„Stacheldrahtjohnny“ siegt bei der Dolomitenradrundfahrt

Ex-Profi Johnny Hoogerland hatte im Sprint die Nase vor Simon Schupfer und Alban Lakata. 

Als am 18. Juli um 9.30 Uhr vor der RGO-Arena in Lienz/Peggetz der Startschuss zur 33. Dolomitenradrundfahrt fiel, fehlten viele Teilnehmer:innen, die nicht anreisen konnten, weil in der Nacht der Felbertauern gesperrt wurde und im Nordstau große Regenmengen niedergingen. In Osttirol herrschte allerdings perfektes Radlerwetter, bedeckt und mild, was sich in einem spritzigen Rennverlauf niederschlug. 

Einige hundert Teilnehmer:innen nahmen bei guten Bedingungen die 33. Dolomitenradrundfahrt in Angriff. Fotos: Expa/Groder

Gleich nach dem Start in Lienz kam es zu vielen Attacken. Im Lesachtal bildete sich eine hochkarätige fünfköpfige Spitzengruppe mit dem mehrfachen MTB-Weltmeister Alban Lakata, Simon Schupfer (Sieger der Dolomitenradrundfahrt 2019), dem zweifachen Ötztaler-Sieger Stefan Kirchmair, dem holländischen Ex-Radprofi Johnny Hoogerland und Simon Stiebjahn. Das Spitzenquintett blieb bis Lienz kompakt und so kam es zum Zielsprint, den der 38-jährige Hoogerland hauchdünn vor Schupfer und Lakata für sich entschied.

Links Johnny Hoogerland, der sich im Sprint hauchdünn den Sieg vor Simon Schupfer (rechts) sicherte. Im Hintergrund ist Alban Lakata den beiden auf den Fersen. Er wurde Dritter.

Vierter wurde Stefan Kirchmair. „Jeder Sieg ist großartig! Vor zwei Jahren wurde ich hier Zweiter, heute hat es endlich mit dem Sieg geklappt“, freute sich Hoogerland, der in Kärnten ein Hotel betreibt. Alban Lakata zeigte sich mit Rang drei zufrieden: „Ich habe es kurz vor dem Ziel nochmals versucht, aber das Tempo war zu hoch. Großer Respekt vor Simon Schupfer, der heute unglaublich stark gefahren ist! Und am Gailbergsattel hatten wir sicher eine der schnellsten Zeiten ever!“ Mit einer Zeit von 2:49 verpasste Hoogerland den Streckenrekord von Thomas Blassnig aus dem Jahr 2018 mit 2:47,29 Stunden nur knapp.

„Stacheldrahtjohnny“ und sein Drahtesel. Der Holländer ist hart im Nehmen und auch als Profi im Ruhestand noch schnell unterwegs.

Seinen Spitznamen „Stacheldrahtjohnny“ hat der Holländer seit er bei der Tour de France 2011 von einem Begleitfahrzeug zu Sturz gebracht wurde und in einem Stacheldrahtzaun landete. Er erreichte damals das Etappenziel schwer verletzt mit großem Rückstand und musste mit 33 Stichen genäht werden! Wie hart er im Nehmen ist bewies Hoogerland zwei Jahre später erneut. Anfang Februar 2013 wurde er beim Training an der spanischen Costa Blanca wieder von einem Auto angefahren und schwer verletzt. In derselben Saison wurde er niederländischer Meister im Straßenrennen.

Die beiden schnellsten Frauen im Feld lachen in die Kamera. Siegerin Bianca Sommervila (links) und die Zweitplatzierte Anna Seebacher.

Bei den Damen wiederholte Bianca Sommervila aus dem Stubaital ihren Sieg von 2019. Sie siegte nach 3:18,51 Stunden bei strahlendem Sonnenschein im Sprint einer größeren Gruppe vor der Radstädterin Anna Seebacher. „Es war ein unglaublich schönes Rennen mit vielen Zuschauern und einer tollen Stimmung. Ein großes Danke an den Veranstalter, dass er in diesen schwierigen Zeiten das Rennen durchgezogen hat“, freute sich Sommervila. Dritte wurde Sommervilas Teamkollegin Melanie Amort-Achmüller.

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3 Postings bisher
lokal

in Anbetracht der beträchtlichen Streckenverkürzung wurde der Streckenrekord nicht "knapp", sondern deutlich verfehlt.....

dobui

Warum wurden 3 Fahrer aus der Wertung gestrichen? Im Sinne eines transparenten Wettkampfs wäre eine Erklärung des Veranstalters wichtig.

mitdenker

Als ich heute einen Blick auf die Ergebnisliste warf, sind mir diverse Disqualifikationen aufgefallen (ein Bsp der 6. Simon Plaickner aus Südtirol). Wie kam es zu diesen drei Disqualifikationen unter den ersten 11? Kann mir das jemand erklären?