Der Theaterwagen Porcia kommt nach Lienz

Am 1. Juni stehen ein Kinder- und ein Erwachsenenstück auf dem Programm.

Der Theaterwagen Porcia rollt wieder an! Wie von Zauberhand bewegt, wird sich in der ersten Juniwoche die Rampe öffnen und gleich zwei Mal eine Schauspieltruppe in bunten Kostümen zum Vorschein bringen. Denn am Dienstag, den 1. Juni um 16 Uhr steht ein Kinderstück und um 18 Uhr ein Erwachsenenstück auf dem Programm der Stadtkultur Lienz. Schauplatz ist das BORG-Areal, wo die beiden Stücke bei Schönwetter unter freiem Himmel stattfinden. Bei Schlechtwetter wird in der Spitalskirche aufgeführt.

Auf die jungen Theaterfans wartet am 1. Juni ein kunterbuntes Abenteuer. Foto: Marco Riebler

Den Start in den Theaterabend bildet um 16 Uhr das Kindertheaterstück „Herr Dommeldidot will nicht sprechen“: Der kleine, ulkige, kluge Hauskobold Dommeldidot will unbedingt mit in die Schule gehen und lernen. Aber was er da für Wörter hört von den Kindern, das versteht er einfach nicht. Und schon gar nicht versteht er, warum ein Kind weniger dazu gehört als ein anderes. Warum werden manche ausgelacht? Und wie anstrengend kann es sein, dazuzugehören! Dommeldidot ist der Meinung, jeder ist genau so richtig, wie er eben ist. Und da gibt es nix herumzukritisieren. Natürlich gibt es auch wieder jede Menge Schabernack, ist doch klar!

Für die erwachsenen Besucher steht heuer „My Cool Lady“ nach Pygmalion von George Bernard Shaw auf dem Programm. „Entschuldige die direkte Frage, Higgins: Bist Du ein anständiger Charakter, was Frauen betrifft?“ – „Bist du jemals einem anständigen Mann begegnet, was Frauen betrifft?“- solche Fragen stellt der schrullige und seelensgute Oberst Pickering seinem Freund Prof. Henry Higgins, mit dem er eine unbedingte Leidenschaft für Wortklaubereien teilt. Die beiden Sprachfanatiker haben sich Eliza als Versuchskaninchen ins Haus geholt. Eliza spricht eine ganz andere Sprache als die beiden älteren Herren der begüterten Upperclass.

Der Theaterabend wird mit dem Stück „My Cool Lady“ enden. Foto: Marco Riebler

Sie spricht die Sprache der Jungen und derer, die auf der Straße leben. Und das kann schon auch mal heftiger ausfallen: „Du bist echt cringe, alter Loser!“, sagt sie, wenn sie auf ihrem Weg, eine Lady zu werden, die Geduld verliert mit ihrem Lehrer Higgins. Ihr Vater, der immer alkoholisierte Doolittle, dessen Lebensphilosophie mit der Höhe des Ethanolspiegels im Blut an Tiefe gewinnt, gehört auch nicht gerade zu den anständigen Männern. Mrs. Higgins, die dominante Mutter des unwiderstehlichen Frauenverachters Higgins, rundet die absurde Versammlung ladylike ab. Und uns bleibt nur staunend und lachend, uns selbst in diesem Spiegel des Theaters zu betrachten. Was wird also aus Eliza? Wer spricht welche Sprache und wie sehr sind soziale Sprachbarrieren heute noch oder gar mehr denn je Thema?

ZuschauerInnen erwartet einer der kompliziertesten Liebesgeschichten der Weltliteratur mit ungeklärtem Ausgang, gleichzeitig einer Emanzipationsgeschichte und beißenden Satire über Vorurteile und Sprachbarrieren!


„Herr Dommeldidot will nicht sprechen“: Eintritt 3 Euro.
„My Cool Lady“: Eintritt 5 Euro.
Karten gibt es direkt vor Ort.

Zutritt zu den Stücken haben nur BesucherInnen, die sich als getestet, geimpft oder genesen ausweisen können. Es gilt FFP2-Masken-Pflicht und Abstandsregeln sind einzuhalten.

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