Microsoft General Manager Hermann Erlach (links) und Dolomitenstadt-Chefredakteur Gerhard Pirkner im Gespräch über Digitaliserung und die neue Arbeitswelt. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Microsoft General Manager Hermann Erlach (links) und Dolomitenstadt-Chefredakteur Gerhard Pirkner im Gespräch über Digitaliserung und die neue Arbeitswelt. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Hermann Erlach: „Ich trage ein Stück Osttirol mit mir“

Der künftige Boss von Microsoft Österreich ist erster Gast im neuen Dolomitenstadt-Podcast.

Der Dolomitenstadt Podcast ist ein akustisches Magazin, das die Redaktion von dolomitenstadt.at in Lienz zusammenstellt und das ab sofort wöchentlich neue Folgen präsentieren wird. Das Themenspektrum ist breit und beschränkt sich nicht nur auf die Region. Wir stellen spannende Projekte vor, widmen uns den Künsten und der Kunst des Lebens, schauen in Kochtöpfe und über den Tellerrand, greifen heiße Eisen an und diskutieren die Themen unserer Zeit mit Menschen, die etwas zu sagen haben.

Menschen wie Hermann Erlach (47), der mit 1. Mai 2021 die Geschäftsführung von Microsoft Österreich übernimmt. Der gebürtige Osttiroler ist seit 2015 Mitglied der Geschäftsleitung und war zuletzt als Chief Operating Officer (COO) auch Sprecher für Innovationsthemen im Konzern. Zu Ostern war Erlach auf Urlaub in seiner Heimat und wir haben die Gelegenheit genutzt, um den Topmanager vor das Mikrophon zu holen, als ersten Gast in unserem neuen Dolomitenstadt Podcast.

Im Gespräch lässt Erlach viel von seiner grundsätzlichen Einstellung zum Thema Digitalisierung durchblicken. Immer wieder spürt man, dass der begeisterte Mountainbiker, der in Lienz zur Schule ging und „nicht gerade der beste Schüler der Welt“ war, die digitalen Technologien nicht als Selbstzweck betrachtet, sondern als Mittel zu einem besseren Leben, in dem sich zumindest die Kopfarbeit zunehmend vom „Arbeitsplatz“ löst.

„Dabei geht es nicht um Homeoffice versus Office, sondern darum, zu arbeiten wo ich will, also nicht mehr gebunden an einen physischen Ort“, erklärt Erlach, der seit dem Beginn der Pandemie nicht einen einzigen Tag in seinem Büro verbrachte. Seit mehr als einem Jahr werde bei Microsoft Österreich „remote“ gearbeitet, also aus der Ferne, erzählt er und gibt zu, dass ihm manchmal die direkten Kontakte fehlen.

Wie Microsoft-Gründer Bill Gates sieht auch Hermann Erlach die Büroarbeit in einem rasanten Umbruch: „Corona hat einen enormen Digitalisierungsschub gebracht. Was normalerweise Jahre gedauert hätte, ist plötzlich in zwei Monaten passiert“, unterstreicht der in Wien lebende Lienzer und ist dennoch sicher: „Unternehmer müssen keine Angst haben, dass Mitarbeiter nicht mehr ins Büro kommen wollen, das wird aus unserer Sicht nicht passieren, der soziale Drang andere zu treffen, mit anderen zu interagieren, ist stark und wichtiger Teil der Unternehmenskultur.“

Dennoch wird die Bürowelt nach der Pandemie nicht mehr so sein wie davor: „Informations- und Erklärmeetings werden digital sein, da fährt man nicht mehr stundenlang von Wien nach Innsbruck, aber es wird eine bewusste Entscheidung für physische Meetings geben. Ein physisches Meeting wird ein Zeichen von Respekt sein und zeigen, dass man sich Zeit nimmt für jemanden. Es wird zu einer Renaissance des physischen Treffens und des gesamten sozialen Lebens kommen“, ist Erlach überzeugt.

Im Podcast verrät der Topmanager aus Osttirol, warum er Kinder lieber in der Natur als vor dem Computer sieht, welche Zukunftschancen der Bezirk hat und was man unter „Denken ohne Lärm“ versteht. Seine Beziehung zur Heimat beschreibt er so: „Ich trage immer ein Stück Osttirol mit mir“.

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Stefi

den ehemaligen Microsoft-Innovationssprecher hätte ich gefragt: - seit einem Jahr wird ein GUI für das Linux-Subsystem versprochen, wie lange sollen wir noch warten? - in Österreich wird Microsoft Rewards nicht angeboten, warum soll dann jmd. z.B. Bing als Suchmaschine verwenden, wenn er/sie nichts davon hat?