Innovation Award: Halsband gegen Beutegreifer

Mit smarten Halsbändern für Herdentiere will Michael Eder gegen Wolfsangriffe vorgehen.

Seit einigen Wochen laufen die Einreichungen für den Osttiroler „Innovation Award“ der Arbeitsgemeinschaft „Vordenken für Osttirol“. Wir stellen alle eingereichten Projekte vor.

Angriffe auf Nutztiere durch Wölfe setzen die Landwirtschaft unter Druck. Michael Eder, Erfinder und Geschäftsführer der Brainflash Patententwicklungs GmbH, arbeitet an einer funktionellen Lösung für den Herdenschutz. Ein Abwehrband mit smarter Elektronik soll Herden vor Wolf-Angriffen schützen. Die Innovation basiert auf dem Verhalten und der Lernfähigkeit von Beutegreifern, die mit Drosselbiss töten. Dazu zählen neben dem Wolf auch der Bär oder der Luchs.

Der Druck des Drosselbisses löst einen Stromschlag im Abwehrband aus, die Spannung ist vergleichbar mit der eines Elektrozauns. Dieser Impuls veranlasst den Angreifer dazu, vom Haus- bzw. Nutztier abzulassen. Der Wolf soll aus diesem Stromschlag  „lernen“ und im besten Fall vor weiteren Versuchen abhalten. Die Funktion des Abwehrbandes lässt sich einfach und unkompliziert auf unterschiedliche Größen – passend für alle Nutztierrassen – adaptieren. Die Elektronik ist für Nutztiere selbst ungefährlich. Auch der Wolf soll durch die Stromschläge nicht geschädigt, sondern nur abgeschreckt werden. Außerdem ist gefahrloses Hantieren für den Landwirt sichergestellt.

Neben der Elektronik, die wasserdicht in einem kleinen Kunststoffgehäuse verarbeitet ist, besteht das Abwehrband aus Recyclingmaterial: Ausrangierte Feuerwehrschläuche, die in großen Mengen zur Verfügung stehen. Aktuell wird eine Testserie im Brainflash-Technikum produziert, um in dieser Weidesaison Witterungsfähigkeit, Funktionsfähigkeit und den gesetzeskonformen Umgang mit Nutztieren zu überprüfen. Nach diesen Tests in Osttirol und Deutschland können mögliche Adaptionen vorgenommen und darauf eine Serienproduktion vorbereitet werden.


Im Zuge des Innovation Award 2021 sucht die Arbeitsgemeinschaft „Vordenken für Osttirol“ nach konkreten Ideen und Projekten mit Chancen auf eine erfolgreiche Umsetzung und direkten Nutzen für Osttirol. Bis 16. April kann man Projekte einreichen. Aus den sozialen und wirtschaftlichen Projektideen, die die Region beleben sollen, werden von einer Fachjury drei Hauptpreise ausgewählt und prämiert. Dolomitenstadt.at stellt die Projekte in einer Mini-Serie vor, einfach hier klicken.

Informationen zum Ideenwettbewerb finden sich auch auf der Website von Osttirol Leben.

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