Fünf Todesopfer bei Lawinenabgang in Spiss

Nach heftigen Schneefällen Warnstufe 3 und 50 Lawinenunfälle in 48 Stunden in Tirol.

Bei einem Lawinenabgang an der tirolerisch-schweizerischen Grenze in Spiss (Bezirk Landeck) sind am Freitag fünf Menschen ums Leben gekommen. Ein weiteres Mitglied der sechsköpfigen Skitourengehergruppe überlebte und wurde ins Krankenhaus in die Schweiz geflogen, hieß es von der Polizei zur APA. Nähere Informationen zu Identität und Nationalität der Opfer waren vorerst nicht bekannt. Auch in Sölden war es zu einem Lawinenabgang mit fünf Verletzten gekommen.

Zum Einsatzort in Spiss flogen zwei Schweizer Hubschrauber, ein österreichischer Notarzthubschrauber sowie ein Polizeihubschrauber. Das Schneebrett ging bei der Fließer Stieralpe ab und damit im freien Gelände. Wodurch die Lawine ausgelöst worden war, blieb noch unklar. Die Suche durch die Einsatzkräfte war inzwischen abgeschlossen.

Ein zweites größeres Lawinenunglück ereignete sich indes am Rettenbachferner in Sölden im Tiroler Ötztal. Dabei ging eine Lawine vom freien Skiraum auf eine Piste ab. Fünf Wintersportler wurden verschüttet und lebend geborgen, hieß es von der Leitstelle. Sie wurden in die Klinik nach Murnau in Bayern, in das Krankenhaus Zams, in die Sportklinik in Sölden sowie zu einem Arzt gebracht. Die Identitäten waren auch hier noch unklar. In diesem Fall war Freitagnachmittag noch eine Suchaktion im Gange.

Der Chef der Söldener Bergbahn Jakob Falkner erklärte gegenüber der APA, dass das Schneebrett offenbar von den Wintersportlern selbst im Gelände ausgelöst worden sei. Auf der Piste habe sich nach Informationen der Bergbahn sonst niemand befunden. Dies sei aber noch nicht komplett gesichert. Auch seitens der Polizei gab es diesbezüglich noch keine näheren Informationen.

In Tirol war es seit Donnerstag zu ungewöhnlich vielen Lawinenabgängen gekommen. In den vergangenen 48 Stunden zählte die Leitstelle über 50 Lawinenunfälle, bei denen größtenteils keine Personen zu Schaden gekommen waren. Nach den heftigen Niederschlägen der vergangenen Tage herrschte am Freitag im Bundesland Stufe 3 der fünfteiligen Lawinengefahren-Skala. Bei dieser Stufe passieren gewöhnlich die meisten Lawinenunfälle.

Der Leiter des Tiroler Lawinenwarndienstes, Rudi Mair, zeigte sich angesichts der zahlreichen Lawinenunfälle im Bundesland am Freitag, von denen jener in Spiss besonders tragisch endete, „wütend und enttäuscht“. Man könne nicht mehr tun, als ständig zu appellieren, bei solchen Verhältnissen und bei wenig Erfahrung auf Skitouren zu verzichten. Im APA-Gespräch mahnte Mair die Wintersportler vor allem, sich nicht nur die Gefahrenstufe anzuschauen. Sie müssten stattdessen auch das „Kleingedruckte“ komplett lesen, also den gesamten Text des Lawinenwarndienstes, der eine „Informationspyramide“ darstelle.

3 Postings

isnitwahr

für mich ist das Ganze auch vollkommen unverständlich, es wird seit Tagen gewarnt, gewarnt und nochmals gewarnt und doch muss unbedingt gegangen werden. 8 Tote innerhalb von 2 Tagen - unglaublich, großes Beileid den Angehörigen und ein Danke an alle Retter, die für solche Unbelehrsamen ihr eigenes Leben riskieren.

 
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wolfgangwien

Ich versteh das einfach nicht, dass die Leute bei der ersten Schneeflocke gleich aufsteigen müssen und nicht verstehen, dass sich der Neuschnee erst umwandeln und setzen muss.

 
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    chiller336

    leider jedes jahr dieselbe leier ... wenns viel gschneit hat, schalten zuviele ihr hirn aus und haltn sich für unsterblich. leid tun mir in diesen fällen die hinterbliebenen, für die sich der rest des lebens wohl radikal ändert

     
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