Noch keine Infos zu Abwassermonitoring in Tirol

Das Projekt läuft, Ergebnisse werden vom Land zu gegebenen Zeitpunkt veröffentlicht.

Vor etwa einem halben Jahr begann das Land Tirol mit dem Aufbau eines flächendeckenden Abwassermonitorings, mit dem die Viruslast in Tiroler Regionen und Gemeinden durch Probenentnahme aus Kläranlagen gemessen wird.

„Tirol ist das einzige Bundesland in Österreich in dem das System derzeit flächendeckend und strukturiert funktioniert“, erklärt Stefan Wildt von der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes.

Auch im Klärwerk in Huben werden Proben für das Abwassermonitoring entnommen. Über die Ergebnisse wissen allerdings selbst die Betreiber nicht Bescheid.

Während aus anderen Bundesländern in Österreich in den letzten Tagen Ergebnisse aus dem Abwassermonitoring bekannt gegeben wurden, hält man sich in Tirol bedeckt. Auf Nachfrage von Dolomitenstadt.at erfahren wir von den drei Kläranlagen Anras, Dölsach und Huben, dass nicht einmal die Betreiber selbst wissen, welche Ergebnisse ihre entnommenen Proben liefern. Außerdem, so der Sprecher der Osttiroler Klärwerke, Andreas Pfurner, würde die Herausgabe von Einzelergebnissen auch keinen Sinn machen. Dietmar Ruggenthaler, Geschäftsführer des Abwasserverbandes Hohe Tauern Süd erklärt: „Die Proben werden vom Land Tirol bei uns abgeholt. Über die Ergebnisse werden wir nicht informiert, ich habe selber schon öfter beim Land angefragt.“ Die Auswertung der Abwasserproben, die – vereinfacht gesagt – nach mehreren Zentrifugierungsprozessen mittels PCR-Test durchgeführt wird, erfolgt am Institut für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck.

„Die Daten stehen ausschließlich den Entscheidungsträgern des Landes als Instrument zur Bewertung der Lage zur Verfügung“, erklärt Wildt auf Anfrage von dolomitenstadt.at. Es sei eine sehr komplexe Angelegenheit, das Veröffentlichen von fachspezifischen Daten ohne Hintergrundinformationen trage nicht zur Bekämpfung der Pandemie bei. Es werde jedoch intensiv daran gearbeitet, die Tiroler Bevölkerung über das Tiroler Abwasser-Monitoring bestmöglich zu informieren.

Anna Maria Huber studiert in Innsbruck, schreibt nicht nur für dolomitenstadt.at sondern auch für die Straßenzeitung 20er und betreut unser Redaktionsbüro in der Landeshauptstadt. Annas Stärken sind penible Recherchen und die Fähigkeit, komplexe Inhalte in klare und verständliche Artikel zu verwandeln.

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