Naherholung pur: Am Ufer des Speicherteichs in Tassenbach lässt es sich auch an sehr heißen Tagen gut aushalten. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Naherholung pur: Am Ufer des Speicherteichs in Tassenbach lässt es sich auch an sehr heißen Tagen gut aushalten. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Mit dem Zug zum Speicherteich in Tassenbach

Das wandelnde Osttirol-Lexikon Walter Mair zeigt uns ein besonderes Gewässer.

Walter Mair ist eine Osttiroler Bergikone. Er kennt jeden Stein, jeden Steig und stand schon auf fast jedem Gipfel, den die Region zu bieten hat. Walter entdeckte seine Leidenschaft früh, schon mit 13 Jahren wurde er Mitglied des Alpenvereins und war später jahrzehntelang Sektionsleiter in Lienz. Kein Wunder, dass der Naturliebhaber für unsere Serie einen besonderen Öffi-Freizeittipp parat hat.

Er führt uns an den Speicherteich in Tassenbach, den der 81-Jährige schon vor Jahrzehnten ins Herz geschlossen hat. Der Stausee für das Kraftwerk in Amlach ist für Walter ein gutes Beispiel dafür, dass Technik nicht immer den Verlust wertvoller Naturlandschaft bedeuten muss:

Am Bahnhof in Lienz steigen wir mit Walter in den Zug nach Tassenbach. Nach einer knappen halben Stunde erreichen wir unser Ziel. Der Bahnhof befindet sich auf Höhe des Speicherteiches, wir müssen also nur ein paar Schritte bis zum Ufer gehen. Walter nimmt uns mit auf den barrierefreien Rundwanderweg, erzählt von den vielen Vogelarten und Amphibien, die hier zuhause sind und schwelgt in Erinnerungen an vergangene Tage. Das klappt am besten auf einer der vielen Bänke, die um den See verteilt sind.

Für die Umrundung im gemütlichen Spaziermodus brauchen wir eine knappe Stunde. Immer wieder watscheln Enten über den Schotterweg zurück ins Wasser oder in den Schilfgürtel. Auch die Pflanzenwelt hat an diesem Gewässer einiges zu bieten, hier wächst zum Beispiel die seltene Kriech- und Lorbeerweide. Bevor der künstliche See entstand, wurden typische Pflanzen ausgegraben und nach dem Bau wieder rund um den Speicher eingesetzt.

Für Zugvögel ist der Stausee der einzige größere Stützpunkt in dieser Region. Rund 30 Vogelarten leben in diesem Naherholungsgebiet. Der zwei Kilometer lange Spazierweg rund um das idyllische Gewässer hat auch uns überzeugt. Obwohl die Gegend beliebt ist, ist der See noch immer ein kleiner Geheimtipp und ein lohnenswertes Ziel. Wer nach der kleinen Wanderung Hunger hat, kann sich vor der Rückfahrt noch beim Forellenhof neben dem Bahnhof kulinarisch verwöhnen lassen.

Die beste Verbindung:
Vom Bahnhof Lienz fahren die Züge (S2) und Busse (960X oder 961) in regelmäßigen Abständen (meist stündlich). Ticket für Erwachsene ohne Ermäßigung 7,90 Euro. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten. Dieser Ausflug ist auch für Kinder perfekt geeignet. Bei Familien ist vor allem die kleine Holzhütte mit Grillplatz am Nordufer beliebt.


Sie möchten mehr von Walter Mair hören? Wir haben ihn direkt am Speicherteich zu einem Interview für den Dolomitenstadt-Podcast gebeten. Hören Sie sich das an: 

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Kiew

Eine Rundwanderung um den Speichersee ist bei jeder Jahreszeit eine schöne, lohnende Wanderung. Besonders, wenn Nebel herrscht!