„Wir müssen dem Luchs Lebensraum zugestehen.“

Der Luchs ist in Österreich akut gefährdet. Naturschutzbund fordert eine Strategie.

„Die bisherigen Bemühungen reichen nicht aus, um das langfristige Überleben des Luchses in Österreich zu sichern. Besonders in der alpinen Population braucht es dringend weitere Maßnahmen“, mit klaren Worten ruft der Naturschutzbund Österreich zur Zusammenarbeit aller Akteure auf. Der Luchs ist akut gefährdet.

In Österreich stellen illegale Verfolgung, Lebensraumzerschneidung und Verkehrstod die größten Gefahren für die Tiere dar. Auch wenn die meisten Fälle von Wilderei unentdeckt bleiben, ist laut Naturschutzbund das geringe Durchschnittsalter von Luchsen außerhalb von Schutzgebieten gegenüber jenen in Nationalparken ein Indiz für Wilderei. Die Nationalparks seien allerdings zu klein für eine ausreichend große Luchspopulation.

„Daher ist es wesentlich, dass wir dem Luchs auch außerhalb von Schutzgebieten Lebensraum zugestehen. Reich strukturierte Kulturlandschaft und große Waldgebiete mit ausreichend Wild haben wir in Österreich genügend. Beides bietet für den Luchs einen geeigneten Lebensraum“, sagt Artenschutzkoordinator Lucas Ende.

Um zu überleben, brauchen Luchse eine reich strukturierte Kulturlandschaft und große Waldgebiete mit ausreichend Wild. Foto: Josef Limberger

Besonders akut sei der Handlungsbedarf bei der alpinen Luchspopulation, die sich aus vier getrennten Subpopulationen zusammensetzt. Die Vorkommen sind klein und leiden teilweise an Inzucht. So sind auch 50 Jahre nach der ersten Wiederansiedlung (in der Schweiz) noch keine 20 Prozent des geeigneten Lebensraums in den Alpen besiedelt. Laut Experten braucht es dringend Maßnahmen, um die einzelnen Teile der alpinen Population zusammenzuführen, denn eine Wiederbesiedlung über den gesamten Alpenbogen auf natürlichem Wege sei selbst langfristig betrachtet „höchst unwahrscheinlich“.

Bisher beheimatet Österreich nicht einmal zehn Prozent der rund 160 in den Alpen lebenden Luchse. „Von dem geeigneten Lebensraum im Alpenraum entfallen auf österreichischen Boden aber 30 Prozent. Österreich hat deshalb eine große Verantwortung für den heimlichen Jäger. Es hat sich auch durch internationale Abkommen dem Schutz des Luchses und seines Lebensraums verpflichtet. Luchsmanagement muss länderübergreifend gedacht werden, denn die Tiere haben große Reviere, auch über Grenzen hinweg“, so die Naturschützer.

Bis heute fehle Österreich eine nationale Strategie mit länderübergreifenden Abstimmungen zum Schutz des Luchses. Diese müsse auch verschiedene Wiederansiedlungsoptionen und einen Fahrplan zur Einbindung aller lokalen Akteure beinhalten: „Ziel sollte eine selbstständig überlebensfähige Luchspopulation im nördlichen Kalkalpenbereich sein. Dafür müssen in der Steiermark, Niederösterreich und auch Oberösterreich weitere Maßnahmen unternommen werden.“ Das in jüngster Zeit in einigen Bundesländern verstärkte Luchs-Monitoring, also die Überwachung des Luchsbestandes, sieht der Naturschutzbund als wichtigen Schritt, der aber „nur ein Teil von weiteren Maßnahmen sein kann“. Die Erfahrungen aus gelungenen Luchsumsiedlungen würden zeigen, dass eine Startgröße von mindestens 20 Tieren für die Entwicklung einer erfolgreichen Population notwendig ist.

Mit seiner Ernennung zu Österreichs Tier des Jahres 2022 will der Naturschutzbund auf die seltene Katze aufmerksam machen und ruft alle verantwortlichen Politiker:innen dazu auf, gemeinsam mit den Landesjägerschaften, Grundbesitzern und Naturschützern Lösungswege zu erarbeiten: „Der Luchs ist integraler Bestandteil der Biodiversität sowie natürlicher Zusammenhänge und Entwicklungsprozesse. Der Schutz des Luchses und seines Lebensraums kommt vielen weiteren Arten und damit letztendlich dem Menschen zugute.“

4 Postings

Warum

ich würde mir wünschen wenn sich die politik für die mensch die unter der armutsgrenze liegen sich so einsetzen würden wie für die wildtiere und pfanzen, die welt in all ihre fasetten ist sowas wunderschönes und schützenswertes da gehört auch der MENSCH dazu !!! 1-2-3

 
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Rudi

Was wollt ihr noch Alles heimisch machen? Jäger, auf enk kimmt Arbeit zu

 
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    SCHWARZER Hannes

    auch der Luchs war heimisch. Der eurasische Luchs von den Pyränenem bis zum Pazifik ! Pippi Langstrumpf: 'Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt! '

     
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Olbmsgleiche

Super.Der tut mir heute schon leid. Dann ist er eh gleich wieder ein Problemluchs und muss "dringend entnommen " werden. Das Theater wieder,gleich wie beim bösen Wolf.

 
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