Apotheken bieten kostenlose PCR-Tests an

Kein Gurgeltest sondern abgestrichene Labortests. Abrechnung über Sozialversicherung.

Apotheken werden demnächst kostenlose PCR-Tests anbieten, die ab Donnerstag für Nicht-Geimpfte etwa in der Nachtgastronomie vorgeschrieben sind. Das kündigte Apothekerkammer-Präsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr im Gespräch mit der APA an. Das sei bereits mit dem Gesundheitsministerium und den Sozialversicherungen vereinbart. In der Apothekerkammer wird dieses Angebot noch Mittwochnachmittag vom Präsidium abgesegnet. Das Gesundheitsministerium will PCR-Tests auch in Ordinationen.

Angeboten werden die Tests in allen Apotheken in ganz Österreich, die derzeit schon die Antigen-Tests durchführen. Es werden aber nicht die derzeit vor allem in Wien verwendeten Gurgel-Tests sein, sondern abgestrichene PCR-Labortests. Für Mursch-Edelmayr bieten diese Tests die höchste Probenqualität und damit „Gold-Standard“.

Ausgerollt sollen diese Gratis-PCR-Tests „in den nächsten Tagen“ werden, kündigte die Apothekerkammer-Präsidentin an. Ab wann sie genau wo angeboten werden, hängt von den regionalen Möglichkeiten ab. Die Vereinbarungen mit den verschiedenen Laboren in den Bundesländern sind noch zu treffen.

Kein Geschäft sondern „an der Grenze der Kostendeckung“ sei die Durchführung der PCR-Tests, erklärt Apothekerkammer-Präsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr. Foto: APA

Für die Versicherten ändert sich im Vergleich zu den jetzt schon von den Apotheken angebotenen Antigen-Tests nichts. Nach einer Terminvereinbarung wird der Abstrich in der Apotheke vorgenommen, das Ergebnis bekommt man dann per SMS oder Mail, oder man kann es sich auch ausgedruckt abholen.

Die Finanzierung der Gratis-PCR-Tests wird wie bisher bei den Antigen-Tests über die Sozialversicherung abgewickelt, die sich das Geld dann vom Bund holt. Mursch-Edelmayr erläuterte, dass die IT im Hintergrund erst in den nächsten Wochen dafür angepasst werden müsse, die Patienten würden davon aber nichts merken. Die Präsidentin erklärte, dass der Aufwand für die Apotheken sehr groß sei, und sie „an der Grenze der Kostendeckung“ arbeiten. Es handle sich aber um ein „notwendiges Service“. Der Bund könne die gute Infrastruktur der Apotheken für die flächendeckenden Tests nutzen, versicherte Mursch-Edelmayr.

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) bezeichnete das Angebot der Apotheken als „sehr erfreulich“. Damit werde „das europaweit einzigartige Testangebot“ noch einmal erweitert. Gleichzeitig kündigte Mückstein in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA an, dass es das umfassende Angebot für PCR-Tests auch in Ordinationen geben soll: „Wir sind darüber hinaus auch im Austausch mit den niedergelassenen Ärzten.“ Ein weiterer Baustein ist die Ausweitung von ähnlichen Angeboten wie „Alles gurgelt“. Zur bundesweiten Ausrollung dieses Wiener Erfolgsprojekts „stehen wir im Austausch mit den Bundesländern“, teilte der Minister mit. Der flächendeckende Ausbau von PCR-Testungen sei wichtig, um eine dynamische Ausbreitung der Delta-Variante zu verhindern.

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