Lienz bereitet sich auf den Kultursommer vor

Rüsten für verschiedenste Szenarien. Fünf Open-Air-Konzerte auf Schloss Bruck.

Während das Kulturleben nach wie vor lahmliegt, wird hinter den Kulissen der Lienzer Stadtkultur unbeirrt am Sommerprogramm gearbeitet – mit der Hoffnung auf den Neubeginn des Veranstaltungsbetriebs im Mai oder Juni. Startklar ist man für verschiedenste Szenarien. Mit Vorfreude verrät die Abteilungsleiterin Claudia Funder bereits das Musikprogramm für den Sommer und will damit schon jetzt darauf einstimmen, dass Kultur bald wieder erleb- und spürbar sein wird. „Ich bin mir sicher, dass Live-Konzerte nach der langen Pause von vielen als besonders, fast als Luxus empfunden werden. Auch, weil sie etwas Verbindendes haben.“

Agieren muss Funder bei jedem Planungsschritt flexibel: „Freilich wissen wir noch nicht, wie die Rahmenbedingungen im Sommer aussehen werden. Unter Einhaltung der jeweils gültigen Verordnungen werden wir aber – wie bereits 2020 – bestmöglich für Sicherheit und das Wohlbefinden des Publikums sorgen.“

Die Köpfe hinter dem Lienzer Kulturprogramm: Claudia Funder und Stefan Weis. Foto: Stadt Lienz/Lenzer

Die Stadtkultur Lienz organisiert im Juli und August fünf Open-Air-Konzerte, bespielt wird erneut der Innenhof von Schloss Bruck. Unter dem Titel „grenzen|los“ treten – passend zum Ausstellungsmotto des Museums – Musiker auf, die für Offenheit und Vielfalt stehen und sich über Genre-Grenzen hinauswagen.

Alicia Edelweiss gibt es am 2. Juli im Innenhof von Schloss Bruck zu hören. Foto: Franzi Kreis

Den Beginn macht am 2. Juli Singer-/Songwriterin Alicia Edelweiss, die längst vom Geheimtipp zu einer der wohl spannendsten Musikerinnen Österreichs avancierte. Sie war jahrelang Akkordeonistin in der „Ansa Panier“, der Band von Voodoo Jürgens. Nach Lienz kommt die schräg-schillernde Künstlerin mit zwei Streichern. Die fünf Bläser von Anras Brass präsentieren am 10. Juli unplugged mit ihrem Schlagzeuger und einem weiteren Instrumentalisten ein mitreißendes, unterhaltsames Programm quer durch viele Musikgenres – von der Polka über die klassische Ouvertüre und Evergreens bis hin zum gesungenen Rap.

Die Bläser von Anras Brass spielen sich am 10. Juli quer durch die Musikwelt. Foto: Julian Kollreider

Am 15. Juli vereinigen sich für das Auftaktkonzert der „5. New O’Lienz Jazztage“ das Quartett „HI5“ und das Jazz Orchester Tirol zu einem einzigartigen Klangkörper. HI5 feiert zehnjähriges Band-Bestehen, das Orchester gibt es bereits 20 Jahre. Jubiläen, die natürlich gefeiert werden müssen!

Mira Lu Kovacs wurde als Mastermind von „Schmieds Puls“ bekannt und verstärkt die Supergroup „My Ugly Clementine“, die heuer mit dem Preis für Europas Indie-Album des Jahres ausgezeichnet wurde. Als Trio unter eigenem Namen „Mira Lu Kovacs“ tritt die vielfach ausgezeichnete Musikerin am 21. August in Lienz auf.

HI5 feiert zehnjähriges Band-Bestehen – Grund genug, um heuer die „New O’Lienz Jazztage“ zu eröffnen. Foto: Verena Nagl

„Schubert meets Grönemeyer“ – Unter diesem Titel schaffen Simon Kräutler, Wilfried Rogl, Stefan Wolf und Ewald Brandstätter am 27. August eine Verbindung der beiden Komponisten, die zwar zeitlich weit auseinanderliegen, sich aber doch näher sind als gedacht. Spannend: Schubert wird auch jazzig und Grönemeyer klassisch zu hören sein.

Alle Konzerte beginnen um 20.00 Uhr im Innenhof von Schloss Bruck. Das Sitzplatzangebot ist beschränkt. Kartenreservierungen sind ab Ende Mai online oder unter 04852/600-519 möglich, die Ausgabe der reservierten Karten erfolgt an der Abendkasse. Nähere Infos zu Programm, Preisen, Schlechtwetter-Locations, Regentelefon und den jeweils geltenden Voraussetzungen zum Besuch der Konzerte sind online abrufbar.

Neue Ausstellungen auf Schloss Bruck

Das Museum Schloss Bruck wird in diesem Sommer voller Kultur aber mehr als nur Kulisse für Konzerte sein. Ab 25. Juni öffnet die Burg wieder ihre Tore für den Publikumsverkehr und lockt mit neuen Ausstellungen in die mittelalterlichen Mauern. „Dass sich dabei das Thema ‚Grenzen‘ wie ein roter Faden durch die Räume zieht, ist ein beinahe schon erwünschter Zufall“, erzählt Funder.

Im Haupttrakt macht sich „grenzen|los“ in vier Themengebieten auf die Suche nach Trennlinien in Geschichte, Sprache, Gesellschaft und Kunst. Nach einem Jahr, in dem die Grenzen persönlicher Freiheit hautnah erfahren wurden, wird auch sozialen Grenzen wie dem Kampf um weibliche Selbstbestimmung und Fragen nach Grenzen in der Kultur ein Platz gegeben. In der Galerie im Westtrakt zieht der Tiroler Künstler Wilfried Kirschl (1930-2010) in seinen Werken mit Raum, Licht und Volumen eben jene künstlerischen Grenzen.

Mit Grenzen zu leben ist auch im Museumsalltag herausfordernd. „Wenn die Verordnungen und Planungen es zulassen, werden wir bereits etwas früher, ab 8. Juni, unser Haus für angemeldete Schulklassen oder Kindergärten öffnen und ihnen einen ganz besonderen Einblick in die Museumsarbeit bieten. Und allen anderen versuchen wir, ab Ende Juni ein paar Stunden Urlaub vom Alltag zu bieten, ob mit Kunst, Konzerten oder einfach mit etwas Genuss im Museumscafe“, sagt Museumsleiter Stefan Weis. Das Museum wird bis Oktober jeweils Mittwoch bis Sonntag geöffnet sein.

Die Arbeit von
dolomitenstadt.at unterstützen

Liebe Leserinnen und Leser,

gerade in Krisenzeiten ist faktenorientierte und schnelle Information wichtig.
Wir arbeiten trotz Rückgang bei den Werbeeinnahmen mit großem Einsatz, um Sie bestmöglich – und kostenlos! – zu informieren.

Wenn Sie unsere journalistische Arbeit mit einem einmaligen Beitrag unterstützen möchten, haben Sie jetzt Gelegenheit dazu. Wir würden uns freuen!

Sie möchten dolomitenstadt.at unterstützen?

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren

2 Postings bisher
Tilda

Ein tolles Programm - ich bin jetzt mal optimistisch und freue mich schon! Kultur gehört einfach dazu!

    RosemarieB

    Kultur fehlt sehr . . . Ich freue mich unendlich, auf die Konzerte, auf die Ausstellung!