Mit einer Luftfilteranlage zurück ins Klassenzimmer

Euroclima stattet eine Klasse der Lienzer HTL mit einem Hochleistungsfilter gegen Viren aus.

Seit Wochen dürfen Österreichs Schüler nur im Schichtbetrieb ins Klassenzimmer. Das ist auch an Osttirols Schulen so. „Bei uns sind derzeit maximal 15 Schüler gleichzeitig in einem Raum, daran wird sich wohl bis Ende des Schuljahres nichts ändern“, erklärt der Direktor der HTL Lienz, Peter Girstmair.

Schon ab dem kommenden Herbstsemester könnte eine Vollauslastung an der Lienzer Schule mit Technikschwerpunkt durchaus denkbar sein. Möglich machen soll das ein Osttiroler Produkt, mit dem ein weiterer Schritt in der Pandemiebekämpfung gesetzt wird. In Sillian entwickelte und produzierte die auf Lüftungsanlagen spezialisierte Firma Euroclima ein Umluftgerät, das 99,95 Prozent aller Viren, Keime und Bakterien aus der Raumluft filtert. „Es gibt bisher keine wissenschaftliche Zusage, ob das Coronavirus je wieder verschwinden wird. Deshalb wird sich auch der Umgang mit Viren ändern und wir wollen unseren Beitrag leisten“, so Josef Prünster von Euroclima.

(V.l.) Domenik Ebner und Josef Prünster von Euroclima mit Peter Girstmair (HTL Lienz) und Richard Piock (INNOS-Geschäftsführer). Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Seit 60 Jahren produziert Euroclima in Sillian und Bruneck Zentrallüftungsgeräte wie man sie auch in Krankenhäusern findet. Prünster sieht im neuen Umluftgerät die effizienteste Lösung, um die Virenkonzentration in einem Raum zu reduzieren. Das System dahinter ist wissenschaftlich fundiert und wird auch in Operationssälen eingesetzt. „Das Gerät saugt die Raumluft an, eine Hochleistungs-Filteranlage (HEPA 13) reinigt dann die Luft von den Viren und bläst die saubere Luft raus. Die Viren bleiben im Filter gefangen und sterben nach etwa vier Tagen ab. Gebrauchte Filter kann man über den Hausmüll entsorgen“, erklärt Domenik Ebner, ebenfalls von Euroclima.

So sieht der Hochleistungsfilter des „Air Sanitizers“ aus. Für eine vollständige Reinigung der Raumluft braucht er 15 Minuten.

Bis zu 1.500 Kubikmeter Luft kann der „Air Sanitizer“ umwälzen, alles was er dafür braucht ist eine Steckdose. Pro Stunde wird laut Ebner vier Mal die gesamte Raumluft durch das Gerät geführt, eine vollständige Reinigung dauert also etwa 15 Minuten. Seinen ersten Einsatz in Osttirol hat der „Air Sanitizer“ in den kommenden Monaten in einem Klassenraum der HTL Lienz.  „Wir werden die Situation beobachten. Es geht in erster Linie darum, die Besetzung in den Klassen wesentlich zu erhöhen. Wenn wir das Gefühl haben, dass es für uns passt, werden wir dafür weitere Geräte anschaffen“, so Girstmair. Das Umluftgerät kostet 3.500 Euro und wird rabattweise gestaffelt.

Josef Prünster hofft auf Fördertöpfe für die Anschaffung solcher Filteranlagen.

Für die Zukunft hofft Prünster auf Fördertöpfe des Bundes und nennt als Beispiele dafür die deutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg. „Dort übernimmt das Land die Kosten für solche Umluftgeräte zu 100 Prozent. In Österreich gibt es da noch Handlungsbedarf.“

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5 Postings bisher
etdotimschte

sinds alle in der kirche weils beten,oder betens dass es funzt

gewa

Sicherlich gibt es dazu auch tragfähige wissenschaftliche Expertisen. Und wenn man also den Versprechungen Glauben schenken darf, gehört das Gerät nicht nur in Schulklassen, sondern auch in Gaststätten, Kinos, Theater, Einkaufszentren, etc. Die Anschaffungskosten klingen sehr interessant, wenn man damit dem Lockdown effektiv zu Leibe rücken kann. Warum aber hat sich das noch nicht bis zur Regierungsspitze durchgesprochen? Wäre einmal ein Hit in der Reihe von besorgniszerfurchten Pressekonferenzen, die schon kaum einer mehr verfolgt. Oder passt's gut zum Generalstabsplan, die Bürger unter der großen Angstglocke zu halten?

isnitwahr

gratuliere, absolut super Sache! Osttiroler Knowhow hilft in der Bekämpfung der Pandemie. Ziehe meinen Hut vor euch.

    senf

    @isnitwahr:

    wenn das gerät tatsächlich das bringt wie dargestellt und erhofft, dann sollten sich der herr BKH-gemeindeverbandsobmann köll mit seiner vertreterin blanik stark machen und die schulen des bezirks damit ausstatten. damit würde man letztendlich dem KH eine menge sinnlos verplantes geld und eine menge ärger ersparen.

    ein versuch ist es allemal wert, ausserdem gibt es ja bereits erfahrungswerte wie oben angeführt.

    also, auftauchen ihr beide und handeln!

    Domenik Ebner

    Dankeschön :-)