen schon unzählige Schritte in Sonnenkraft weiter sind. Wir spielen sozusagen noch mit dem Stecken im Sand.

    senf

    und damit sie die sonnenkollektoren nicht überhitzen, erzeugen sie wohl täglich künstliche smog über ihre millionenmetropolen. sie haben wohl noch nie was von der chinesischen gier nach energie (und rohstoffen) in aller welt gehört und wissen nicht, wozu sie längst vor corona die FFB2 getragen haben.

    über ihre sonstigen umweltprobleme und ausbeutungsmethode wollen wir hier doch wohl nicht diskutieren 😞

Burgi

Na dann verzeihen Sie lieber Senf, wenn ich Sie missverstanden haben sollte! Schön, dass auch Sie Alternativen zur Wasserkraft gut heißen!

    senf

    burgi, nein, nicht schon wieder!

    ich bin für ein ausgewogenes miteinander verschiedener naturverträglichen energieformen (s. u.). anders wirds wohl nicht gehen. wenn sie schon für alternativ sind, sagen sie uns welche alernativen es gibt, die die wasserkraft ersetzen. ich gehe dann gemeinsam mit ihne auf die straße um die stillegung sämtlicher wasserkraftwerke in osttirol lautstark zu fordern. auch die, die seit beginn der zweiten republick in userer region mit anderen entwicklungsaktivitäten mit zum heutigen wohlstand geführt haben. ich nenne ihnen gerne einige kleinwasserkraftwerke: kalserbach-, tauernbach-, hechenblaikner-, drau-, debantbach-, timmelbach-, thalerbach-, trojeralmbach-, kleinbach- und a. m. und verweise auf die unzähligen kleinstwasserkraftwerke, die heutzutage unsere almen und schutzhütten im inselbetrieb versorgen. über letztere machen mir keine sorgen, die kann man locker mit solarenergie, brennholz und dieselaggregate betreiben. ein bisschen satire sei mir erlaubt.

    im hinblick auf die gesteckten klimaziele kommen enorme anstrengungen auf uns zu, die uns a l l e herausfordern, eine ausgewogene naturverträgliche energieversorgung über die grenzen hinweg zu finden und umzusetzen. dass wir im land tirol mehr wasserkraftenergie produzieren, als wir benötigen, ist wohl eine sehr merkwürdige feststellung, leider ohne g a n z h e i t l i c h e betrachtungsweise der problematik! das werden auch die kapieren müssen, die satt sind nur an sich denken!

    übrigens: "alternativ" im adjektiv = zwischen zwei möglichkeiten die wahl lassend. wie kommen sie zu ihrer feststellung?

    zur erinnerung:

    die isel, ein markanter gletscherbach der alpen steht unter dem schutz von natura 2000. sie wird daher weiterhin ihr erscheinungsbild behalten, ökologisch funktionieren und weiterhin vielen menschen freude bringen* - auch mit oder ohne optimierung des schwarzachbachkraftwerks!

    seien auch sie positiv gestimmt!

    *der verein v.z.sch.d.ELS-osttirol gebührt hiefür u. v. a. verdienst!

senf

frau burgi, spätestens wenn einem worte in den mund gelegt werden und der solidariätsmechanismus aktiviert wird, sollte man die diskussion verlassen. träumen sie weiter und bleibens gsund. ihr senf!

Burgi

Lieber Senf! Sind nicht möglicherweise Sie der alternativlose Neinsager, wenn Sie weiterhin auf dem Ausbau der Wasserkraft beharren, obwohl nur mehr 15% der österreichischen Fließgewässer ökologisch intakt sind? Und das obwohl Tirol mehr Strom produziert als es benötgt?

Wir in Osttirol haben ja gottseidank noch eines der letzten Flusssysteme, die noch einigermaßen intakt sind (Die Statistik der BOKU-Studie war auf ganz Österreich bezogen) und deshalb sollten wir es ja bewahren und nicht verbauen, denn alles was selten wird gewinnt an Wert!

Hier der link zur Boku-Studie:

https://www.wwf.at/de/view/files/download/showDownload/?tool=12&feld=download&sprach_connect=3631

Und was die Effizienz von Kleinkraftwerken betrifft eine weitere Studie:

https://www.tiroler-umweltanwaltschaft.gv.at/naturschutz/tiroler-fliessgewaesser-unter-strom/

Wenn Sie mir nicht glauben, dann vielleicht den Experten und Expertinnen!

LG

Burgi

Lieber Senf!

Lassen Sie mich einiges klarstellen:

1) Die Kajaker sind nicht schuld am Artensterben in unseren Flüssen, sondern die massive Verbauung unserer Gewässer durch die vielen Wasserkraftwerke (durchschnittlich jeden Kilometer ein nicht fischpassierbares Querbauwerk in österreichischen Flüssen - laut Boku-Studie von 2020), besonders auch durch die vielen "ökologischen" kleinen und mittleren, die für den Klimawandel so gut wie gar nichts bringen! Tut mir leid, Sie diesbezüglich enttäuschen zu müssen!

2) Der Artenschwund in unserer Zeit ist mindestens gleich existenzbedrohend für zukünftige Generationen wie der Klimawandel (täglich sterben derzeit etwa 150 Arten aus), weshalb Kimaschutz nicht gegen Artenschutz ausgespielt werden darf! Es muss beides Hand in Hand gehen! Und wenn wir mit Wasserkraft die letzten ihrer Art zerstören, sollten wir uns dringend bessere Alternativen überlegen!

3) Wenn wir unsere osttiroler Flüsse so exzessiv verbauen wie geplant, wird die Vermarktung unserer intakten Flüsse durch den TVBO zum Ettikettenschwindel

4) Wie wir mit unserer Natur umgehen liegt nicht allein in der Hand des Verein Erholungslandschaft Osttirol und der Bergwacht, sondern an jedem von uns!

    senf

    frau burgi, sie haben leider gar nichts klargestellt, sie wollen lediglich beschwichtigen. eigentlich schade um ihre und meine zeit!

    trotzdem: es geht um die isel und niemand hat hier behauptet, dass die kajakfahrer die bösen verursacher des artensterbens in unseren flüssen sind. wo sehen sie an der isel samt nebenbächen in km-abständen querverbauungen oder massive verbauungen für die "vielen wasserkraftwerke", die artensterben verursachen? die seitlichen sporne dienen dem hochwasserschutz, paddeln sie einmal die isel herunter und vergewissern sie sich! über die problematik des fischsterbens wurde hier in der dolostadt bereits vor einem jahr von fachleuten (stöhr, ortner...) ausführlich berichtet und diskutiert, das dürfte ihnen leider entgangen sein.

    wie kommen sie denn nach der argumentation einer boku-studie zur überzeugung, dass die vielen "ökologischen" klein- und mittleren wkw für den klimawandel nichts bringen, und sie "m i c h daher enttäuschen müssen" und zugleich aufrufen, nach "besseren" alternativen zu suchen? wäre es ihnen lieber gewesen, man hätte das gigantische speicherkraftwerk dorfertal/matrei gebaut und anschließend die isel verrohrt? ihr schlagwort: exzessiv = hemmungsloser, maßloser ausbau der flüsse? bitte bleiben sie am boden mit derartigen behauptungen! das will niemand, es wäre auch nicht möglich.

    der klimawandel wird niemals von oder mit alternativlosen neinsagern gestoppt werden können, sondern in ausgewogenheit mit umweltverträglichen energieformen und hand in hand mit energiesparen - wenn auch zum nachteil und verzicht vieler dinge unseres derzeitigen wohlstandes! ob das freiwillig geschieht, sei dahingestellt?

    selbstverständlich ist es oberstes ziel (§1) und daher aufgabe des vereins zum schutz der erholungslandschaft, aktiv auf unsere natur zu achten und sie zu schützen. allerdings sollte er seine schwerpunkte auch auf andere probleme in osttirol richten, denn auch da gibt es noch reichlich zu tun.

    sind sie jetzt enttäuscht?

    karli8

    Die Angabe mit den Querbauwerken ist korrekt, nur handelt sich bei den wenigsten um Kraftwerke - daher finde ich den Vergleich mit der Zahl ein bisschen sehr irreführend.

    https://www.bmnt.gv.at/dam/jcr:4b764e29-bb00-461c-a46a-4721d6fea0fc/O_BEL4_Belastungen_Querbauwerke.pdf

Burgi

Lieber rebuh! Du hast natürlich recht, dass das mit dem Kajaken jetzt am meisten die Isel und die Drau betrifft, aber ich habe mich inzwischen erkundigt und von Kajakern die Bestätigung erhalten, dass man auch an manchen Strecken der Schwarzach und dem Kalserbach kajaken kann, ja, anscheinend sogar am Tauernbach! (Hut ab!!!)

Aber überlege mal: da es in Österreich kaum mehr naturbelassene, frei fließende Fließgewässersysteme gibt, wäre unser weitgehend intaktes Gletscherflusssytem natürlich auch ein Anziehungspunkt für naturbegeisterte Menschen aller Altersstufen von Hobbybiologen über Birdwatcher bis hin zu Wissenschaftlern und Studenten, die hier ein einzigartiges Referenzökosystem bewundern und studieren könnten!

Durch geführte Erlebnis-Exkursionen an den Flüssen könnte man Besuchern aus aller Welt die Gelegenheit bieten, die Besonderheiten eines intakten alpinen Fließgewässerökosystems kennen zu lernen, besonders wenn durch Revitalisierungsmaßnahmen neu entstandene Begleitbiotope, wie Amphibientümpel oder Altarme und Kiesinseln, mit ihren speziellen Tier- und Pflanzenarten Begegnungen der besonderen Art bieten würden.

Ich sehe hier tatsächlich ein Wahnsinns-Potential! Osttirol müsste eigentlich nur ekennen, welchen Wert es hier besitzt!

    senf

    hallo burgi, zur ergänzung ihres post, dann tauch ich wieder ab aus dieser mühseligen diskussion:

    mir kommt vor, dass einige immer wieder von anderen abschreiben, ohne sich selber vorher über die lage zu informieren. kanns auch bei ihnen so sein?

    selbstverständlich kann man auf den beliebten gewässerstrecken schwarzach, kalserbach, tauernbach, der isel und sogar am restwasser der oberen drau im pustertal kajaken, vorausgesetzt sie umgehen einzelne gefahrenstrecken- oder unpassierbare stellen. osttirol ist also mit seinem wassersportangebot in guter gesellschaft mit den regionen um soca, tagliamento oder der ötztaler ache.

    in den letzten jahrzehnten hat sich diese sportart in osttirol enorm ausgeweitet, so dass es bereits diskussionen über die menge der sportler und der belastbarkeit einzelner gewässerabschnitte gibt. der ruf der fischer ist unüberhörbar, wahrscheinlich auch für sie. ich selber hätte da wenig bedenken, weil es reglementierungen und genügend organisierte unternehmen (raftig/kajakcamps/serviceleister) gibt, die man bei fehlverhalten notfalls bei den ohrwascheln nehmen könnte. sorgen bereiten mir einzelne unverbesserliche privatmenschen am flussufer durch illegale feten, hinterlassene müllhaufen, verwüstete feuerstellen und reifenspuren. aber darüber wachen ja die bergwacht und der verein zum schutz der erholungslandschaft osttirol.

    der unter dem schutz von natura 2000 stehende iselfluss samt uferstreifen ist also längst tummelplatz für die wassersportler und erholungssuchende (und illegale). die isel wird durch revitalisierungen für ökologische/limnologische- oder auch fischereibelange und durch den ausbau von zusätzlichen freizeit- und bildungseinrichtungen nach ihrem "wunschkatalog" laufend verbessert. das ist gut so, denn der leider verstorbene obr thenius hat trotz vorbildhafter und ausgezeichneter sicherungssmaßnahmen am iselflussbett und an den zubringerbächen für seine nachfolger einige aufgaben hinterlassen, die diese nun vorbildhaft mit viel geld der eu-staatsbürger und der anrainergemeinden laufend verwirklichen.

    die basis wurde also längst geschaffen, die isel ist und bleibt naturjubel und der tvb-osttirol ist mit anderen werbeträgern der branche längst drauf und dran, das angebot u n s e r e r i n t a k t e n flusslandschaft für naturbegeisterte in alle welt hinauszutragen.

    liebe @burgi, mehr sorgen müssten sie (wir) sich um den klimawandel machen, der seit jahren enorme eisabschmelzung mit rückgang aller tauerngletscher bewirkt, wodurch nachfolgende generationen das flussbild oder die flusscharakteristik der isel dann weitaus anders als wir erleben werden - vielleicht auch von natur aus so gewollt?

    wussten sie das alles nicht?

wolf_c

"Wer profitiert vom exzessiven Ausbau der Wasserkraft?" - schaut aus wie eine fangfrage, die antwort ist nicht weiter schwer: am meisten profitieren die chefs der tiwag davon, aber die arbeiten ja eh nur wegen ihrer angestellten so hart an unserer naturzerstörung!

Thomas Haidenberger

Vielen Dank an Frau Mag. Hölzl für den Diskussionsbeitrag, der vieles auf den Punkt bringt!

Drei kurze Gedanken zur Diskussion:

1) Es wäre schon hoch interessant, welche persönlichen wirtschaftlichen Interessen hinter den Postings der wenigen Nicknames stecken, die in diesem Forum regelmäßig den Ausbau der Wasserkraft "mit Zähnen und Klauen" verteidigen und uneingeschränkt befürworten ...

2) Es ist bemerkenswert, wie wenige eigentlich bemerken, dass uns seit Jahren von der Politik und den Landesenergieversorgern und Stadtwerken eine "Gehirnwäsche" verpasst wird: da gibt es monatliche, ganzseitige "Information" in den Tageszeitungen und Regionalmedien - mit herrlichen Bildern von "Wasserkraft" in Form von bis zum Rand gefüllten Stauseen, oder einfach munter plätschernde Bäche, weit abseits der Rohrleitungen, in denen sie demnächst fließen sollen. Immer rechts unten am Rand der Seite der Vermerk "bezahlte Anzeige" - in 4 oder 5 Punkt-Schriftgröße, die wir zudem über die Stromrechnungen selbst bezahlen dürfen ...

3) Ich finde es erfreulich und ermutigend, dass in der letzten Zeit einige neue Nicknames bei den Postings auftauchen! Danke für die Beiträge, die von Wert und Verantwortung handeln. Beides sollte in die Köpfe der Menschen, auch wenn dafür nicht die Werbe-Millionen der TIWAG zur Verfügung stehen ...

    beobachter52

    Lieber Thomas, ich finde es äußerst unpassend und unfair, wenn du denen, die eure Meinung nicht zu 100 Prozent teilen, wirtschaftliche Eigeninteressen oder gar Bestechlichkeit durch die Wasserkraftlobby vorwirfst! Es scheinen euch die sachlichen Argumente aus zu gehen....

      senf

      @beobachter, sie haben recht. leider ist das die übliche masche, um andersdenkende zu diffamieren und blosszustellen.

      dass der ausbau der pv-anlagen landauf und landab schleppend vorangeht, liegt meiner meinung nicht an der politik, oder am landesversorger, sondern an der mündigkeit der bürger, die sehr wohl in der lage sind, die nutzen und wirtschaftlichkeitssituation solcher anlagen objektiv einzuschätzen um für sich eine entscheidung zu treffen. und manchmal habe ich das gefühl, es geht manchen in der grünbewegung nur darum, möglichst viel fördergelder aus dem topf der allgemeinheit zu lukrieren, um ihre hochtrabenden träume zu erfüllen.

      interessant für mich ist, dass auch poster in diesem tree zugeben, dass in den wintermonaten am meisten elektroenergie benötigt wird. wie man sie bereistellt, bleibt leider offen denn das scheint nicht so wichtig zu sein, so lange der stromschalter reagiert. einer meiner lehrer in der grundschule hat gemeint, dass wir eine sache immer zu ende denken sollten, um objektive resultate zu bekommen. das scheint leider bei einigen doch nicht so nicht der fall zu sein, wahrscheinlich weil man es gar nicht will!

      kurzum: die so notwendige aber auch schmerzhafte energiewende wird nicht zu schaffen sein, solange sich einzelne interessensgruppen bekämpfen, anstatt am gemeinsamen tisch zu sitzen um die probleme zu lösen.

Burgi

Lieber beobachter52! Wenn du die "Berechenbarkeit" von Speicher- und Pumpspeicherkraftwerken so lobst, dann muss ich dir jetzt leider mitteilen, dass es sich bei den geplanten Kraftwerken an den Zubringerflüssen der Isel nicht um solche handelt, sondern um "Ausleitungskraftwerke", die ebenfalls nicht berechenbar sind, da sie immer von der momentanen Wasserführung der Flüsse abhängig sind, die sich schnell ändern kann, wie du sicher weißt. Der Nachteil dieser KWs ist, dass sie im Winter, wenn der meiste Strom benötigt wird, am wenigsten Strom liefern (etwa nur 10% der sommerlichen Leistung)! Im Sommer produziert Tirol aber schon jetzt wesentlich mehr Strom als es benötigt! Wofür also die letzten intakten Flüsssysteme zerstören?

Ich gebe Le corbusier recht, wenn er sagt, dass wir bei Wasserkraft eh schon alles bis auf's Letzte ausgeschöpft haben und dass es an der Zeit wäre andere Möglichkeiten auszuschöpfen und die letzten Flüsse zu schützen. Außerdem gefällt mir die Idee, die Flüsse statt dessen zu revitalisieren und Osttirol als Flusserlebnisparadies touristisch zu vermarkten, ausnehmend gut! Super Idee! Die Kajak-Szene ist eine "junge Szene" - wir würden über die Flüsse also ein junges Publikum auf unser schönes Osttirol aufmerksam machen. Diese jungen Leute wären sicherlich begeistert, wenn zum sportlichen Erlebnis noch ein wahnsinns Naturerlebnis dazukommt und dann später mit ihren Familien gerne wiederkommen!

    rebuh

    bitte erklär mir wie die schwarzach von huben durch den graben hinein ins defreggen touristisch und als kajakparadies zu vermarkten gelingt!?

sattmann

Das europäische Stromnetz werden wir mit unseren Kraftwerken in Osttirol auch nicht retten können. Es mag zwar nicht sehr sozial sein aber wenn ich die Wahl zwischen einem Kraftwerk in meiner Nähe oder irgendwo in weiter ferne habe werde ich mich nicht für das Kraftwerk bei mir entscheiden. Unverständlicherweise scheinen bei uns aber viele gern eines im Garten stehn zu haben...

    S-c-r-AT

    Lieber das Wasserkraftwerk bei mir im Garten, als das AKW in 300 km Entfernung jenseits der Grenze, oder?

gemeiner Waldkauz

Der derzeitige Wandel wird von manchen falsch verstanden. Er bedeutet jedenfalls nicht die Resourcen einer kleinen noch intakten Natur zu verbauen.

beobachter52

Ich kann dem @motinga nur zustimmen und ergänzen: Der Beinahe-Zusammenbruch des Stromnetzes war auch eine Folge davon, dass Wind-, Sonnenkraftwerke sehr unterschiedlich viel Strom erzeugen und weniger steuerbar sind, weil sie sehr witterungsabhängig sind! Außerdem wird in der Diskussion um die Stromerzeugung nur sehr selten erwähnt, dass Speicher- und Pumpkraftwerke nicht nur unverzichtbar für die Aufrechterhaltung der konstanten Stromversorgung sind (bei letzten Fastzusammenbruch wurde durch sie die Situation gerettet!), sondern vor allem bei einem wirklichen Blackout nur durch sie das System wieder hochgefahren werden kann! Leider bestätigt sich immer öfter meine Beobachtung, dass es immer weniger "Experten" mit einem Blick für das Gesamte gibt (früher hat man sie als "Fachidoten" bezeichnet - Entschuldigung....)! So wird Norwegen immer wieder als Vorzeigeland in Bezug auf E-Mobilität hingestellt, aber unbeachtet, dass Norwegen das Land mit der größten Erdölproduktion Europas ist, dass der Strom hauptsächlich aus Kohlekraftwerken stammt und dass viele norwegische E-Autobesitzer einen alten Benziner oder Diesel haben, den sie vor allem in der kalten Jahreszeit benützen ....

    le corbusier

    "Erneuerbare Energien haben in dieser Situation keine Rolle gespielt. Es gab eine Überlastung des Systems in Südosteuropa. Eine Leitung ist ausgefallen, das hat zu einer Kaskade von Ausfällen geführt", sagte Vorstandsdirektor Gerhard Christiner von Austrian Power Grid (APG) am Dienstag in einer Pressekonferenz mit Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) und E-Control-Chef Wolfgang Urbantschitsch.

    https://www.derstandard.at/story/2000123432997/erneuerbare-energien-schuldlos-an-beinahe-blackout-am-8-jaenner

      beobachter52

      Habe ich auch gelesen - die erste Stellungnahme der Verbund nach dem Fast-Blackout hörte sich jedoch anders an! Außerdem kann es diesmal durchaus so gewesen sein, Fakt (und bei allen Experten unumstritten) ist aber, dass die unregelmäßige Stromerzeugung durch erneuerbare Energieträger ein großes Gefahrenpotentioal beinhaltet! Soll ganz und gar nicht heißen, dass wir nicht vermehrt erneuerbare Energie erzeugen müssen, aber Pump- und Speicherkraftwerke braucht es dazu ebenso! Nicht umsonst baut Deutschland einen Stausee in einem alten Bergwerkstollen 600 m unter der Erde! Mich stört an der Diskussion vor allem, dass von gewissen Umweltschutzorganisationen alles, was mit Wasserkraft zu tun hat, verteufelt wird!

      unholdenbank

      Ja, genau! Wer dezentrale Anlagen aus erneuerbarer Energie (Photovoltaik) so bekämpft, wie die TIWAG, ist ja nur am eigenen finaziellen Gewinn sowie am Monopol und nicht an der Umwelt/Natur interessiert. Das Netzmonopol zumindest haben sie ja herübergerettet.

    steuerzahler

    Nicht nur durch die Wasserkraftwerke kann das System wieder hochgefahren werden, sondern auch durch die Diesel-Notstromaggregate. Es ist nämlich nicht so einfach, ein Kraftwerk ohne Strom wieder in Betrieb zu nehmen. Da helfen fast nur die ach so verschmähten Verbrennungskraftmaschinen.

    Unabhängig davon, solange durch die Atomkraftwerke der Strompreis künstlich gedrückt wird, solange wird die Photovoltaik hinterherhinken. Stromerzeugung mit PV ist fast nur als Hobby zu betreiben. Und ohne Großspeicher für die Erneuerbaren wird es nicht gehen. Hier sind wir noch krass im Rückstand.

motinga

also mir sind intakte Flüsse, Seen auch lieber!!! aber trotzdemmal bitte ein wenig auf dem Boden bleiben! keine Wasserkraftwerke, keine Kohlekraftwerke, keine Gaskraftwerke und schon gar keine Atomkraftwerke!! Also alternative Kraftwerke wie Wind und Solarkraftwerke. Sehr schön und auch wünschenswert!!! aber genau so wie die Wasserkraftswerkegegner usw. gegen diese sind, sind sie auch genauso für Stromleitungen die diese Energie auch dann transportieren sollen!! (siehe Nordsee Windkraftwerke die zu70% abgeschaltet werdenmüssen, da dererzeugte Strom nicht transportiert eerden kann) also was wollen wir wirklich??? ok gottseidsnk kommt der Szrom ja für uns ja aus der Steckdose!!!

    le corbusier

    Das ist doch nicht schwarz oder weiß. Nur Wasserkraft oder nur Solar und Wind. Es braucht sicher einen gesunden Mix. Bei Wasserkraft sind wir bereits sehr gut aufgestellt, es gibt ja fast keinen Fluss mehr ohne Kraftwerk. Jetzt wär´s an der Zeit alle anderen Möglichkeiten auszuschöpfen und die letzten Flüsse zu schützen.

    Auch der Begriff "Wasserkraftswerkegegner" soll doch nur polarisieren und die Diskussion abwürgen. Darauf könnten wir doch verzichten, oder?

Petra HP

Herzlichen Dank Frau Hölzl für Ihre Stellungnahme zu diesem Thema. Es ist ein Wahnsinn, wie die Kleinwasserkraftwerke immer verherrlicht werden, obwohl sie doch im Vergleich zu ihrem tatsächlichen Nutzen viel größeren ökologischen Schaden anrichten. Laut Erhebungen der BOKU produzieren die gerade mal 156 Großkraftwerke 91% des Stroms aus Wasserkraft in Österreich und die über 2100 Kleinkraftwerke zusammen mit nochmal über 2000 Kleinstkraftwerken lediglich 9%. Diese Kleinkraftwerke können - wie Frau Hölzl schon erwähnt hat, keine Stromminima abfedern, sondern produzieren nur dann Strom, wenn ohnehin genug da ist. Wenn man aber bedenkt, dass es kaum noch ununterbrochene Flüsse in Österreich gibt (über 70% der Flüsse werden bereits energiewirtschaftlich genutzt, in manchen Bundesländern über 90%!) dann fragt man sich wirklich, welche Lebensräume wir unseren Kindern hinterlassen. Ein Fluss ist nur dann ein Fluss, wenn er nicht unterbrochen wird, denn das Kontinuum ist sein WESEN. Es wäre tatsächlich auf lange Sicht viel gewinnbringender für alle, unsere Natur zu erhalten und mit unserer Isel/Natura 2000-Gebiet ein Alleinstellungsmerkmal in Osttirol für uns Osttiroler zu schaffen. Ich bin sicher nicht gegen Wasserkraft - aber bitte mit Hirn und nicht nur fürs Geldbörsel einiger weniger - unser kurzfristiges Denken und das Schimpfen auf Umweltschützer wird uns nicht wirklich weiterbringen.

genaugenommen

der grund das die leistung/arbeit in haushalten angegeben wird ligt darin, dass die masse der umweltschützer den unterschied zwischen kw und kwh nicht kennen.

    pierina

    Genausogut könnte man behaupten, daß man die Posts von GENAUGENOMMEN nicht versteht, weil bereits in der ersten Zeile zwei Rechtschreibfehler und zwei fehlende Beistriche das Verstehen erschweren, abgesehen von der alternativen Grammatik.

      genaugenommen

      jawoll frau/herr lehrer (oder lieber leerer). aber am monatsende ist es besser man kann rechnen als schreiben! wenn ich spreche mache ich auch keinen beistrich😉und das "liegt" auch am getippsel am händy .