Liste Fritz will Covid-Bonus auch für mobile Pflege

Klubobfrau Haselwanter-Schneider: „Diese Zulage muss für alle Betroffenen gelten.“

Die Tiroler Liste Fritz übt Kritik an der am Dienstag präsentierten Covid-Zulage für Personal, das mit Covid-Patienten arbeitet. Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider stört, dass die mobile Pflege nicht berücksichtigt wurde. Gesundheitslandesrätin Annette Leja (ÖVP) wolle „Pflegegruppen auseinanderdividieren“, meint die Oppositionspolitikerin. „Es ist eine bodenlose Frechheit, dass wir überhaupt noch darüber diskutieren müssen, welchen Menschen in diesem Land ein Bonus zusteht und welchen nicht.“

Die Zulage wird allen rückwirkend vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. April 2022 ausbezahlt, die in stationären Einrichtungen, Alten- und Pflegeheimen oder Behinderteneinrichtungen Kontakt mit Covid-Patienten haben. Für die Arbeit auf einer Intensivstation gibt es pro Acht-Stunden-Dienst eine Zulage von 20 Euro, auf Normalstationen und Pflegeeinrichtungen sind es 12,50 Euro. Das ergibt eine Zulage auf Intensivstationen von bis zu 400 Euro pro Monat, auf Normalstationen sind es 250 Euro.

„Beim Covid-Bonus müssen für alle Betroffenen die gleichen Kriterien gelten“, fordert Andrea Haselwanter-Schneider. Foto: EXPA/Groder

Haselwanter-Schneider will den Bonus nicht nur stationär tätigen Pflegepersonen gönnen: „Die mobile Pflege hat gar keine Wahl, ob sie Haushalte mit positiven und infizierten Personen betreut oder nicht. Natürlich müssen die Pfleger:innen auch in Covid-Haushalten ihren Pflegedienst verrichten und arbeiten dabei unter deutlich erschwerten Bedingungen. Für diese Pflegepersonen müssen die gleichen Kriterien gelten.“

Mit Unverständnis reagiert der Pflegesprecher der Tiroler Volkspartei, Stefan Weirather, auf die Vorwürfe der Liste Fritz. In der aktuellen Ausnahmesituation seien besonders die Pflegekräfte auf den Covid-Stationen in den Krankenhäusern und den Intensivstationen gefordert. „Es ist haarsträubend, dass die Liste Fritz nun versucht, innerhalb des Pflegepersonals Neid und Missgunst zu schüren. Hier werden Mitarbeiter in der mobilen Pflege und Mitarbeiter auf Covid-Stationen gegeneinander ausgespielt“, so Weirather.

Zudem kritisierte Haselwanter-Schneider, dass das Pflegestipendium, das Auszubildende ab Jahresanfang beantragen können, offenbar nicht im Budget berücksichtigt worden war. Am Dienstag ging die Landesregierung von Mehrkosten in Höhe von zehn Mio. Euro aus. „Auf mehrfache Nachfrage im Budgetausschuss hat Gesundheitslandesrätin Leja lediglich angemerkt, dass die zehn Millionen Euro nur eine mögliche Höchstsumme sind, die wahrscheinlich nicht in dieser Höhe ausgezahlt werden muss“, heißt es seitens der Liste Fritz.

Die Arbeit von
dolomitenstadt.at unterstützen

Liebe Leserinnen und Leser,

gerade in Krisenzeiten ist faktenorientierte und schnelle Information wichtig.
Wir arbeiten trotz Rückgang bei den Werbeeinnahmen mit großem Einsatz, um Sie bestmöglich – und kostenlos! – zu informieren.

Wenn Sie unsere journalistische Arbeit mit einem einmaligen Beitrag unterstützen möchten, haben Sie jetzt Gelegenheit dazu. Wir würden uns freuen!

Sie möchten dolomitenstadt.at unterstützen?

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren

1 Posting bisher
Alles Gut

"Mit Unverständnis reagiert der Pflegesprecher der Tiroler Volkspartei, Stefan Weirather, auf die Vorwürfe der Liste Fritz. In der aktuellen Ausnahmesituation seien besonders die Pflegekräfte auf den Covid-Stationen in den Krankenhäusern und den Intensivstationen gefordert. „Es ist haarsträubend, dass die Liste Fritz nun versucht, innerhalb des Pflegepersonals Neid und Missgunst zu schüren. Hier werden Mitarbeiter in der mobilen Pflege und Mitarbeiter auf Covid-Stationen gegeneinander ausgespielt“, so Weirather."

"In der aktuellen Ausnahmesituation seien besonders die Pflegekräfte auf den Covid-Stationen in den Krankenhäusern und den Intensivstationen gefordert."

Mit Unverständnis nehme ich zur Kenntniss, dass ein Politiker ohne Pflegerische Ausbildung, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der mobilen Pflege ausrichten lässt, dass sie zur Zeit nicht extrem gefordert sind! + Obwohl in diesen Bereich sehr wohl sehr viele Covid Patienten und deren Angehörige Betreut werden! + Obwohl in den Mobilen Bereich Personalmangel herrscht und dadurch erhöhter Druck besteht! + Obwohl Klienten früher aus dem Krankenhaus entlassen werden um damit eine Entlastung des Krankenhaus-Personal zu erreichen! + ..........

Das gegenseitige ausspielen der Gruppen wird von der Politik weitergeführt, man lernt nichts dazu!

Ich bin der Meinung, dass alle in der Pflege ( gleich im welchen Bereich), das alle Ärzte (gleich im welchen Bereich), Therapeuten, ...... Stark gefordert sind und trotz aller widrigkeiten ihr bestes geben.

Dafür ein Herzliches Vergelts Gott