Studierende kämpfen mit Einsamkeit und Stress

Corona schlägt auf die Psyche. Unterstützung für Betroffene an der Uni Innsbruck.

Dass die aktuelle Zeit und insbesondere die vergangenen Monate der Corona-Pandemie auch für junge Erwachsene, die an Österreichs Hochschulen studieren, nicht immer leicht sind, ist unbestritten. Die ÖH der Universität Innsbruck hat in einer Umfrage im November 2020 herausgefunden, dass sich damals nur sechs Prozent der Studierenden rundherum glücklich gefühlt haben.

Hingegen gaben knapp 67 Prozent an, mehr depressive oder traurige Phasen zu erleben, wie Johann Katzlinger, Vorsitzender der ÖH an der Universität Innsbruck erklärt. „Zwei Drittel – das ist keine Randerscheinung!“ Noch höher war der Anteil der Studierenden, die sich im letzten November überfordert fühlten. Drei Viertel der Befragten sahen sich von Überforderung betroffen.

Die ÖH Innsbruck führte bereits im November 2020 eine Umfrage unter Studierenden durch. Der Großteil der jungen Erwachsenen fühlt sich überfordert und durchlebt aktuell mehr depressive Phasen. Foto: Unsplash/ Siora Photography

Viele Studierende befinden sich aktuell mitten im bereits dritten Semester, das größtenteils online stattfindet. StudienanfängerInnen des Wintersemesters 2020/21 kennen es gar nicht anders. Das Studierendenleben geht dabei aber unbeirrt weiter, Mieten wollen bezahlt und Arbeiten eingereicht werden. Das und der fehlende Kontakt zu den Mitstudierenden führt laut der ÖH bei vielen zu Einsamkeit und Stress gepaart mit Antriebslosigkeit.

„Corona schlägt auf die Psyche! Das ist sehr offensichtlich. Viele Studierende leiden aktuell unter den zahlreichen Einschränkungen und den geringen sozialen Kontakten“, so Johann Katzlinger. Das zeigt sich auch in der Umfrage der ÖH: Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, dass es ihnen vor einem Jahr – im November 2019 – besser ging als im November 2020.

Die ÖH der Universität Innsbruck und die Hochschule selbst setzen den Fokus deshalb bereits seit November 2020 vermehrt auf das Thema „Mentale Gesundheit“ und informieren Studierende. Die ÖH gab die angesprochene Studie in Auftrag, deren Ergebnisse das Problem verdeutlichen.

ÖH-Vorsitzender Johann Katzlinger freut sich, dass mehr in die psychische Gesundheit der Studierenden investiert wird. Foto: ÖH Innsbruck

Das Budget für die psychologische Studienberatung an der Universität Innsbruck wird nun um insgesamt 40 Prozent aufgestockt. Damit können 1,5 zusätzliche Vollzeitstellen in der Psychologischen Studienberatung eingerichtet werden, freut sich ÖH-Vorsitzender Katzlinger. Ein wichtiger Schritt, denn momentan seien die Wartezeiten sehr lange. Bundesweit thematisiert die ÖH die mentale Gesundheit der Studierenden mit der Mental Health Kampagne 2021 und will mittels Aufklärung auch gegen die noch immer herrschende gesellschaftliche Stigmatisierung von psychischen Krankheiten ankämpfen.

Im Zuge der Mental Health Kampagne finden Veranstaltungen und Vorträge zum Thema statt. Studierende können sich auch online über Anlaufstellen informieren.

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