Bei der Regierungsklausur in Hopfgarten im Brixental wurde der Startschuss für die Tiroler Wirtschafts- und Innovationsstrategie gesetzt. Foto: Land Tirol/Die Fotografen

Bei der Regierungsklausur in Hopfgarten im Brixental wurde der Startschuss für die Tiroler Wirtschafts- und Innovationsstrategie gesetzt. Foto: Land Tirol/Die Fotografen

Tirol stellt sich wirtschaftlich „breiter“ auf

Regierung definiert fünf Handlungsfelder, die das Land krisenfester machen sollen.

„Wirtschaftsstandort“, „Fachkräfte und berufliche Qualifizierung“, „Wissenschaft, Forschung und Innovation“, „Digitalisierung“, „Nachhaltigkeit und Ökologisierung“ – das sind die fünf strategischen Handlungsfelder, die bei der Klausur der Tiroler Landesregierung in Hopfgarten im Brixental als zukunftsweisend definiert und präsentiert wurden. Zu jedem einzelnen dieser Bereiche gibt es allerhand Vorhaben und Pläne, die zunächst noch eher Ankündigungscharakter haben, in Summe aber doch erkennen lassen, wohin die Reise gehen soll.

Auffallend ist die Relativierung des Tourismus als wirtschaftliches Allheilmittel der Vergangenheit. Während der Pandemie erwiesen sich die Tourismus-Hotspots als Zentren besonders hoher Arbeitslosigkeit. „Tirol soll künftig nicht nur als Tourismusregion, sondern darüber hinaus als attraktiver Wirtschaftsstandort für Industrie, Gewerbe und Tourismus mit weltweit führenden Unternehmen, modernen Infrastrukturen und anerkannten Bildungs- und Forschungseinrichtungen positioniert werden,“ steht deshalb im Regierunsgprogramm zu lesen.

Die aktuelle Krise habe gezeigt, „dass wir unsere Wirtschaft breiter aufstellen müssen. Gerade die gewerblichen Klein- und Mittelbetriebe und allen voran die Industrie waren in den letzten zwei Jahren eine wichtige Stütze für unser Land. Dies gilt es weiter zu stärken“, erklärt Landeshauptmann Günther Platter.

Mit einer breiten Ausbildungsoffensive will man vor allem in den sogenannten MINT-Fächern dem Fachkräftemangel entgegensteuern, es soll sogar eine eigene „MINT-Koordinierungsstelle“ gemeinsam mit den Tiroler Sozialpartnern und Tirols Bildungseinrichtungen eingerichtet werden.

Und noch eine neue Institution soll es geben: „Im Bereich Wissenschaft, Forschung und Innovation wird das Land Tirol eine eigene Wissenschafts- und Forschungsagentur umsetzen. Ziel dieser Agentur wird es sein, das ohnehin bereits sehr hochwertige Wissenschaftsangebot noch verstärkter zu vernetzen“, informiert Gesundheitslandesrätin Annette Leja. Dazu werde das Land Tirol demnächst zu einer Abstimmungsrunde mit allen Universitäten und Hochschulen einladen, um diesen Prozess strukturiert zu starten. Zudem werde im Bereich „Life Sciences“ ein Leuchtturmprojekt gesetzt. Gemeinsam mit der Medizinischen Universität und der Universität Innsbruck soll ein Forschungsexzellenzzentrum ins Leben gerufen werden.

Ausführlich abgehandelt und ausgelobt werden in der Regierungserklärung auch die Bereiche Digitalisierung und Ökologisierung. Hier sieht die schwarzgrüne Koalition das Land Tirol als „Vorreiter“ und listet schlagwortartig eine ganze Reihe von geplanten Aktivitäten auf. „Mit der Tiroler Wirtschafts- und Innovationsstrategie werden wir unser Land zukunftsfit machen. Dazu haben wir heute einen klaren Regieplan bis zum Jahr 2030 verabschiedet“, ist Günther Platter überzeugt.

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Chronos

In Zeiten Österreichs höchster Inzidenzzahlen, nämlich im Bezirk Kitzbühel, wurde eine 2-tägige Klausur der Tiroler schwarz-grünen Regierung abgehalten. Wem gehört das Sporthotel in Hopfgarten i. Brixental? Wem muss man im "Tourismus-Jännerloch" "behilflich" sein?

Na klar! Platter "DU"-Freund, Pletzer Manfred. Pletzer ist seines Zeichens auch Vorstandsmitglied der Tiroler Adler Runde! Zudem ist Pletzer Vizepräsiden der Wirtschaftskammer und Geschäftsführer der Pletzer Gruppe (Lifte, Hotels, Resorts, Immobilien, iDM usw.) Ihm gehört das "Hohe Salve Sportresort"

Ist das denn notwendig in Zeiten, wo alle Bürger*innen Einschränkungen hinnehmen müssen? Wäre nicht möglich gewesen die Klausur auch im Landhaus abzuhalten?

Zudem werden nach den ÖVP-Skandalen von der Bevölkerung, Organisationen und Opposition volle Transparenz eingefordert. Und was macht Platter? Auch wenn die Kosten vermutlich "nur" einige Zehntausend Euro für die Regierungsklausur ausmacht, ist es für mich unverständlich diese genau dort abzuhalten. Der Besitzer, Pletzer Manfred ist einer der engsten Freunde Platters! Und Ingrid Felipe und ihre Grünen? Die machen da ohne Genierer mit!

Ich erwarte mir von der Opposition, die Aufforderung einer Öffentlichmachung der kompletten Rechnung der Klausur einzufordern. Die Menschen sollten vor Wahlen auch diesbezüglich informiert sein. Die Menschen sollen den Gürtel enger schnallen, während die Tiroler Regierung in einem Tophotel prasst! Das ist in Zeiten wie diesen, unverständlich!

Zum Inhalt der Klausur kurz gesagt: Wieder einmal eine neue "intransparente" Agentur u. ein wissenschaftliches Leuchtturmprojekt, bei welchen man nicht weiß, wo das Geld "hin sickert". "Zukunftsfit" u. "Vorreiter" kenne ich nun von der Tiroler Regierung seit 10 Jahren! Schöne Worte, aber nicht viel Neues!

manchmalgottseidankexilosttiroler

Ist mein Lieblingsartikel diese Woche.Habe deshalb in meiner Arbeit den Vorschlag unterbreitet, den Bereich, in dem die verschiedensten Tätigkeitsfelder dort zusammenkommen, nämlich die Teeküche, in Forschungsexzellenzzentrum umzubenennen. Mich würde nur noch interessieren, ob einer der anwesenden Kapazunder bei der Regierungsklausur dieses gewaltige Wort selbst konstruiert hat.