Schneefelder im Gebirge erfordern besondere Vorsicht

Der Schnee von gestern ist die Gefahr von heute. Videokampagne soll aufklären.

Heuer ist die Situation in den Osttiroler Bergen besonders markant: Durch zahlreiche spätwinterliche Schneefälle und einen außergewöhnlich kühlen Frühling halten sich Altschneefelder im Gebirge bis weit in die Wandersaison hinein, besonders Lawinenreste bleiben lange liegen. Mit den richtigen Maßnahmen können Bergsteiger das Absturzrisiko auf dem hart gefrorenen und oft steilen Schneeflächen vermindern.

Der viele Schnee in den Bergen ist heuer auch noch im Sommer eine ernst zu nehmende Gefahr. Foto: Naturfreunde/Martin Edlinger

Altschneefelder stellen ein häufig unterschätztes Absturzrisiko dar. Viele überschätzen die Reibung auf hartem Firn und unterschätzen die Beschleunigung im Falle eines Sturzes. „Bereits bei mäßiger Hangsteilheit erreichen wir bei fünf bis zehn Metern Rutschstrecke eine Geschwindigkeit, die nicht mehr kontrolliert werden kann. Bei einem Rutsch über einen 40 Grad steilen Firnhang erreicht man beinahe freie Fallgeschwindigkeit“, rechnet Michael Larcher, Leiter der Bergsportabteilung im Alpenverein, vor.

„Auch flachere Hänge bergen ein Risiko, das den wenigsten Wanderern bewusst ist“, so der Experte. Ein Ausrutscher auf einem Schneefeld, das in felsdurchsetztes Gelände oder gar in einen Steilabbruch übergeht, könne schwerwiegende Folgen haben.

Bevor man ein Altschneefeld betritt ist eine kritische Risikoeinschätzung unerlässlich. Auf weniger trittsichere Tourenpartner wie Kinder sollte Rücksicht genommen werden. „Zum Queren eines Schneefelds sollten wenigstens die oberen zehn Zentimeter der Schneedecke aufgeweicht sein, damit man auch wirklich Tritte setzen kann“, rät Larcher und fügt hinzu: „Gute Bergschuhe sind hier natürlich eine absolute Grundvoraussetzung.“

Falls das Worst-Case-Szenario eintritt und man auf einem Schneefeld ausrutscht, ist rasches Handeln wichtig. Man soll so schnell wie möglich den Körper in Bauchlage mit dem Kopf zum Gipfel bringen. So kann man eine Liegestützposition einnehmen und mit den Füßen und Händen abbremsen. Im Rahmen einer Videokampagne zeigt der Alpenverein vor, wie man Schneefelder im Sommer sicher überquert:

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