Alpenverein forciert Freigabe von Forstwegen für MTB

Ungebrochener Boom bei Mountainbike und e-MTB erfordere aber Lenkungsmaßnahmen.

14.657 Menschen – die Hälfte davon Mitglieder – hat der Alpenverein zwischen Okober und Dezember 2020 nach ihrem Verhältnis zum Mountainbike befragt. Das Ergebnis der nicht wissenschaftlich gestützten Umfrage: Mehr als zwei Drittel der Befragten steigen mehrmals monatlich in den Sattel. Damit sei Mountainbiken nach Wandern bzw. Bergwandern die zweithäufigste Sommer-Sportart im Alpenverein. Mehr als ein Fünftel der befragten BergradlerInnen macht das mit elektrischer Unterstützung. 

Fasst man die Detailergebnisse zusammen, dann ist „Naturgenuss“ (88 Prozent) das Hauptmotiv für das Radeln in den Bergen. Größter Wermutstropfen ist laut AV die gelegentliche Bewegung am Rande der Illegalität. 81 Prozent der Befragten fordern eine generelle Freigabe von Forststraßen. Rund 62 Prozent der befragten MountainbikerInnen geben an, Forststraßen bergauf und Wanderwege bergab zu nutzen. 

Gibt es zuwenig Strecken, auf denen das Mountainbiken offiziell erlaubt ist? Foto: Expa/JFK

„Das vorhandene Angebot an Strecken und Trails entspricht in Österreich schlichtweg nicht der Nachfrage“, resümiert der Alpenverein. Mountainbiker hätten „kaum Möglichkeiten, ihren Sport legal auszuüben.“ Deshalb will sich der Alpenverein mit Nachdruck „für ein attraktives, zeitgemäßes und vor allem möglichst flächendeckendes Angebot“ einsetzen. Auch dem Thema Haftung will man mehr Aufmerksamkeit widmen: Ist eine Forststraße oder ein Wanderweg nicht freigegeben, so haften Grundstücksbesitzer bei einem Unfall nur dann, wenn ihnen grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz nachgewiesen werden kann.

Den Konflikt zwischen RadlerInnen aller Art und anderen Naturnutzern sieht der Alpenverein „medial aufgekocht“ und zeichnet zumindest aus der Sicht der Radler „ein durchwegs positives Stimmungsbild. 45 Prozent der MountainbikerInnen geben an, noch keine negativen Erfahrungen gemacht zu haben.“

Oberstes Ziel für den Alpenverein sei es jedenfalls, den Naturraum zu bewahren, Zerstörung zu verhindern und Störungen soweit wie möglich zu vermeiden, wird in einer Aussendung zur Umfrage betont. Gleichzeitig gehe es dem Alpenverein immer auch darum, Wälder und Berge für möglichst viele Menschen zugänglich zu halten. „Diese Gratwanderung ist nicht nur beim Thema Mountainbike eine Herausforderung, sondern aufgrund der stetig wachsenden Nutzerzahlen in allen Bergsportbereichen eine schwierige Aufgabe.“

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17 Postings bisher
DEMI

@ Sportler 99 hab selber schon Waldweg gebaut ohne Förderung (weiles im Wirtschaftswald keine Förderungen gibt), und weiß was das kostet und was die Erhaltung kostet, aber die Kosten interessieren die Radfahrer ja nicht. Der Weg soll ja nur in super Zustand sein und jederzeit befahrbar sein ☺ Wenn der Alpenverein die Wegerhaltung und die Haftung übernimmt, und die Radfahrer sich an Wegsperren bei Fortsarbeiten halten dann können wir gerne reden. Aber von Pflichten hält unsere Freizeitgesellschaft ja nicht viel, sie wollen nur alle Rechte und die selbstredend umsonst.

phoenix

Die Radler erwarten irgendwann einwandfreie Wege. Bei Forstarbeiten ist das definitiv nicht der Fall, der Weg hat Löcher und Furchen bis dieser repariert wurde. Das ist einem routinierten Radler ganz klar wurscht, aber nicht dem Urlaubsradler aus der deutschem Stadt, der mit seinem geliehen eBike oft das erste mal ins Gelände fährt. Den wirfts auf die Pappm, weil Stein, Loch, usw... Wer haftet dann? Von wegen Eigenverantwortung, für den Richter ist der (öffentliche) Wegzustand entscheidend. Also wer ist für die Löcher und Steine verantwortlich? Wer zahlt die Unfallkosten? Der Besitzer?? Um diese Frage gehts hier!

    steuerzahler

    Wenn im Wald gearbeitet wird und dabei der Weg beschädigt wird, dann ist dieser unmittelbar nach Beendigung der Arbeiten wiederherzustellen. Die Unsitte, mit der Wegsanierung zu warten, ist leider stark verbreitet. Die Reparatur des Weges gehört zu den Aufräumungsarbeiten nach Waldarbeiten.

      senf

      bitte nicht träumen, auch das wunschkonzert spielt nicht mehr. in tirol gibt es ein sehr gutes mountainbike-streckennetz, das sich über die jahre entwickelt hat. die benutzung von forst- und almwegen ist also auf strecken möglich, die als mountainbikerouten gewidmet wurden.

      https://maps.tirol.gv.at/synserver?user=guest&project=tmap_master

      wenn man diese karte betrachtet, dann fällt auf, dass der bezirk lienz, der ja vom tvb osttiol als radeldorado beworben wird, ein eher mageres routenangebot aufweist und der fokus teils auf öffentlichen straßen liegt. die meisten routen stammen noch aus der zeit der örtlichen tourismusverbände, denn seit der verbandsfusionierung hat sich also kaum etwas getan, auch wenn der sport boomt und durch die e-bikes im alpinen raum erleichtert wird.

      die pauschale forderung des AV halte ich überzogen, es kann auch nicht der öamtc medial die öffnungn sämtlicher pkw-befahrbare strecke zu den berggasthöfen und bergstationen fordern, wenn regelungen fehlen.

      regelungen mit widmungen und die zentrale vermarktung für das bikeangebot sind allerdings voraussetzung - zum schutz des sportlers und des wegerhalters.

      ich glaube aber, dass der AV als "öffnungsforderer" sich der bike-aufgabe annehmen sollte/könnte, wo der tvb bisher versagt, oder kein interesse gezeigt hat. im radeldorado osttirol wäre das höchst an der zeit!

      parkplätze an den ausgangspunkten gibt es ja bereits zur genüge!

DEMI

Lieber Sportler 99 schön wäre es wenn ein Forstweg zu 100 % von der öffentliche Hand bezahlt würde, leider ist dem nicht so. Die Realität sieht so aus das es schon schwierig ist eine Genemigung für den Bau zu bekommen, und ob es überhaupt eine Förderung gibt steht in den Sternen, und wenn dann weit weg von 100 %. Und für die Erhaltung gibt es sowieso nichts. Übrigerns wenn dem so ist das ein Objekt wenn öffentliche Mittel dafür bezahlt wurden von jedem genutzt werden kann oder soll, dann komme ich gerne mal zu dir auf dein Sofa für ein Mittagsschläfchen, denn in deinn Haus oder Wohnung sind ja auch öffentliche Mittel geflossen sprich Wohnbauförderung ☺

    Sportler99

    DEMI habe nie von 100% gesprochen?! Aber wenn es nur Wege geben würde die ohne Förderung gebaut worden wäre dann wärst Du noch mit dem Pferden im Wald unterwegs. De mir sein mir Mentalität die man immer wieder bei den ach so armen Waldbesitzern sieht geht mir gelinde gesagt schon auf den Zeiger. Ihr verjagt uns sicher nicht von den Forstwegen denn für das sind wir zu viele. Wundert euch nicht wenn die jungen qwer durch den Wald die Almen usw. fahren wenn sie auf den Wegen nicht erwünscht sind.

Philanthrop

Ohne Worte... Immer die gleichen Keulen, Wegerhaltung, Versicherung, bla bla bla. Es gibt, wenn nicht ausdrücklich anders bestimmt, ein Betretungsrecht für Wald und Flur. Da sollte es für eine moderne fitnessorientierte Gesellschaft schon möglich sein eine Regelung zu finden, die wie lautet, freies Befahrungsrecht für Radfahrer auf Forstwegen (MTB), wenn nicht ausdrücklich anders bestimmt. Ich denke dass sich die Zerstörung der massiv gebauten Wege, die ja auch von Traktoren und schweren LKW befahren werden, durch Radfahrer in Grenzen hält. Es ist eh traurig genug das für alles und jedes Diskussionen und schlussendlich eine Rechtsgrundlage nötigt sind. Auf Forstwegen? Rücksichts- und Verantwortungsvoll, damit sollte es gelingen. Der Mensch ist des Mitmenschen Feind.

Liebe Grüsse und freut euch an der Natur

    so ist es vielleicht

    Die Zerstörung der Forstwege erfolgt wohl wirklich am ehesten durch die Forstarbeiten selbst. Wenn man z.B. aktuell den Zustand des Weges zum Reiterkirchl oder weiter zum Reiter Feichtl ansieht, die Idylle da rauf wurde brachial entzaubert, der Weg ist teilweise zu einer Straße mutiert. Da machen ein paar Radler echt nichts aus.

    Eigenverantwortung heißt das Zauberwort, jeder weiß, worauf er sich einlässt, somit wäre jeder selbst haftbar!!! Und wenn Rodungsarbeiten statt finden, ist so ein Weg ja grundsätzlich eh gesperrt, das hat dann auch zu 100% toleriert zu werden! 🌳🌲

    genaugenommen

    Der Mensch ist des Mitmenschen Feind. Dem ist nichts hinzuzufügen!

12345

Bin selbst Mountainbiker aber wie bitte stellt sich das des Alpenverein vor? Forstwege sind für Forstarbeiten gedacht und wenn dann ein Holz LKW über diesen Weg fährt weil dies seine Arbeit ist ist es für diesen mehr als nur lästig wenn ihm alle paar Minuten ein Biker entgegenkommt die sich meist im Recht sehen und oft wenig Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer sind. Das Angebot für Mountainbiker ist hier im Bezirk in den letzten Jahren eh um einiges besser geworden und meiner Meinung nach sollte man diesen Sport wenn möglich auf dafür vorgesehenen Trails ausüben und nicht auf irgendwelchen Forstwegen. Einfach das Angebot an Trails ausarbeiten und fertig.

    Sportler99

    12345, Ah woll bin auch Biker 😂😂🤦‍♂️ Kollege hier geht's um Mountainbike und nit um Motorräder! Bin auch Biker 😂 Lieber Hr. Waldbesitzer oder Bauer nit verstellen bitte...

    Der Wald bzw die Forstwege werden und wurden von der öffentlichen Hand mit finanziert oder zur gänze bezahlt. Und lästig werden die Biker am Weg schon sein, Habe erst unlängst eine nette Diskussion mit einem König der Wälder gehabt 😁 weil ich ihn aufmerksam gemacht habe das daß Öl das da aus seinem LKW rinnt nicht unbedingt gut für die Umwelt ist.

      12345

      @Sportler99 Immer diese Korinethenkackerei, wenn ich unter diesem Artikel das Wort Biker benutze weiß jeder was ich meine aber du musst dich natürlich drauf einschießen. Und überleg mal, wer übernimmt wenn man auf Forstwegen fahren dürfte die Haftung? Macht dies dann der Alpenverein? Stellt der Alpenverein dann Personal die sich darüm kümmern dass keine Gefahrstellen am Weg sind? Ich glabe eher nicht. Außerdem gibt es eh ein gutes Angebot an Trails von Anfänger bis Fortgeschritten für jeden was dabei, da müssen wir Mountainbiker nicht auf den FORSTwegen lästig werden.

      lw5

      Dann wird wohl auch der erhalt der Forstwege nach solchen Wintern von öffentlichen Geldern finanziert? Ich glaube wohl nicht! Würden die Bauern nichts machen oder machen lassen, wäre ohnehin kein durchkommen mehr!!!

    heimo

    Habe Respekt vor diesen LKW-Fahren die unmögliche Wege voll beladen befahren müssen. Aber wenn bei Begegnung, ich als Radfahrer stehen bleibe und Platz mache, sich dann trotzdem blöde Belehrungen gefallen lassen muss, oder bei Ladetätigkeiten im gesicherten Abstand stehen bleibe und abwarte bis die Beladung fertig ist, abermals von den Fahrern angepöbelt werde, geht mein Respekt verloren!!! Und noch was zu den Tafel „Sperrgebiet Forstarbeiten“: Diese Tafeln stehen oft Monatelang ohne dass weit und breit gearbeitet wird, auch hier werden dies Tafeln unglaubwürdig.

bergfex

.....Alpenverein forciert Freigabe von Forstwegen für MTB.....

Zahlt der Alpenverein dann auch die Wegerhaltug?

Kann man dann als Wanderer nur mehr mit Helm und Schutzausrüstung wandern gehen oder soll man irgendwo im Wald zwischen Ästen und Brennesseln herumkräulen?

    Tauerngeist

    Lieber Bergfex, wenn Du die Kondition hast, kauf Dir ein MTB, wenn nicht, dann halt ein E-Bike und fahr einfach mal die lässigen MTB-Strecken hier bei uns ab. Wirst sehen, das wird Dir gefallen. Und bitte, nicht immer nur jammern und alles schlecht machen. Ich bin überzeugt, der Grossteil der Biker sind vernünftige Leute und geben auf die Wanderer acht. Also nicht gleich alles so schwarz sehen. Bis bald im Wald. 👍

    Sportler99

    Da Bergfex 😂👍 Jammer nit umma die meisten Wege wurden von der öffentlichen Hand finanziert oder kensch du ahn Waldbesitzer der seine Wege zu 100% selbst zahlt. Und dementsprechend darf sie auch jedermann benutzen! Mit oder ohne Helm 😉