Bildungshaus lädt Demokratie-Experten zum Gespräch

Online-Vorträge von Gerhard Mangott am 27. Mai und Andreas Perham am 31. Mai.

Die Demokratie ist aktuell in vielen Teilen der Welt und auch in der Corona-Pandemie gefordert. Bereits seit Längerem gewinnen Verschwörungstheorien und extremistische Gruppen in der westlichen Welt immer mehr AnhängerInnen, in der Krise haben einige das Gefühl, ihrer Freiheiten beraubt zu werden. In anderen – auch europäischen – Ländern sind es Staatsoberhäupter und Regimes, die die demokratischen Grundrechte beschneiden.

Das Bildungshaus Osttirol nimmt sich auch deswegen des Themas „Demokratie“ an und präsentiert zwei Vorträge, deren renommierte Referenten Experten in diesem Bereich sind.

Politikwissenschaftler Gerhard Mangott beschäftigt sich mit der Abkehr von der Demokratie in Russland. Foto: Celia di Paul

Am kommenden Donnerstag, 27. Mai um 19 Uhr spricht der Innsbrucker Professor Gerhard Mangott in seinem Onlinevortrag „Russland: Abkehr von der Demokratie und der Rückgriff auf harten Autoritarismus“ über ein Land, dessen repressiver Kurs immer wieder zu Diskussionen sowie Sanktionen und Mahnungen von Seiten der EU-Mitgliedsstaaten in Richtung Russlands Präsidenten Wladimir Putin führt.

Die russische Führung hat in den letzten Monaten auf gesetzlichem oder gerichtlichem Weg zahlreiche repressive Maßnahmen gegen Andersdenkende auf den Weg gebracht. Gab es lange noch Nischen, in denen sich oppositionelle Aktivitäten und kritische Journalisten bewegen konnten, scheint Putin nun auf eine Strategie der Repression zu setzen und zwar in dem Maße, wie seine Legitimation in Russland schwindet.

Gerhard Mangott ist Politikwissenschaftler und Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Innsbruck. Er beschäftigt sich insbesondere mit den Ländern Osteuropas und mit Russland und ist auch im österreichischen Rundfunk als Experte tätig. Sein Vortag zur Demokratie in Russland ist kostenlos und findet online über Zoom statt, Interessierte müssen sich online anmelden und erhalten nach der Anmeldung den Link zum Onlinevortrag am 27. Mai um 19 Uhr.

Rechtsextremismusforscher Andreas Peham spricht über die Corona-Pandemie, den Neoliberalismus und Rechtsextremismus und darüber wie diese die Demokratie in Gefahr bringen. Foto:Christof Moderbacher

Dem Thema „Demokratie und Pandemie“ widmet sich Andreas Peham vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) am Montag, den 31. Mai ebenfalls um 19 Uhr. Andreas Peham ist Rechtsextremismus- und Antisemitismusforscher und betreibt unter anderem langjährige Forschungen zum Rechten Extremismus in Europa.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel nannte die Covid-Pandemie eine „demokratische Zumutung“. Viele Menschen fühlen sich derzeit in ihren demokratischen Rechten eingeschränkt. Bestärkt werden sie darin von Rechtsextremen, die die Krise wie die Luft zum Atmen brauchen und sie deswegen befeuern. Mit Schlagworten wie „Freiheit“ und mit allerlei Verschwörungsmythen hetzen sie gegen das „System“ und meinen damit die Demokratie. Aber Demokratie ist mehr als Meinungsfreiheit und das Recht zu wählen! Zudem werden seit Jahrzehnten demokratische Aushandlungsräume (beispielsweise Sozialpolitik) auf „Sachzwänge“ und auf die Meinungen von Experten eingeengt. Dieser Neoliberalismus hat die Demokratie mittlerweile so geschwächt, dass sie nun eine leichte Beute des Rechtsextremismus zu werden droht.

Interessierte sind eingeladen aktiv mitzudiskutieren, wenn Andreas Peham am 31. Mai um 19 Uhr über die Corona-Krise, den Neoliberalismus und den Rechtsextremismus spricht und darüber, wie diese die Demokratie gefährden. Den Link zum Onlinevortrag erhalten TeilnehmerInnen nach der Anmeldung.

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