Der Tourismusverband Osttirol hat am Montagabend seine Vollversammlung in Nußdorf-Debant abgehalten. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Der Tourismusverband Osttirol hat am Montagabend seine Vollversammlung in Nußdorf-Debant abgehalten. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Tourismusverband Osttirol rechnet mit Rekordsommer

Trotz fehlender Einnahmen und Winterausfall keine Finanzsorgen beim TVBO.

Der Osttiroler Tourismusverband zog am Montagabend im Kultursaal in Nußdorf-Debant über das vergangene Jahr Bilanz. Es waren nicht viele Mitglieder gekommen, rund 30 Gäste nahmen im Saal Platz. Obwohl die vergangenen Monate für die Tourismuswirtschaft herausfordernd waren, war der Abend geprägt von Harmonie und positiven Signalen.

2020 wurde nach fünf Jahren die Herz Ass-Runde im Villgratental fertiggestellt, Kartitsch als erstes Winterwanderdorf Österreichs etabliert, ein neuer Family-Trail am Hochstein angelegt, die Burg Heinfels zu neuem Leben erweckt, neue Infobüros in Virgen und Obertilliach eingerichtet und das Biathlonzentrum in Obertilliach erweitert. Als Highlight des Jahres hob Verbandsobmann Franz Theurl den Iseltrail hervor. Der Weitwanderweg habe „eingeschlagen wie eine Bombe“.

Trotz der Herausforderungen der Corona-Pandemie blickt Obmann Franz Theurl zuversichtlich in die Zukunft des TVBO.

Zur Sprache kamen aber auch die weniger erfreulichen Aspekte der vergangenen Monate. Theurl erinnerte an die starke Wintersaison 2019/20 und ihr jähes Ende im Schatten der Pandemie. Auch die Sommersaison nahm anfangs nur schwer Fahrt auf, entwickelte sich dann aber umso besser. Osttirol war mit über einer Million Nächtigungen und einem – verhältnismäßig geringen – Minus von 13,62 Prozent Tirols beste Tourismusregion. „Vor allem bei der Wertschöpfung konnten wir eine enorme Steigerung erzielen. In der Gastronomie haben die Kassen im Sommer ordentlich geklingelt. Umso bitterer war dann der komplette Ausfall der Wintersaison 2020/21“, so Theurl.

Die fehlenden Nächtigungsgebühren und Pflichtbeiträge resultierten in einem Einnahmenausfall von rund 3,1 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr. Wie Theurl berichtete, hat der TVBO in den letzten Jahren Eigenkapital von 7,5 Mio. Euro aufgebaut und die Verbindlichkeiten auf ca. 4,3 Mio. Euro reduziert: „Der Gewinn aus dem Jahr 2019 war eine gute Liquiditätsbrücke.“ Auch die Corona-Ausgleichszahlungen des Landes in Höhe von 1,6 Mio. federten die Verluste ab.

Die vergangenen 15 Monate forderten auch das Marketingteam, wie Abteilungsleiterin Victoria Lackner-Ranacher berichtete: „Das Ausrollen von Kampagnen war in diesen unsicheren Zeiten sehr schwierig und erforderte Spontanität.“ Laut Theurl wurde im vergangenen Jahr beim Marketing Geld eingespart, letztendlich aber mit weniger Mitteln mehr Effizienz erreicht.

„Der Verband steht trotz der Verluste durch die Corona-Krise finanziell sehr gut da“, berichtete Aufsichtsratsvorsitzender Hansjörg Mattersberger.

Die wichtigsten Zahlen des Jahresabschlusses 2019 hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Hansjörg Mattersberger parat: „Der Osttiroler Tourismusverband steht trotz Corona finanziell sehr gut da.“ So sei das Eigenkapital durch den Gewinn von 1,93 Mio. Euro auf 3,25 Mio. Euro angewachsen. Die Jahresrechnung 2019 und die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat wurde von den Anwesenden einstimmig genehmigt.

Der Obmann gab abschließend einen Ausblick auf bevorstehende Projekte und konnte sich dabei die eine oder andere Spitze gegen die Stadt Lienz und den Südtiroler Radverleih Papin Sport nicht verkneifen. So sei unter anderem eine Kletterhalle für Lienz und ein neues „Venedigerzentrum“ im Strategiepapier des TVBO vorgesehen. Auch in die Radinfrastruktur will der TVBO weiter investieren und am neuen Lienzer Bahnhof eine neue Mobilitätslösung anbieten. Zunächst liegt der Fokus aber auf einer guten Sommersaison. Theurl ist optimistisch und erwartet einen Rekordsommer.

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4 Postings bisher
multi 1

Habe heute meine Tourismus Vorschreibung bekommen für 2021. Einiges mehr als die vorherigen Jahre. Das beste ist habe seit Mitte Mai erst wieder geöffnet. Aber der Geldesel im Stall werds woll scheissn.

christoph03

Man sollte das Geld sinnvoll nutzen und die Beschilderung "Willkommen in Osttirol" endlich mal Installieren! Jeder kleine Ort hat schon eigen Schilder und Osttirol?? ausser natürlich am Felbertauern *pfff*

    Godmensch

    noch ein unnützes Schild mehr 🤦‍♂️

Biker ohne Strom

Solange die Unternehmer diese Pflichtsystemerhaltungsabgabe zahlen müssen hat man leicht klotzen!

Ich für meinen Teil verrechne die doppelte Abgabe aufs Jahr gerechnet allen Tiroler Tourismusbetrieben in denen ich tätig bin. Leider hat nicht jeder die Möglichkeit das zu machen.