Markus Sint wird neuer Klubchef der Liste Fritz

Andrea Haselwanter-Schneider bleibt aber Parteiobfrau der oppositionellen Liste.

Die Tiroler Liste Fritz hat am Donnerstag einen Wechsel an der Spitze des Landtagsklubs angekündigt: Statt Andrea Haselwanter-Schneider wird ab Februar LAbg. Markus Sint diese Funktion übernehmen. Haselwanter-Schneider will nach zehn Jahren als Klubchefin nur mehr Parteiobfrau sein. Ob dies bereits eine Weichenstellung für die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2023 bedeutet, wurde bei einer Pressekonferenz indes verneint. Eine Doppelspitze sei jedoch denkbar, hieß es.

Haselwanter-Schneider, die vor vier Jahren von Listengründer Fritz Dinkhauser die Parteileitung übernommen hatte, sagte, dass dieser Schritt wohl „nicht überraschend“ komme. Im Hinblick auf die kommende Landtagswahl wolle sie einen Teil ihrer „Arbeit auf mehrere Schultern verteilen“, begründete sie die Entscheidung. Mehrmals betonte sie, dass dies schon länger ein „ausdrücklicher Wunsch“ von ihr gewesen sei. Nach zehn Jahren als Klubobfrau sei es nun „ein guter Zeitpunkt“, diese Agenden abzugeben und sich nun „ausschließlich auf die Parteiarbeit“ zu konzentrieren.

„Kein Blatt Papier“ passt nach eigenen Angaben zwischen den neuen Liste-Fritz-Klubchef Markus Sint und seine Vorgängerin Andrea Haselwanter-Schneider. Foto: Liste Fritz

Sowohl Haselwanter-Schneider als auch Markus Sint beteuerten, dass zwischen ihnen ein „sehr gutes Einvernehmen“ herrsche, man sich „aufeinander verlassen“ könne und „kein Blatt Papier“ zwischen sie passe. „Ich traue mir die Arbeit zu“, hielt der gebürtige Osttiroler Sint sogleich fest. Man sei es den Wählern der Liste Fritz „schuldig“, sich breit aufzustellen. Erklärtes Ziel sei es, bei der Landtagswahl mehr Stimmen und Mandate zu holen – momentan ist die Liste Fritz als Kleinpartei mit zwei Mandaten im Landesparlament vertreten. Man wolle jedenfalls abseits der ÖVP eine Mehrheit für eine Regierung finden. „Eine Regierung ohne die ÖVP hätte natürlich Charme“ und „wann, wenn nicht jetzt?“, meinten die beiden.

Wer jedoch die Partei ins Rennen führen soll, ließen Haselwanter-Schneider und Sint weiter offen. „Alles ist möglich“ – auch eine Doppelspitze, sagte die Parteichefin. Man dürfe die heutige Entscheidung nicht als Bekanntgabe für die Spitzenkandidatur werten. Sie machte jedoch klar: „Ich bin nicht überlastet, ich halte viel aus und ich habe noch Biss“. Sie wolle sich nun keinesfalls als „Beiwagerl“ sehen.

Bei den Gemeinderatswahlen am 27. Februar wird in keiner der 277 Gemeinden eine Partei unter dem Namen Liste Fritz antreten. Sint – der selbst in der Gemeinde Götzens Gemeinderat ist – tourte im Vorfeld der Kommunalwahlen durch die Bezirke. Nun werde man in 20 Gemeinden unabhängige Bürgergruppen unterstützen, um zehn mehr als bei den vergangenen Wahlen. Laut Sint zählt die Liste Fritz aktuell rund 150 Mitglieder und 2.000 Sympathisanten.

Als Klubobmann will Sint „weiterhin versuchen, meinen Stil durchzuziehen“. Er habe zu allen Landtagsparteien „eine gute Gesprächsbasis“. In der Landtagsarbeit wolle man die bisherige Aufteilung der Themen indes beibehalten: Haselwanter-Schneider will sich weiter um Pflege, Soziales, Kinderbetreuung und Bildung kümmern, Sint selbst werde seine Schwerpunkte wie „Ausverkauf der Heimat stoppen“ oder parlamentarische Kontrollarbeit weiter fortführen.

Markus Sint war vor seiner Bestellung zum Klubobmann vier Jahre als Landtagsabgeordneter tätig. Zuvor fungierte er als Pressesprecher der Liste Fritz, die 2008 gegründet wurde und damals auf Anhieb 18,35 Prozent der Stimmen erhielt und mit sieben Abgeordneten ins Landesparlament einzog. Sint arbeitete vor seiner politischen Laufbahn als Journalist beim ORF.

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