Gastro fordert Einhaltung des „Achensee-Vertrags“

Tiroler Gastronomie und Hotellerie will unbedingt am 13. Dezember aufsperren.

Tiroler Gastro-Vertreter haben auf die Einhaltung des „Achensee-Vertrages“, bei dem sich Landeshauptleute, Gesundheitsminister und der Bundeskanzler auf die Lockdown-Dauer geeinigt hatten, gepocht. Damit forderten sie nicht nur eine bundesweite Öffnung der eigenen Branche, sondern auch von sämtlichen Sparten am 13. Dezember. Für Gastronomie und Hotellerie soll nach der Öffnung die 2G-Regel – also der Nachweis von Impfung oder Genesung – zum Standard werden.

Die „Öffnung für Alle“ fordere man vor allem auch deshalb, weil es keine „Spaltung“ geben solle, betonte dazu Alois Rainer, Obmann der Fachgruppe Gastronomie und Obmann-Stellvertreter der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Tirol, gegenüber Journalisten in Innsbruck. „Handel und Gastronomie gehören zudem zusammen, vor allem im städtischen Bereich, etwa in Einkaufszentren“, fügte Rainer noch hinzu.

Auf eine Diskussion, in welchem der Bereiche am 13. Dezember 2G oder gar eine 2Gplus-Regel gelten soll, bei der ein Nachweis von Impfung oder Genesung und ein zusätzlicher negativer Corona-Test notwendig ist, wollte sich Rainer auf Nachfrage dennoch nicht einlassen. „Für die Gastro soll aber definitiv die 2G-Regel gelten, auch über 2Gplus kann man diskutieren, wenn denn die PCR-Testkapazitäten und die Infrastruktur da sind“, schlug er für seine Branche vor. Das sei aber derzeit nicht der Fall, schob er noch nach.

2G kenne und könne man jedenfalls, betonten die bei der Gesprächsrunde anwesenden Gastronomen und Hoteliers einhellig. „Auch unsere Gäste haben dabei gut mitgemacht“, erzählte Michael Grander, Hotelier aus St. Johann in Tirol und Obmann-Stellvertreter der Fachgruppe Gastronomie der Wirtschaftskammer Tirol. Dem schloss sich auch Thomas Hackl, Hotelier in Innsbruck, an: „Unsere Gäste, im Restaurant oder im Hotel, haben 2G gut mitgetragen“.

Einigkeit herrschte auch dabei, dass man „nicht mehr am Tropf des Staates hängen“ wolle, wie es Hackl ausdrückte. Man wolle es stattdessen „aus eigener Kraft schaffen“ und endlich wieder unternehmerisch agieren, hielt der Hotelbetreiber fest. „Wir und unsere Gäste brauchen wieder etwas Normalität“, meinte dazu auch die Hotelierin Anna Kurz aus Ischgl, die auch als Vorsitzende der „Jungen Hotellerie- und Gastgewerbe Tirol“ fungiert.

Stelle sich diese Normalität nicht ein und bekomme man weiterhin „statt Öffnung lediglich Hilfsprogramme“, dann seien die Folgen fatal, konstatierte Rainer. „Unsere Gäste und vor allem unsere Mitarbeiter wandern dann zunehmend beispielsweise nach Südtirol, die Schweiz oder Deutschland ab“, sagte er. „Noch so eine Wintersaison wie die letzte kann sich Österreich jedenfalls nicht leisten“, wurde Rainer deutlich.

Eine Öffnung sei jedenfalls auch hinsichtlich der Gastro- und Hotellerie-Rolle bei den derzeitigen Inzidenzen gut vertretbar, meinte Rainer. „Unsere Branche ist nicht der Treiber der Pandemie“, meinte er. Dem pflichtete auch Thomas Geiger, Geschäftsführer der Fachgruppe Gastronomie der Wirtschaftskammer Tirol, bei und bemühte dazu ein Beispiel aus der Schweiz in der letzten Wintersaison. „Dort haben etwa die Hotels im letzten Winter offen gehabt und die Inzidenzen glichen denen in Österreich“, argumentierte Geiger.

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