Zahl der Drogendelikte nahm in Osttirol deutlich zu

Bei den Suchtmittelverstößen gab es 51 Anzeigen mehr als 2019. Vor allem Jugendliche betroffen.

Das Bezirkspolizeikommando legte dieser Tage die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr vor. Bei einem Blick auf die Zahlen kommt wenig Freude auf. Während österreichweit 2020 bei den angezeigten Straftaten gegenüber 2019 ein Rückgang von 11,3 Prozent verzeichnet wurde, erhöhte sich in Osttirol die Zahl der Delikte um 8,9 Prozent auf 1.719.

„Im Zehnjahresvergleich ist ein Rückgang zu erkennen, wobei seit dem historischen Tiefstand im Jahr 2018 mit 1.504 Delikten das zweite Jahr in Folge ein Anstieg verzeichnet wurde. 61,9 Prozent der Straftaten wurden 2020 geklärt“, erklärt Bezirkspolizeikommandant Silvester Wolsegger.

Bei den Suchtmittelverstößen gab es im Vorjahr 51 Anzeigen mehr als noch 2019. Foto: Unsplash/Nastya Dulhiier

Alarmierend sind jedoch die Zahlen der Suchtmittelstatistik. So nahm die Gesamtzahl der Anzeigen wegen Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz allein im Vergleich zu 2019 um 51 Delikte zu. Wolsegger spricht von einem „eklatanten Anstieg.“ Bemerkenswert hoch sei der Anteil an jugendlichen (14 bis 18 Jahre) und unmündigen (unter 14 Jahre) Suchtmittelkonsumenten: „ Das erfordert große präventive Anstrengungen. Im Zuge der Ermittlungen wurde eine immer größere Tendenz zu psychotropen Stoffen, Kokain, Speed und Ecstasy festgestellt.“

Auffällig war bei den Jugendlichen auch die Konsumation von Cannabisprodukten in Verbindung mit Speed. Der Drogenhandel verlagerte sich im vergangenen Jahr zudem verstärkt in den Cyberraum (Darknet) und dem damit verbundenen Postversand.

Mehr Diebstähle und Gewalt im Privatbereich

Die Zahl der Vermögensdelikte stieg 2020 um neun Prozent auf 856 an. Die Zahl der Einbrüche in Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe nahm von zwei auf 14 Delikte zu. In Wohnhäuser und Fahrzeuge wurde teils deutlich weniger eingebrochen als noch 2019. Gesunken ist auch die Zahl der Körperverletzungen von 131 (2019) auf 105.

2020 wurden außerdem 32 Personen durch ein Betretungs- und Annäherungsverbot geschützt. Hier ist laut Wolsegger kein direkter Vergleich mit den Zahlen der Vorjahre möglich, da ab 1.1.2020 von einer Zählung der Gefährder auf eine Zählung der gefährdeten Personen umgestellt wurde: „Ein Vergleich der ersten beiden Monate der Jahre 2020 und 2021 lässt aber eine auffällige Steigerung von drei auf acht Gefährdete erkennen.“

Die Internetkriminalität ist in Osttirol im vergangenen Jahr um elf Prozent gestiegen, 101 Delikte wurden angezeigt. Auch die Zahl der Delikte im Bereich Cybercrime, unter anderem „Money Mules“ – Personen, die im Internet rekrutiert werden und sich durch die Weiterleitung illegaler Gelder der Geldwäscherei schuldig machen – ist gestiegen. Gab es hier 2019 noch acht Delikte, so wurden 2020 bereits 31 Straftaten zur Anzeige gebracht.

Für Wolsegger hat sich gezeigt, „dass die Schwerpunktthemen richtig gesetzt wurden.“ 2021 soll unter anderem die Jugendkriminalität beobachtet und effektiv bekämpft werden – insbesondere im Suchtmittelbereich. Auch die Zahl der IT-Ermittler wird aufgestockt.

Die Arbeit von
dolomitenstadt.at unterstützen

Liebe Leserinnen und Leser,

gerade in Krisenzeiten ist faktenorientierte und schnelle Information wichtig.
Wir arbeiten trotz Rückgang bei den Werbeeinnahmen mit großem Einsatz, um Sie bestmöglich – und kostenlos! – zu informieren.

Wenn Sie unsere journalistische Arbeit mit einem einmaligen Beitrag unterstützen möchten, haben Sie jetzt Gelegenheit dazu. Wir würden uns freuen!

Sie möchten dolomitenstadt.at unterstützen?

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren