Künstlerisches Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Das Frauenzentrum Osttirol hisst die Fahnen, die Bücherei gestaltet ein Schaufenster.

Heute, Donnerstag, wurden im Rahmen der 16 Tage gegen Gewalt an Frauen die Fahnen für „Frei leben ohne Gewalt“ am Lienzer Johannesplatz und am Egger-Lienz-Platz gehisst. Bis 10. Dezember werden sie dort hängen. In Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Lienz wurde auch ein Schaufenster mit einer künstlerisch-literarischen Plakatreihe zu den Gewaltverbrechen an Frauen gestaltet. Ein geplanter Kinotag fiel dem Lockdown zum Opfer.

„Die Brutalität und zunehmende Männergewalt an Frauen ist unhaltbar. In diesem Jahr hat es bereits 27 Femizide gegeben und die Medien haben von weiteren 44 Mordversuchen mit schwerer Gewalt berichtet. Seit 2014 haben somit 228 Frauen aufgrund von Männergewalt ihr Leben verloren. Österreich ist das einzige Land in der EU in dem es mehr weibliche als männliche Mordopfer gibt“, betont Brigitte Schieder vom Frauenzentrum Osttirol.

Eine Plakatreihe zu Gewaltverbrechen an Frauen ist im Schaufenster der Lienzer Stadtbücherei zu sehen. Foto: Frauenzentrum Osttirol

Viele Frauen würden in Angst und Panik leben und fühlen sich vom Staat im Stich gelassen. Frauenorganisationen fordern daher für die Sicherheit von Frauen und deren Kindern zusätzliche Mittel in der Höhe von 228 Millionen Euro pro Jahr. Dieses Geld soll in zusätzliches Personal in Frauenhäusern und Frauenberatungsstellen fließen und für Gewaltprävention an Schulen, in Kindergärten und im Bildungsbereich verwendet werden. Auch verpflichtende Schulungen und Fortbildungen bei Justiz und Polizei werden gefordert.

„Wir im Frauenzentrum haben heuer einen Anstieg von Gewalt erlebt. Dies ist in steigenden Zahlen von Wegweisungen, Betretungsverboten, einstweiligen Verfügungen und Prozessbegleitungen sichtbar. Festzustellen ist auch, dass die Gewalt in ihrer Art und Weise brutaler geworden ist“, schließt Schieder. Das Frauenzentrum Osttirol ist auch im Lockdown unter 04852/67193 erreichbar.

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