Tirol: Antrag der Opposition zu Therapiezentren

SPÖ, FPÖ, Liste Fritz und NEOS mit neuem Anlauf zur Rettung der „Eule“.

Die vier Oppositionsparteien versuchen mit einem gemeinsam formulierten Dringlichkeitsantrag im Tiroler Landtag noch einmal die von der Regierungskoalition beschlossene Schließung der Therapiezentren der „Eule“ zu verhindern.  „Die Corona-Krise hat die psychischen Belastungen für Kinder noch einmal dramatisch erhöht. Es ist ein fatales Zeichen in Richtung der jungen Menschen, sie gerade jetzt im Stich zu lassen und die Therapiezentren zu schließen. In Zeiten wie diesen braucht es keine Experimente“, appelliert Claudia Hagsteiner, SPÖ-Pflegesprecherin im Tiroler Landtag, an die Landesregierung, die Pläne, zukünftig gänzlich auf den niedergelassenen Bereich zu setzen, zu überdenken. 

Patrick Haslwanter (FPÖ), Claudia Hagsteiner (SPÖ), Markus Sint (Liste Fritz) und Dominik Oberhofer (NEOS) an einem Tisch und in einer Sache vereint. Die Oppositionsparteien im Tiroler Landtag fordern per Dringlichkeitsantrag die Erhaltung der „Eule“. Foto: Liste Fritz

Für den FPÖ-Landtagsabgeordneten und AK-Vorstand Patrick Haslwanter ist es „schäbig“, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Eule dazu zu zwingen, sich selbständig zu machen: „Man kann es nicht oft genug sagen, es geht nicht nur um 1.300 Kinder, die betreut werden, sondern es geht um 1.300 Familien, die auf das Betreuungsangebot angewiesen sind. Es geht auch um 104 Arbeitsplätze, um 104 Existenzen.“ Eine alleinerziehende Mutter, die als Therapeutin in der Eule arbeite, könne sich nicht einfach selbständig machen, nennt Haslwanter ein Beispiel. 

In die selbe Kerbe schlägt Markus Sint von der Liste Fritz. Landesrätin Gabriele Fischer (Grüne) sei auf einem Irrweg: „Sie will engagierte Mitarbeiter aus einem sicheren Angestelltenverhältnis in die riskantere Selbständigkeit drängen. Das wird scheitern, weil die Mitarbeiter das nicht wollen, wie eine Mitarbeiterbefragung zeigt. Demnach können sich nur zwölf Prozent der Mitarbeiter vorstellen, in die Selbständigkeit zu wechseln.“ Sint rechnet vor, dass die neun Tiroler Therapiezentren eine Million Euro pro Jahr mehr an Mitteln bräuchten, um kostendeckend zu arbeiten. Das seien „gerade einmal 750 Euro für jede der 1.300 Familien im Jahr.“ 

Für NEOS-Klubobmann Dominik Oberhofer agiert Landesrätin Fischer „nicht nur völlig überfordert, sondern auch brutal lebensfremd, wenn sie tatsächlich davon ausgeht, dass sie das Therapieangebot in Tirol von den Zentren bis Herbst 2021 in den niedergelassenen Bereich überführen kann.“ 

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isnitwahr

sehr gut, freut mich, dass diese 4 Parteien zusammenarbeiten! unsere Lokalpolitiker mit Ausnahme der lienzer Bürgermeisterin sind wieder in der Versenkung verschwunden, ach ja, es geht ja nicht um den Wolf oder die Wasserkraft. Meine Damen und Herren PolitikerInnen Osttirols und des Landes Tirol, auch eines eurer Kinder oder Enkel ist vielleicht einmal auf Hilfe angewiesen, wie sie die Eule anbietet, nämlich nicht nur auf einen Therapiezweig fokussiert, sondern auf ein Netzwerk aus verschiedenen Therapeuten. Ihr habt null Ahnung, was dieser Schritt für die Betroffenen bedeutet, ihr seid einfach nur zum Kotzen. Ich habe jeglichen Respekt vor Euch verloren und weiß schon jetzt, wen ich bei der nächsten Wahl wähle und vor allem wen nicht.