Neue Strategie: Slowenien setzt auf Atomenergie

Das Land plant die langfristige Nutzung der Kernkraft und erntet dafür Kritik.

Slowenien hat am Dienstag im Parlament eine langfristige Klimastrategie bis 2050 verabschiedet. Darin ist unter anderem von einer „langfristigen Nutzung der Kernkraft“ die Rede. Laut Kritik aus mehreren Umweltorganisationen werde so die Energiezukunft des Landes Richtung Atomenergie gesteuert.

Slowenien wolle zu diesem Anlass die Verwaltungsverfahren und Vorbereitung der Dokumentation für Investitionsentscheidungen durchführen. Nach Ansicht von NGOs würde so ohne jede öffentliche Diskussion die Rechtsgrundlage für den Bau eines zweiten Atommeilers in der umstrittenen Kraftwerksanlage Krško geschaffen. Vor diesem Szenario warnte die slowenische Greenpeace-Delegation via Twitter. Auch in den benachbarten Bundesländern Kärnten und Steiermark sorgt Sloweniens Strategie für Unmut.

Für die für Umwelt zuständigen Landesrätinnen Sara Schaar (Kärnten) und Ursula Lackner (Steiermark) sei der Plan inakzeptabel und offensichtlich die Basis für einen neuen Reaktorblock in Krško. „Slowenien hätte beim Ausbau der erneuerbaren Energien ähnliche Potentiale wie wir, nutzt sie aber nicht“, so die Landesrätinnen unisono. Die beiden Länder wollen sich daher „vehement“ in die für den Neubau eines Reaktors vorgeschriebene, grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung einbringen.

Sloweniens Klimastrategie steht in der Kritik. NGOs und Politiker:innen fürchten einen neuen Reaktorblock für das Werk in Krško. Foto: EXPA/PIXSELL/Davor Puklavec

Anfang Juli hat Slowenien den EU-Ratsvorsitz übernommen. Beim EU-Ausschuss des Bundesrats am Dienstag tauschten sich die Bundesrät:innen mit dem slowenischen Botschafter in Österreich, Aleksander Geržina, über das geplante Programm und die Schwerpunktsetzungen aus. Christian Buchmann (ÖVP) und Elisabeth Grossmann (SPÖ) sprachen dabei das Atomkraftwerk Krško und dessen Bedrohungspotenzial für Österreich an.

So fragte Grossmann, ob der im Programm des Ratsvorsitzes vorgesehene Schwerpunkt für die Bekämpfung des Klimawandels auch einen kritischeren Zugang Sloweniens zur Atomkraft vorsehen würde. Botschafter Geržina erklärte, dass in Slowenien derzeit eine Diskussion zur Zukunft des Atomkraftwerks Krško laufe. Österreich werde in diesen Prozess eingebunden. Slowenien sei sich der hohen Risiken von Atomkraft bewusst und werde alles daran setzen, die Sicherheit zu gewährleisten.

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20 Postings bisher
lois99

die sauberste Energieform? glaubst du das wirklich @FirstConsul??

Uran wird mit riesen technischen und mechanischem Aufwand abgebaut und auch das Vorkommen von Uran wird immer weniger, dh. die CO2 Belastung steigt schon durch den Abbau und wird sich immer mehr erhöhen-->was nicht für die Atomkraft spricht. Weiters muss man den Rückbau dieser Kraftwerke in die Bilanz einrechnen ,da schaut es schon gar nicht mehr gut aus für diese Art von Stromgewinnung. (aber wer wird denn soweit vorausdenken?) Es gibt weltweit keinen einzigen privaten Betreiber von Atomkraft, vermutlich da sich diese Technik ohne staatliche Stützung einfach nicht rentiert!

    FirstConsul

    Gut was wäre die Alternative das 50Hz Netz in ganz Europa aufrecht zu erhalten? Auf die schnelle fällt mir nur Kohle ein was unabhängig vom Wetter funktioniert.

lois99

Hallo! Leider werden wir in Zukunft viele große Kraftwerke brauchen ,wenn alles aus Strom umgestellt wird (Verkehr,Heizen usw.) wie das gehn soll ,wird sich die Politik hoffentlich überlegen , nur mit PV und Wind wirds eher schwierig!(vorallem ohne Speichermöglichkeiten) Wir in den Alpen haben noch ein riesiges Potential an ungenützten Speicherteichen für die Beschneiung der Pisten ,da wäre ein Umbau nötig, dann hätten wir schon wirklich eine Alternative zum Verbauen zu weiteren Flüssen! 700000 m3 Speicher Volumen haben wir alleine in Osttirol! Vielleicht kann das mal jemand durchrechnen ,aber ich denke das wäre schon einiges an Energie das man hier speichern kann! Zumindest sollte jeder neue Speicherteich für die Beschneiung auch wie ein Pumpspeicherkraftwerk betrieben werden können!

sg

karlheinz

@steuerzahler und defregger auch ich bin Eurer Meinung. Vielleicht denkt die "Grüne Gewessler" einmal nach bei ihren Forderungen für die Elektromobilität ? Hoffentlich versteht sie, dass diese ohne Atomstrom nicht realisierbar ist oder will sie mit Fotovoltaik- und Windräderanlagen unsere Grünflächen verparken ?? So werden wir den Atomstrom als Alternative benötigen, obwohl ich gegen solche Anlagen bin.

    steuerzahler

    Atomkraftwerke sind nur für die Grundlast gut, denn sie sind sehr schlecht regelbar. Zum Ausgleich für PV und Windräder bedarf es schnell regelbarer Kraftwerke. Richtig gut können das nur wasserbetriebene und kalorische Kraftwerke. Aber das wird bei Gewesler alles abperlen, die sieht nur den Verbrennungsmotor als Staatsfeind Nr.1. Ich frage mich sowieso, warum man für das Verkehrsministerium jemand einsetzt, der Verkehrsgegner ist. Falsche Besetzung offensichtlich.

el...

Jeder braucht immer mehr Strom, aber mann soll nichts bauen, keine Windkraft(nicht bei uns), keine wasserkraft und keine Atomkraftwerke, aber der Strom kommt ja von der Steckdose

    steuerzahler

    Alles kann man Rückbauen und den Ursprung wiederherstellen, ausgenommen Atomkraftwerke. Diese Mahnmale der Dummheit und Gier werden für Jahrtausende erhalten bleiben, der atomare Abfall noch viel länger. Das eigentliche Problem ist aber der ständig steigende Bedarf durch Bevölkerungswachstum.

steuerzahler

Eine völlig unakzeptable Vorgangsweise. Eine Lösung für das Problem Atommüll gibt es nicht. Dieser Abfall wird für Jahrtausende den folgenden Generationen aufgelastet. Wer kann eine 100% Garantie abgeben, denn die wäre auf Grund des Bedrohungspotentials erforderlich? Wer bezahlt die Auswanderung ganzer Länder im Katastrophenfall? Wenn man alle Kosten und die Folgekosten berücksichtigt, ist diese Technologie vollkommen unlohnend. Das wird alles unter den Teppich gekehrt. Es war zu erwarten, dass die Atomlobby mit dem Schlagwort Klimawandel Aufwind verspürt. Wo sind da die ganzen NGOs, die Grünen und sonstige Umweltschützer?

    Godmensch

    Wir, die Osttiroler werden die Welt schon retten ...

    12345

    Ganz so vollkommen unlohnend wie du meinst wird es schon nicht sein sunst würde es nicht in großem Stil betrieben werden.

      steuerzahler

      Lohnend ist es für die derzeitigen Betreiber sehr wohl, aber wer zahlt die Rechnung letztlich? Die nachfolgenden Generationen werden sehr lange und sehr teuer mit dem ganzen Müll zu tun haben.

    defregger

    steuerzahler liegt völlig richtig: wer hier mit stimme nicht zu antwortet hat den den Atomknall (Tschernobyl) nicht gehört o. vergessen, war noch nicht auf der Welt oder lebt in einer Ost-tiroler Luftblase.

    Atomstrom ist der teuerste Strom (Entsorgung/Lagerung/Rückbau, Förderung/Entschädigungszahlungen ect. den es je gegeben hat und geben wird.

    Von einem worst case vor der eigenen Haustür mal ganz abgesehen.

    Deshalb müssen zeitnah Alternativen geschaffen werden, wenn es auch die Landschaft verändert und den ein und anderen stört.

    Andere Staaten wie Frankreich zB. nehmen Atomkraftwerke vom Netz, Nachbarstaaten erwägen welche zu bauen. Krass, einfach nur krank. Generationen werden es uns danken, dass wir nicht geschlafen haben.

      steuerzahler

      Wer's nicht glaubt, soll mal "Kernkraftwerk Versicherung" googeln...

    FirstConsul

    Es gibt eine Lösung für das Problem Autommüll. In Finnland werden die verbrauchten Brennstäbe in einem Behälter aus Kupfer mit Grafit Einlage gesichert, dieser anschliessend im Grundgestein versenkt.

    So bleibt der Atommüll mindestens so lange sicher verwahrt wie eine Gefahr davon ausgeht.

      steuerzahler

      Es geht nicht nur um die Brennstäbe, es gibt noch jede Menge anderen strahlenden Müll aus AKW's. Das Verpacken und Vergraben funktioniert nicht auf lange Dauer. Keine Verpackung hält die Strahlung aus, bis der Müll ungefährlich ist. Und wer bezahlt das? Die sogenannte Entsorgung und Bewachung sowie Nachbehandlung ist nicht im Strompreis enthalten. Versichert ist das auch nicht. Wer garantiert, daß der Müll im Grundgestein sicher ist und keine Gefahr ausgehen kann?

    FirstConsul

    Doch Blei und jeder andere Stoff mit hoher Dichte...

    @Steuerzahler die größte Gefahr die von Atomkraft ausgeht sind Menschen die sich davor fürchten und irrational fossile Brennstoffe verbrennen.

    Atomkraft ist die sauberste Form der Energiegewinnung und die einzige welche den Klimawandel stoppen kann. Nukleare Abfälle können sicher verwahrt oder aufbereitet werden.

    Hierbei handelt es sich um Fakten, eine persönliche Meinung dazu ist überflüssig.

      Tirol_schimpft

      Tschernobyl???

      Fukushima???

      Die letzten 35 Jahre im Winterschlaf verbracht???

      steuerzahler

      Das ist deine persönliche Meinung und daher überflüssig. Die Fakten zeigen völlig anderes.

      12345

      @FirstConsul Was du hier schreibst hat aber schon gar nichts mit Fakten zu tun und ist lediglich deine eigene Meinung. Offensichtlich steckst du nicht sehr in der Materie weil auskennen tust du dich da nicht ganz. Ist kein Vorwurf man muss sich nicht mit allem auskennen, aber wer keine Ahnung hat sollte einfach mal still sein. Die Lagerung von Atommüll ist noch lange nicht gelöst wie du es denkst. Die einzige Möglichkeit diesen sicher zu Entsorgen wäre ein Typ Atomreaktor, der auch mit Atommüll läuft. Und ja solche Typen wären theoretisch baubar, bzw hat man das Prinzip schon erarbeitet, meines Wissens nach ist jedoch noch kein solcher gebaut worden.

    FirstConsul

    Es ist mir fast zuwider auf einen solchen Post eine Antwort zu schreiben, bleibt bitte auf einer sachlichen Ebene.

    Ich habe nie behauptet dass das alles korrekt betrieben wird aber deshalb kann man das Grundprinzip nicht verurteilen. Es ist möglich Atomkraft sicher und sauber zu betreiben, es gibt auch welche die es tun. Wenn man irgendwo den Hammer ansetzt dann in Form von Normen zur korrekten Entsorgung und der Sicherheit.

    Es gibt ohnehin keine Alternativen.