Grüne dementieren Gerüchte um Ablöse von Felipe

Platters Stellvertreterin bleibt im Amt, will sich aber für 2023 noch nicht festlegen.

Die Umbildung in Tirols Landesregierung hat auch bei den Grünen Spekulationen über personelle Veränderungen ausgelöst. Mehreren Medienberichten zufolge soll es für LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) nicht rund laufen, zumal sie im Jänner ihre Funktion im Landesvorstand zurückgelegt hatte. Der gesamte grüne Landtagsklub erteilte indes Donnerstagnachmittag Gerüchten über Personalrochaden via Aussendung eine Absage.

Vonseiten der Grünen hieß es am Donnerstag gegenüber der APA, dass das Zurücklegen der Funktion im Landesvorstand keine große Bedeutung habe. „Es gibt keine Personaldebatte“, sagte ein Sprecher. Felipe habe im Jänner ihre Regierungskollegin, Soziallandesrätin Gabriele Fischer gebeten, für sie als Vertreterin der Landesregierung in den Landesvorstand zu gehen. Dies sei deswegen erfolgt, weil Felipe in der Landesregierung – vor allem mit der Bewältigung der Coronakrise – alle Hände voll zu tun gehabt habe.

Ingrid Felipe (Grüne) bleibt – entgegen anderslautenden Gerüchten – in der Tiroler Landesregierung. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Platter hatte am Mittwoch angekündigt, bei der Landtagswahl 2023 wieder antreten zu wollen. Ob Felipe das auch tun werde, ließ sie indes offen. „Ich habe es vor der letzten Landtagswahl so gehandhabt, dass ich mich nicht schon zwei Jahre vorher festgelegt habe, ob ich als Spitzenkandidatin kandidiere und werde das vor dieser Landtagswahl genauso handhaben“, hielt sie in einer Stellungnahme fest. Außerdem ging sie auf das Prozedere der Grünen bei Personalfragen ein: „Eine Spitzenkandidatur wird bei den Tiroler Grünen nicht von einer einzelnen Person bestimmt oder bekanntgegeben. Diese Entscheidungen haben zu gegebenem Zeitpunkt die dafür vorgesehenen Gremien zu fällen“, sagte sie.

Donnerstagnachmittag rückte schließlich der gesamte grüne Landtagsklub zur Verteidigung aus, „nachdem sich die mediale Spekulations- und Gerüchteküche verselbstständigt hat“. Zwar habe es in der ÖVP eine „überraschende Rochade“ gegeben, dasselbe stehe aber keineswegs „bei den Grünen ins Haus“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. „Wir sind ein Team, das einen klaren Fokus hat: die Arbeit für die Tiroler*innen. Das treibt uns an und das treibt uns um. Und davon lassen wir uns keine Minute abbringen“, so der Klub.

Der grüne Landessprecher Christian Altenweisl meinte außerdem, dass sich die Grünen derzeit „intensiv auf die Gemeinderatswahl“ im kommenden Jahr vorbereiten würden. Man wolle auch die Mitgliedschaft bei den Grünen attraktiver gestalten, „noch mehr Einbindung ermöglichen und die Entscheidungsabläufe modernisieren“, sagte Altenweisl.

Felipe war im vergangenen Jahr parteiintern in die Kritik geraten. Als LHStv. Josef Geisler (ÖVP) zu einer WWF-Mitarbeiterin am Landhausplatz „widerwärtiges Luder“ sagte, stand Felipe daneben und reagierte nicht. Auch in der Nachschau hielt sie sich gegenüber Geisler zurück, was ihr Parteikollegen übel nahmen. Allgemein bekannt ist, dass Felipe ein gutes Arbeitsklima zu Platter unterhält. Angesprochen auf die Koalition mit den Grünen sagte Platter mehrmals, dass ein Funktionieren stark von den Personen abhänge, mit denen man zusammenarbeite.

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