Gutachten als Gnadenstoß für Kalser Kraftwerkspläne?

Das Kalserbach-Kraftwerk fällt beim Amtsgutachten durch. Gemeinde prüft Optionen.

Seit vielen Jahren warnen Landesumweltanwaltschaft, WWF und der Verein Erholungslandschaft Osttirol vor dem von der Gemeinde Kals geplanten Kraftwerk Haslach-Kalserbach. Auch die Unterstützung des Landes für das Projekt ist seit geraumer Zeit dahin. Erst im April hatte LH-Stv. Josef Geisler der Gemeinde empfohlen, die Pläne auf Eis zu legen. Nun bläst ein Gutachten des Landes Tirol, das für die laufende Naturverträglichkeitsprüfung erstellt wurde, Wind in die Segel der Kraftwerksgegner. Fazit: „Nicht tolerabel“.

Demnach führe das Kraftwerk zu einer „konkreten und erheblichen Beeinträchtigung“ des bestehenden Natura-2000-Gebiets und des sensiblen Flussökosystems. Ein weiterer Verlust dieser geschützten und gefährdeten Flusslebensräume widerspreche nationaler und internationaler Gesetzgebung. Für WWF-Gewässerschutzexpertin Marianne Götsch steht fest: „Dieses Gutachten belegt eindeutig, dass das Kraftwerk Haslach-Kalserbach nicht bewilligt werden kann. Laut dem Gutachten darf kein einziger Quadratmeter dieser geschützten Lebensräume mehr zerstört werden.“

Das negative Gutachten des Landes Tirol könnte das endgültige Aus für die Kraftwerkspläne am Kalserbach bedeuten. Foto: WWF/Götsch

Ein Aushängeschild der Osttiroler Naturflusslandschaft – die streng geschützte Deutsche Tamariske – wird in der naturkundefachlichen Expertise ebenfalls thematisiert. Die Vorkommen an Isel, Kalserbach, Schwarzach und Tauernbach bilden die größte Population Österreichs und sind laut Gutachten von „übernationaler Bedeutung“ im gesamten Ostalpenraum. Der geplante Kraftwerksbau gefährde mehrere Vorkommen. Götsch nimmt daher die Landesregierung in die Pflicht: „Dieses sensible Flusssystem verträgt kein weiteres Kraftwerk mehr. Stattdessen braucht es ein umfassendes Naturschutzgebiet, von dem ganz Osttirol profitieren würde.“

Das klar negative Gutachten dürfte von den Kraftwerksgegnern als Gnadenstoß für die Pläne am Kalserbach gewertet werden, wenngleich das behördliche Genehmigungsverfahren damit formell noch nicht entschieden ist. Die Umweltschützer müssen zuvor innerhalb von zwei Monaten eine Stellungnahme einreichen. Die Gemeinde wird sich langsam aber sicher mit Alternativen beschäftigen müssen. Während der Druck wächst, hält man sich im Glocknerdorf noch alle Optionen offen. Auf Anfrage von dolomitenstadt.at erklärt Bürgermeisterin Erika Rogl: „Wir prüfen das Gutachten derzeit und können deshalb noch nichts dazu sagen. Danach werden wir die weitere Vorgangsweise festlegen.“

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32 Postings bisher
wolf_c

Bei dem ganzen Getöse der Steinzeitwirtschafter(und auch Umweltsprecher)wird immer übersehen und nicht ausgesprochen und von wegen angedacht, daß die beste Energie die nicht benötigte, nicht verbrauchte und nicht erzeugte ist; immer mehr vom selben bis die Welt abbrennt und -säuft bringt niemanden weiter, die falsche Fährte ist endlos ...

Oschtadio

Wie wäre es denn wenn man ein bis zwei Baggerschaufel voll von der# Deutschen-Staude # in meinen Augen so was von unnützen Kraut an der Isel oberhalb Huben - Feldnerbrücke wo das Mellitzbachle immer wieder Geschiebe bring und die Tamariske in genügend wächst und Gedeit entnimmt und zwischen Glanzer Brücke und Oberlienz aussetzt dann vermehrt sie sich dort auch

ganga0815

vielleicht wäre es überhaupt das beste, das ganze kalsertal von huben weg unter einen größeren, massiven schutz vom wwf ö.ä. zu stellen, einen großen, massiven zaun herum, dann können sie die städter und anderes grüne volk bewundern und dann wieder in ihre heile welt zurückkehren. man siehts in tirol und in wien, die grünen (kompromisse) sind der untergang der ländlichen bevölkerung.

    Burgi

    @ganga0815 OK, dann mach ma halt alles Wertvolle und Einzigartige, was Osttirol besonders macht, sinnlos hin - dann kommt keiner mehr! Warum auch! Besser???

Anna Maria Kerber

Ich kann mich noch gut an die Aussage von H. Kuenz erinnern, als I. Felipe die Wasserkraftagenda entzogen und an J. Geisler übergeben wurde, und er sinngemäß meinte: "Jetzt sei es überhaupt leichter in Osttirol Kraftwerke (Kals, Defreggen, Matrei) durchzubringen und sie mit einem öffentlichen Interesse zu versehen." Dass genau jene Strecke in Kals von der Natura 2000 Nominierung ausgenommen wurde (Kalser Deal?), die für das Kraftwerk vorgesehen war, dürfte auch noch in Erinnerung sein, ebenso wie die Weisung für den strengst geschützten Lesachbachabschnitt.

Jetzt spielt das Land den Ball an die Gemeinde zurück, bläst aber weiterhin zum Generalangriff auf die letzten freien Bäche. Inzwischen unterstützt von Wirtschaftskammerpräsident Ch. Walser und F. Hörl, der sich kürzere Verfahren mit weniger Mitsprache wünscht.

Es bleibt abzuwarten, ob die Landesregierung tatsächlich willens ist, Naturschutzvorgaben endlich ernst zu nehmen!

    senf

    mit großer wertschätzung frau Kerber, aber hat das herr geissler wirklich behauptet, oder irren sie sich da doch ein wenig? herrn geissler mute ich zu, dass er weis, dass wasserkraftwerke nur nach gesetzlichen regeln, also unter interresensabwägung errichtet werden können, so wie die unterschutzstellung von gebieten oder objekten auch.

    was meinen sie mit "strengst geschützten Lesachbachabschnitt"? mit welcher schutzkategorie können sie uns das erläutern, ausser dem tnschg, wrg und dem kriterienkatalog. diese drei gelten bei verfahren ja in ganz tirol - auch am lesachbach.

    ok, das naturschutzfachliche gutachten für das kalserbachkraftwerksvorhaben ist negativ, es gibt begründbare argumente für die ablehnung des eingriffs aus heutiger sicht. gut so, denn fachliche erkenntnisse sind begründet und daher faktisch für die letztentscheidung und daher zu akzeptieren.

    die aussage, dass der ball nun an die gemeinde als bauwerber zurückgespielt wird, finde ich nicht klug und den fachkundigen beamten und gutachtern gegenüber nicht fair. was wollen sie eigentlich damit, bleiben sie bitte unpolitisch, hier zu gendern ist doch falsch verstandene solidarität!

    dass sich die beiden wirtschaftsvertreter für den wasserkraftwerksausbau geäussert haben ist legitim und aus ihrer sicht logisch. frau kerber, sie selbst haben ja auch ihre sichtweise, früher motiviert durch die vereinszielsetzung und heute jetzt als privatperson - mit hintergrundwissen als biologin

    kleine ironie: trailteilnehmer ritten mit rucksackbooten den tauernbach hinab. biemand hat sich daran gestossen, dass dieser gewässerabschnitt nun nicht mehr natürlich mäandrierend entlang der hinteraue fließt, sondern durch ein enges und begradigtes korsett, aber alle hatten sichtbar spass dabei. schön!

      Anna Maria Kerber

      @senf, zur Klarstellung: -die Aussage zum erleichterten Kraftwerksausbau stammt von H. Kuenz. -es geht hier nicht um "Gutachter und Beamte", es geht um die politischen Entscheidungsträger! Denn die zuständigen Abteilungen des Landes selbst haben dem Kriterienkatalog nach, das Kraftwerk Obere Isel, den Lesachbach, den Kalserbach als negativ beurteilt. Die Naturschutzgutachten sind für den Lesachbachabschnitt und Kalserbach ebenfalls negativ. Das Tauernbachkraftwerk wurde von der zuständigen Landesabteilung (H. Steiner, S. Oblasser) ebenfalls nicht empfohlen. -was meinen sie mit "gendern?"

    Chronos

    Ich habe das auch so in Erinnerung, wie Felipe ohne Widerspruch oder Gegenwehr (das fällt auf bei dieser Dame - siehe unten) von der ÖVP die Wasserkraftagenda entzogen wurde. Geschuldet der politischen Ausrichtung der ÖVP, der Wirtschaft und vor allem der TIWAG. Hörl, Walser, Kuenz, Mayerl dg. und der TIWAG sind die Grünen natürlich ein Dorn im Auge. Wie Geisler auf Marianne Götsch mit dem "Luder-Sager" reagiert hat, haben wir alle mitbekommen...

    Volle Zustimmung, Frau Kerber.

      senf

      frau chronos, beim besten willen, ich versteh nicht, warum man jetzt in der argumentation themenfremde dinge beimischt und falsche optik vermittelt. ist es nicht so, dass Ergebnisse von Koalationsverhandlungen den weg der regierungsperiode vorgeben? wenn felipe in der zweiten periode die agenden des naturschutzes übernommen hat, dann finde ich das als passendes werkzeug und für die grünen ok. das mit dem verkehr war mir schleierhaft. vielleicht sollte man auch mal positiv denken, als ständig alles zu zerkratzen, die sicht wird dadurch nicht besser.

      wenn sie nun frau kerber in ihrer argumentation bestärken, dann mag das auf ihre erinnerung an geissler zutreffen, ich hab ja nur nachgefragt. alle anderen äusserungen von ihr sind polemik, bei allen verständnis ihrer bemühungen.

      @burgi: osttirol ist eine bergsteiger- und erholungsdestination mit reichlicher naturausstattung und sie haben recht, wir müssen darauf achten. dass bei/durch realisierung einzelner kraftwerke keiner mehr kommt, ist wohl doch ein wenig weit hergeholt. ich würde sie eher in die lehrerschaft einreihen, keinesfalls aber zu den touristikerinen. fragen sie einmal die gäste auf einer brücke, ob sie einschätzen können, ob die intakte/natürliche wassermenge im bach fließt, oder nur mehr dotations- und restwassermengen. sie werden erstaunt sein. aber darum geht es eigentlich nicht!

      Ich betreibe naturschutz des sache wegen, ja manchmal auch egoistisch, weil ich die natur schätze. keinesfalls aber für touristische erfolge, da kümmert sich ja der franzl, wie man am beispiel der streuobstwiesen ja wohl weiss.

Septep

Atomenergie ist die Zukunft! ...sagen Elon Musk und Bezos...

    so ist es vielleicht

    Dazu kann ich nur sagen" "SeppDepp". Sorry!

F_Z

@Frau Götsch: Könnten sie mir bitte zeigen wo steht das die deutsche Tamariske streng geschützt ist? Immerhin kann man die für €15,50 kaufen (https://www.sarastro-stauden.com/shop/gehoelze/myricaria-deutsche-tamariske/myricaria-germanica/). mfG F_Z P.S.: wenn ich die kaufe, und in meinem Garten einpflanze, darf ich die dann nicht mehr entfernen weil sie geschützt ist?

    Alpenbock

    Kann man ganz einfach unter Wikipedia nachlesen : https://de.m.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Tamariske

    ... unter Gefährdung und Schutz Oder hier https://www.data.gv.at/katalog/dataset/artenschutzprojekt-deutsche-tamariskeund und auf vielen anderen Websites..

    Gerhard Pirkner

    Dolomitenstadt.at lesen bildet: https://www.dolomitenstadt.at/story/die-deutsche-tamariske/

    F_Z

    war mein Fehler, Google hat zuerst eine alte Verordnung ausgespuckt wo die Tamariske noch nicht drinnen war. Ich habe jetzt die neue gefunden und da ist Sie enthalten: https://www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/umwelt/umweltrecht/Naturschutz/LGBL_39_2006.pdf. Ich habe mir angewöhnt solche Sachen wirklich da nachzulesen wo es offiziell ist - es einfachgibt zuviele, manchmal eher eigenwillige Interpretationen von Fakten.

    Burgi

    Um es einfacher zu machen: die Tamarisken, die du zu kaufen kriegst gehören zur Gattung Tamarix. Die Gattung, die an der Isel und ihren Zubringern wächst und vom Aussterben bedroht ist, gehört zur Gattung Myricaria. Die Art heißt Myricaria germanica, um genau zu sein! Die kriegst du sicher nicht im Handel zu kaufen! In Österreich kommt sie wirklich nur mehr in Osttirol in einer nennenswerten Populationsgröße vor! Dieses Vorkommen ist also tatsächlich etwas Besonderes!

      F_Z

      Nö, die im shop ist die Myricaria Germanica - die deutsche Tamariske. Sieh dir doch einfach den Link an. Die wird schon seit 1582 als Zierpflanze verwendet (Quelle: http://www.wasser-osttirol.at/media/steckbrief-tamariske.pdf)

    Burgi

    F_Z in dem Link über die Tamarisken, den du mir empfohlen hast zu lesen, steht genau das drin, was ich gesagt habe!

      F_Z

      sorry, ich meinte den Link aus meinem ersten Kommentar: https://www.sarastro-stauden.com/shop/gehoelze/myricaria-deutsche-tamariske/myricaria-germanica/

jetback474

@senf, du bist leider falsch informiert, die geplante Wasserfassung für das Kraftwerk liegt ca.200m oberhalb der Knopfbrücke (Landesstraße) und soll den Kalserbach ca. 2m aufstauen. (Unterhalb der Fußgängerbrücke)Dieser Abschnitt hat, wie du richtigerweise gesagt hast ein sehr geringes Gefälle, weshalb sich der Aufstaubreeich deutlich in die Länge zieht und deshalb ist auch der gezeigte bereich vom geplanten Kraftwerk betroffen. Es ist richtig, dass das Wasser des Lesachbaches auch mitgenutzt werden soll, allerdings liegt hier das Krafthaus des Lesachkraftwerkes tiefer als die Wasserfassung und muss somit mittels Pumpen in die geplante Druckrohrleitung eingebracht werden.

Bitte zerst informieren, dann kritisieren☺

wolfgangwien

Das heißt schon was, wenn aus Innsbruck ein negatives Gutachten kommt, den dort ist man ja sonst nicht zimperlich, aus der Landschaft den letzten Tropfen herauszupressen.

Da braucht man nicht viel überlegen in Kals, rote Zahlen in die Bücher schreiben und Schluss.

so ist es vielleicht

Es beginnt ein Umdenken, GsD! Photovoltaik oder Solar auf jedes Dach, schon brauchts die Hälfte weniger Strom für Boiler, Licht oder Akkus aller Art. Direktverbrauch vor Ort erspart Kraftwerke und Naturzerstörung, weiter so!!! 🔌⚡😊

    Freizeit

    ... und zur Verschönerung unserer Natur noch auf jeder Alm Windräder als Touristenattraktion. Ich höre bereits die frenetischen Jubelrufe der Grüninnen.

      Alpenbock

      Lieber Grüninnen als Umweltzerstörerinnen!! Die Mär der umweltfreundlichen Wasserkraft glauben leider zu viele schwarz/türkis Hörige

andi88

in china und japan zählt die tamariske zum produkt Unkraut 🤣🤣🤣

    Burgi

    Welche Art denn? Es gibt nämlich verschiedene Tamarisken-Arten!

    le corbusier

    Un·kraut /Únkraut/ Substantiv, Neutrum [das] 1. [ohne Plural] Gesamtheit von Pflanzen, die zwischen angebauten Pflanzen wild wachsen

senf

... und wieder einmal sind alle darauf reingefallen. beim bildmotiv handelt es sich genau um den gewässerabschnitt des kalserbaches, der von der deutschen tamariske und der reichlichen ufer-staudenflur übersät wird, eine breite schotterflur bildet (lanagries), kaum gefälle aufweist und für die wasserkraftnutzung völlig ungeeignet ist. dort hat das baubezirksamt gemeinsam mit der gemeinde kals, dem tvb und auch dem nationalpark (?) vor jahren ein tolles naherholungsgebiet eingerichtet mit rundweganlage, grillplatz, biotop und vogelwarte ausgestattet. der zugang über winter erfolgt über eine loipe und winterwanderweg, der sehr belebt ist, erzählen einheimische. Und genau dieses gebiet am bild wurde unter dem schutz von natura 2000 gestellt. dort kann und wird sich nichts zum nachteil verändern!

das kleinwasserkraftwerk, von dem hier die rede ist, sollte weiter unterhalb weit unter der mündung des lesachbaches fern dieses schutzgebietes errichtet werden. dieses vorhaben erscheint nun nach den heutigen medienberichten kaum mehr realistisch. was so auch gut ist.

wenn nun die "wasserexpertin" des WWF, frau götsch dieses bild mit der geschützten schotterflur an die medien streut, dann tut sie es wahrscheinlich mit voller absicht um den lesern einen völlig falschen eindruck zu vermitteln. hat sie denn keine anderen argumente?

von wisenschaftlern bin ich aber anderes gewohnt. ich finds schade!

    Chronos

    @senf, lassen wir die Kirche im Dorf. Warum bist du den ständig und in diesem Ausmaß gegen die WWF-Gewässerschutzexpertin Marianne Götsch? Sie IST Wissenschaftlerin und Expertin! Schätzen wir uns (als Bevölkerung) glücklich, dass wir Fachkundige haben, welche ein Gegengewicht für Politik und Wirtschaftsinteressen bilden. Man muss nicht jeden Fluss regulieren oder für Kraftwerkspläne heranziehen.

    Wie an anderer Stelle gepostet. Bei Kilmaschutz ist´s längst 5 vor 12 und wir verfallen nicht in die „Kurz´ische Steinzeit“. Nur, wenn die (Welt)Politik nicht rasch und umfangreich reagiert. Auch jeder Einzelne ist angesprochen!

    Marianne Goetsch

    Das Foto wurde am Libenetsteg aufgenommen, welcher abgerissen werden soll für die Wehranlage. Der Rückstau des Kraftwerks reicht 43 m in das bestehende Natura 2000 Gebiet und in die am Foto abgebildete Aufweitungsstrecke hinein. Bei allem Respekt für Meinungsaustausch, aber informieren Sie sich bevor Sie Unwahrheiten verbreiten.

    Ihnen ist ja sicher bekannt, dass ein Ausleitungskraftwerk aus zwei wesentlichen geographisch getrennten Teilen besteht, der Wehranlage plus Wasserausleitung, sowie dem Krafthaus und der Wiedereinleitung flussabwärts. Laut Gutachten werden 700 Quadratmeter des Natura 2000 Gebiets im Bereich der abgebildeten Aufweitung durch den Rückstau der Wehranlage direkt zerstört. Zudem wird die wertvolle Aufweitungsfläche am Kalserbach, sowie in der Ausleitungsstrecke isoliert von der Isel, was eine "konkrete und erhebliche Beeinträchtigung" des sensiblen Flussökosystems darstellt. Die landeseigene Amtsgutachterin bestätigt somit wovor von Beginn an gewarnt wurde. Alle Warnungen in den Wind schlagend hat die Gemeinde das Kraftwerk trotzdem vorangetrieben. Hätte man auf frühe Warnungen gehört (etwa die sehr schlechte Bewertung durch den landeseigenen Kriterienkatalog Wasserkraft) wäre den Steuerzahler*innen viele weitere Verfahrenskosten erspart geblieben. Was nun am Kalserbach festgestellt wurde muss auch an anderen Zubringern gelten: die Osttiroler Gletscherflusslandschaft ist zu wertvoll um für wenige Megawatt irreversibel zerstört zu werden.

    Ich möchte zudem klarstellen, ich bin ausgebildete Diplomingenieurin des Naturschutzes mit Schwerpunkt Gewässerschutz, doch das macht mich nicht zur Wissenschaftlerin. Nichtsdestotrotz handle ich nach den wissenschaftlichen Grundsätzen der inhaltlichen Richtigkeit, Nachvollziehbarkeit und Transparenz. Sie hingegen scheinen zu immer unlauteren Methoden der Diskreditierung zu greifen. Meine Einladung sich bei einem persönlichen Gespräch sachlich auszutauschen steht nach wie vor.

      senf

      frau götsch, sie können es drehen wie sie wollen. das am bild sichtbare gebiet ist nicht bestandteil des kraftwerkvorhabens, es ist das "lanagries" - wie die einheimischen es liebevoll nannten und das nun seit 2015 als natura 2000 - region iselgebiet gewidmet ist. dieses reicht von ihrem motivstandort rund 5,5 km bachaufwärts bis zum eingang der dabaklamm, wo es sich an das natura 2000 gebiet "nationalpark hohe tauern" anschließt, das sich dann bis über die landesgrenze zu salzburg hinab in das stubachtal erstreckt. wären sie talauswärts dem ufer entlang spaziert, dann hätten sie den lesern die imposanten, aber gefährdete flusstrecke mit den schotterinseln und tamariskenbeständen dokumentieren können, die die verantwortlichen der nationalparkgemeinde kals für ihr kraftwerksprojekt aufgeben wollen. meine meinung dazu dürfte ja bereits zu ihnen vorgedrungen sein, sie tut - wie die ihre - real aber letzlich nichts zur sache.

      unholdenbank

      Vielleicht geht der bittere, alte Senf von @senf doch noch mal entgegen aller physikalischen Wahrscheinlichkeit in die Tube zurück. Zeit wär's.