Innovation Award: Ein Chip, der Leben rettet

Ein Chip, der Körperfunktionen misst und Alarm schlägt, soll die Lebensqualität steigern.

Seit einigen Wochen laufen die Einreichungen für den Osttiroler „Innovation Award“ der Arbeitsgemeinschaft „Vordenken für Osttirol“. Wir stellen alle eingereichten Projekte vor.

Wer kennt es nicht, das Gefühl, etwas unbedingt erreichen zu wollen, doch niemand traut einem das so richtig zu.

Menschen mit Behinderung erleben das in vielen Lebensbereichen, und vor allem dann, wenn es um die Integration ins reale Berufsleben geht. Die Diakonie de La Tour hat sich dieser Thematik in Lienz angenommen und ermöglicht Menschen mit Behinderungen mit dem Projekt „Sprungbrett Glöcklturm“ sinnvolle Beschäftigung am echten Arbeitsmarkt zu finden. Vorurteile und Bedenken relativieren sich rasch, wenn man merkt, mit welcher Energie, Freude und Motivation Menschen mit Behinderung arbeiten und wie ernst sie ihre Aufgabe nehmen.

Im Zuge des Projektes wurden Ideen zur Steigerung der Lebensqualität in Osttirol gesammelt. Dabei entstand unter anderem die Idee eines „lebensrettenden Chips“. Dieser Chip ist etwa im Oberarm implantiert oder auf der Haut fixiert und misst diverse Körperfunktionen. Wenn ein Mensch also stürzt, bewusstlos wird oder einen epileptischen Anfall hat, reagiert der Chip auf die schnelle Lageveränderung. Durch die Messung von Puls sowie von Hormonen, Proteinen und Enzymen übermittelt der Chip auch ein Signal, wenn ein Mensch im Bett liegt und einen Herzinfarkt hat. Der ausgesandte Notruf geht direkt an die Rettungszentrale, welche die betroffene Person telefonisch kontaktiert. Meldet sich diese nicht, sendet die Rettungsleitstelle ein Team mit Reserveschlüssel.

Dies ermöglicht schnelle Hilfe, wenn man selber nicht mehr in der Lage ist den Notruf zu wählen. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit für eine rasche und umfangreiche Genesung gesteigert. In manchen Fällen sind derartige Hilfsmittel sogar die einzige Chance auf Genesung oder Überleben. So können sich Menschen, die alleine leben und/oder Vorerkrankungen haben, sicher fühlen und ihre Lebensqualität sowie jene ihrer Angehörigen wird um ein Vielfaches gesteigert.


Im Zuge des Innovation Award 2021 sucht die Arbeitsgemeinschaft „Vordenken für Osttirol“ nach konkreten Ideen und Projekten mit Chancen auf eine erfolgreiche Umsetzung und direkten Nutzen für Osttirol. Bis 16. April kann man Projekte einreichen. Aus den sozialen und wirtschaftlichen Projektideen, die die Region beleben sollen, werden von einer Fachjury drei Hauptpreise ausgewählt und prämiert. Dolomitenstadt.at stellt die Projekte in einer Mini-Serie vor, einfach hier klicken.

Informationen zum Ideenwettbewerb finden sich auch auf der Website von Osttirol Leben.

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9 Postings bisher
BarbaraMa

Ich möchte den jungen Menschen herzlich zu ihrem Beitrag zum Osttirol Innovation Award gratulieren. Toll, dass ihr Ideen für Osttirol habt und mit so viel Freude und Energie dabei seid. Ihr habt viel Mut bewiesen. Glückwunsch!

r.ingruber

"Staatsbürger, die an ihrem Körper keine chemische, biologische oder hormonelle Veränderung durchführen haben lassen und keine mechanischen oder elektronischen Implantate tragen, dürfen in keiner Weise gegenüber anderen Personen benachteiligt werden. Es ist unzulässig, solche Veränderungen zwangsweise an Personen vorzunehmen."

Liebe/r Anthony, du sprichst in deinem Posting einen neuralgischen Punkt, ja ein ganzes Punktesystem unserer Gesellschaft an. Es gibt noch jede Menge anderer Grundsätze, die eine Ungleichbehandlung von Menschen verbieten. Dass diese jetzt im Zusammenhang mit Implantaten diskutiert werden, gibt mir zu denken.

Instinktivist

Mehr Freiheit durch mehr Kontrolle? Ich bin entsetzt über diese Entwicklung!

    Olbmsgleiche

    Wieso entsetzt?? Es gibt so viele alleinstehende Menschen. Gewollt oder ungewollt. Ich finde die Idee gut. Würde ich sofort machen. Kontrolle hin oder her... Komplett egal. Dann dürften wir alle kein Handy haben....usw,usw...

      Anthony Soprano

      Liebe/r Olbmsgleiche, wie viele Menschen mit Behinderung, glauben Sie, treffen diese Entscheidung selbst? Ist es in Ihrer Welt ok, wenn man einen Chip eingepflanzt bekommt, ohne dass man versteht warum, nur damit sich der Erwachsenenvertreter sicher fühlt? In meiner Welt nicht. Wie viele Menschen mit Behinderung glauben Sie, dürfen nicht selbstständig wohnen, weil es ihnen ihre Angehörigen und Erwachsenenvertreter nicht zutrauen? Sie, liebe/r Olbmsgleiche dürfen selbst entscheiden und das gönne ich Ihnen! Manche Menschen dürfen das gar nicht können!

    Erich

    Erkundige dich mal !!!! wie oft der Seniorennotruf (Knopf am Handgelenk) Leben gerettet hat, bzw Menschen die allein zu Hause sind einen Schlaganfall oder Infarkt oder nur gestürzt sind und nicht mehr in der Lage sind den Notruf zu wählen ( weil das Handy am Küchentisch liegt) sondern nur brauchen einen Knopf am Handgelenk drücken um Hilfe zu organisieren.

      Instinktivist

      Ich habe jetzt mein Posting mehrmals gelesen, aber ich finde da nichts wegen dem Seniorennotruf!?

      BettinaHuber

      ERICH, es ist ein riesengroßer Unterschied, ob ein Mensch SELBSTÄNDIG entscheiden kann/darf, ob er so einen Chip implantiert haben möchte, oder nicht! Es ist ganz klar festzustellen, ob FREIWILLIGKEIT und 100%ige ENTSCHEIDUNGSFÄHIGKEIT gegeben sind .... erst dann kann ich überhaupt damit anfangen, über die Sinnhaftigkeit einer solchen Hilfe zu diskutieren ... Wenn diese Selbständigkeit nicht gegeben ist, dann zu 100% "Hände weg" von dieser Idee (und sei sie auch noch so lebensrettend!) Ich denke, diese Meinung vertritt auch Anthony ...

      senf

      @bettina, wenn ein mensch nicht in der lage ist, selbständige entscheidungen zu treffen, die seiner gesundheit dienen, wer trifft sie dann für ihn und wie begründet der/diejenige dann objektivität? wer übernimmt moralisch und sachlich die verantwortung, wenn im schlimmsten fall im nachhinein beweislast auf ihn/sie zukommt?

      etwas leichter gefragt: eine bettlägige 102-jährige wurde als eine der ersten covidgeimpft. ein fressen für die die presse, finde ich. inzwischen ist sie verstorben. wer hat das für sie verantwortet? sie selbst, ihr arzt, die pharmaindustrie oder gar ihre nachkommen? oder war es doch ein natürlicher tod?