Penthouse von Alaba in Kirchberg im Visier

Ist das ein Hauptwohnsitz? Freizeitwohnsitzquote in der Gemeinde bei 21 Prozent.

Die verschärften Kontrollen von illegalen Freizeitwohnsitzen in Tirol machen auch vor ÖFB-Teamstar und Neo-Real Madrid-Kicker David Alaba nicht halt. Neben mehreren anderen Wohnungen werde auch geprüft, ob Alabas Penthouse in Kirchberg im Bezirk Kitzbühel widmungskonform als Hauptwohnsitz verwendet wird, berichtete die „Tiroler Tageszeitung“ (Freitagsausgabe) unter Berufung auf den Kirchberger Bürgermeister Hubert Berger.

Ein Ermittlungsverfahren bzw. Erhebungen seitens der Gemeinde seien eingeleitet worden. Offenbar soll Alaba bereits eine Stellungnahme dazu abgegeben haben. Der 28-jährige Wiener und Ex-Bayern München-Star hatte sich Anfang 2018 in einer neu errichteten Anlage ein Penthouse mit fünf Tiefgaragenplätzen um 3,5 Millionen Euro gekauft.

Wohnt David Alaba nicht selbst hauptsächlich in Kirchberg, muss ein Mieter seinen ständigen Wohnsitz im Penthouse des Fußballers anmelden. Foto: APA

In dem Kaufvertrag verpflichtete er sich laut „TT“, dort keinen Freizeitwohnsitz zu errichten. Und der Fußballer nahm „weiters zur Kenntnis, dass er im Streitfall diesbezüglich beweispflichtig ist“. Dieser Fall sei jetzt eingetreten.

Alaba muss in der Unterländer Gemeinde nicht ständig wohnen, er kann das Penthouse auch vermieten. Doch dann muss zumindest der Mieter seinen ständigen Wohnsitz in Kirchberg anmelden. Laut Bürgermeister Berger hat der Fußballer in der Gemeinde keinen Wohnsitz angemeldet, sondern ein Familienmitglied.

Die nunmehrigen Erhebungen gehen laut dem Bericht auf eine Anzeige aus dem Vorjahr zurück. Damals war es im Bezirk wegen der verschärften Vorgangsweise in Sachen Freizeitwohnsitzen zu dutzenden Anzeigen gekommen – so auch in Kirchberg. Die Gemeinde wurde damals damit konfrontiert, dass in besagter Wohnanlage vorwiegend Nicht-Tiroler Immobilien erworben hätten.

In Tiroler Gemeinden, in denen bereits acht Prozent aller Immobilien als Ferienwohnsitze gewidmet sind, dürfen solche nicht mehr genehmigt werden. 16.200 erlaubte Freizeitwohnsitze gibt es im Land, rund 10.000 werden illegal genützt. In Kirchberg ist die Freizeitwohnsitzquote mit 21 Prozent schon längst ausgeschöpft.

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14 Postings bisher
unholdenbank

Ich, als Nicht-Schwarzer habe mein Traumobjekt/Traumhaus in Tirol nicht genehmigt bekommen. Bin halt vielleicht nicht berühmt oder schwarz/türkis genug. Außerdem kann sich "mein" Bürgermeister in meinem Schatten nicht so sonnen, wie der BGM von Kirchberg mit Alaba, der BGM von Kitzbühel mit Beckenbauer und Glas, der BGM von Mils mit Semino Rossi usw. Es kommen immer wieder die gleichen Ungleichheiten zutage und es passiert - nichts. Und dabei regen sich die österreichischen Politiker masslos über Lukaschenko und sein Belarus auf - bemerkenswert!

lokal

ich frag einmal den Sem...

Chronos

@schnuffi, @benda, Gleichgültigkeit? Neid? Ihr sprecht beide von Neid? Wer ist neidisch?

Ihr habt wohl überhaupt nichts verstanden! Es geht hier nicht um einen Funken Neid! Sondern lediglich um das Tiroler Grundverkehrsgesetz. Die Auslegung und die Umsetzung dieses Gesetzes. Und wie die Politik (ÖVP) seit Jahren damit umgeht. Nicht im Artikel selbst, jedoch genau das ist das Hauptproblem, dass Gründe, Wohnungen, Häuser usw. in Tirol teuer werden. Aber ihr und eure Kinder werden das wohl nicht mehr benötigen, oder?

JA, und es gibt sehr reiche Menschen (meist Nicht-Österreicher), denen von der Politik (ÖVP) "einiges ermöglicht" worden ist. Ich spreche hier von Grundstücks- u. Villenkäufen in absolut besten Tiroler Top Lagen, ohne dass die HWS-Regelung eingehalten wird, wie das das Grundverkehrsgesetz vorsieht. Die reichen Immo-Investoren nützen, die seit Jahren bekannten "Gepflogenheiten" und die Auslegungen des Grundverkehrsgesetz mit Anwälten nur zu ihren Gunsten aus. Das führt zu immer höheren Wohn-, Haus- und Grundstückspreisen bei den Einheimischen!

Alaba als Fußballstar wird in den Medien "breitgetreten". Alaba tut mir (fast) leid, dass er für das Versagen der ÖVP-Politik in den Medien nun herhalten muss! Bei Alaba würde ich meinen, war/ist es nicht so abwegig, seinen Hauptwohnsitz als Österreicher in Kirchberg zu begründen. Von seiner Arbeitsstelle (FC Bayern München) ist/war es eine knapp über 1 Std. Fahrzeit. Pendel ist sohin locker möglich. Madrid ist etwas weiter weg. Selbst falls Alaba nicht in Österreich Steuern zahlt (weiß ich nicht) kann er durchaus einen HWS in Österreich haben. Ich weiß nicht, ob er seinen HWS (weiteren) in Wien hat.

Es gibt jedoch tausende Freizeitwohnsitze oder HWS, welche als Freizeitwohnsitze von Nicht-Österreichern in Tirol genützt werden. Und die sind anders gelagert als bei Alaba, der noch dazu Österreicher ist! Bsp. Quelle TT: "Freizeitwohnsitz - Bierhoff kauft sich freie Aussicht in Hochfilzen. Deutschlands Fußball-Teammanager Oliver Bierhoff erwarb in Hochfilzen einen Freizeitwohnsitz und rund 15.000 m² Freiland" https://www.tt.com/artikel/14762539/freizeitwohnsitz-bierhoff-kauft-sich-freie-aussicht-in-hochfilzen

@schnuffi, @benda, lesen Sie den Artikel. Vielleicht verstehen Sie dann mehr. Nicht einfach lakonisch drauflos schreiben...

benda

Der Neid ist etwas fürchterliches! Vielleicht wäre es besser wenn er das Penthouse und die fünf Tiefgaragenplätze einen Einheimischen Barzahler um 3,5 Millionen verkauft. Für das Nationalteam ist er hoffentlich noch gut genug.

schnuffi

Wenn das wirklich ein Problem ist, dann haben wir in Tirol absolut keine Probleme.....☺ Mir ist sowas einfach komplett egal, weil sich nur die wenigsten so eine Wohnung überhaupt leisten können. Also mir verwehrt Herr Alaba einmal sicher nicht eine Wohnmöglichkeit in Kirchberg. 😅 Bin nun wirklich froh, nicht solche Sorgen zu haben! Geht mich auch absolut nix an was die Leute mit ihrem Geld machen! Neid ist, Gott sei Dank, eine Eigenschaft die ich nicht besitze!

Freizeit

Wer weiß, weiß Alaba überhaupt, dass er in Kirchberg ein Penthouse besitzt.

    Chronos

    Ein paar kurze Meldungen in den Medien hat es dazu schon gegeben. ​z.B. https://tirol.orf.at/v2/news/stories/2905198/​Strenges

    Eine nette Episode zu Alaba und LH Platter. Quelle: "Die Presse" Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter versuchte, im Rahmen des ÖFB-Trainingslagers mit Shootingstar David Alaba ins Gespräch zu kommen - in englischer Sprache. "How do you do?" fragte der Politiker.

    Zunächst wunderte sich der 19-Jährige: "Wieso redet denn der Englisch mit mir?". Dann konterte der Bayern-Star den Fauxpas aber ganz cool: "Sie können ruhig deutsch mit mir reden, ich bin Österreicher."

    Platter gestand, dass ihm der Zwischenfall "natürlich peinlich ist" und ergänzte: "Ich bin - wie man sieht - kein Fußballexperte und ersuche, diesen Fauxpas zu verzeihen." ​https://www.diepresse.com/761480/alaba-zu-platter-sie-konnen-deutsch-mit-mir-reden

    Chronos

    Sorry Freizeit, habe Ihre Ironie zuvor nicht verstanden!

    ​Kann schon sein, dass er ​inzwischen nicht mehr weiß, dass er dort eine Whg. hat - kann schon vorkommen (Ironie... )

    Alaba soll nach dem Kauf am Fußballplatz in Kirchberg gesichtet worden sein. Angeblich hat er mit Kindern am Fußballplatz gekickt und ein kurzes Training gemacht. Der Fußballplatz befindet sich ca. 500 Meter von seiner Wohnung entfernt.

Chronos

Gertrude, ich verstehe was Sie meinen. So krass sehe ich das nicht. Schuld sind vor allem die schwarzen Tiroler PolitikerInnen und ihre Grundverkehrspolitik im letzten Jahrzehnt, dass überhaupt solche Investorenmodelle ermöglicht wurden.

Vor kurzem ist in der Kochau - Aurach bei Kitzbühel eine Villa von der russischen Milliardärin Baturina um 24.4 Mill. Euro über den Ladentisch gegangen. Wertsteigerung satte 18 Mill. Euro.

Alaba entscheidet über sein Vermögen nicht alleine. Dazu hat er Berater. Seine Wohnung in Kirchberg dient rein als Immo-Investment. Gedacht als reine Wertsteigerung. Nicht, dass er oder sonst wer dort ständig wohnt bzw. dort den HWS begründet!

Bei reichen Münchnern (reiche Deutsche) gehört es zum guten Ton eine Wohnung/Haus/Villa im Bezirk Kitzbühel zu besitzen. Eine Wertsteigerung ist zudem garantiert. Das ist gang und gebe in Kitzbühel. Und von der Politik (ÖVP) wird weggeschaut seit Jahrzehnten! Das ist eigentlich das Hauptproblem. Klar muss grundsätzlich ein Hauptwohnsitz nachgewiesen werden. Kontrollen hat es aber bis vor Kurzem noch nie gegeben! Gerade weil die ÖVP-lastigen Politiker (von Platter abwärts bis zu den Bürgermeistern) sich nicht die Hände verbrennen wollen. Genau das nützen auch die Berater von Alaba aus. Lücken im Grundverkehrsgesetz und das Nichteinschreiten der Politik ermöglichen diese Käufe in besten Lagen, so auch in Kitzbühel. Alaba ist nur einer von vielen Promis im Bez. Kitzbühel, dem ein Kauf einer Immobilie ermöglicht wurde.

    Kurgan

    Ganz so ist es nicht. Alaba macht recht häufig Urlaub in seinem Domizil in Kirchberg. Kurzausflüge inklusive. Und auch die restliche Familie nutzt es regelmäßig.

      Chronos

      Sie sind nicht zufällig Alabas Anwalt, @Kurgan? (...Ironie)

      Sie wissen offensichtlich mehr! Meine Quellen, mit unterschiedlichen Alter, in Kirchberg wohnhaft, z.T in unmittelbarer Nähe und einer davon ein absoluter Alaba-Fan (- wollte ein Autogramm ergattern) können das nicht bestätigen.

      Aber ich gebe Ihnen Recht! Ein Alaba benötigt sicher einen "Rückzieh-Ort". An dem er sich nicht in der Öffentlichkeit zeigt. Wo er einmal selbst ​entspannen kann, oder mit seiner Familie. Aus München hat er nicht weit zum Anreisen!

      Es gibt zwei Sorten von Promis: jene die sich in der Öffentlichkeit gerne zeigen und ihren Reichtum (Luxus-Autos, Bekleidung usw.) zur Schau stellen. Und jene die sich zurückziehen und die Ruhe und Landschaft (Wilde Kaiser) geniesen. Letzteres trifft sicher auf Alaba zu! Aus dieser Sicht stimme ich Ihnen zu.

      Kurgan

      Lieber Chronos, danke für die nette Antwort. Zu Alabas Glück, bin ich NICHT sein Anwalt. 🙂 Mit Ihrer 2. Vermutung liegen Sie absolut richtig. Allerdings werden die Besuche aufgrund einer sehr viel längeren Anreise nun in der Tat seltener werden.

Gertrude

Hauptsache, vor jedem spiel das Kreuz zu machen.