Innervillgraten: Bergrettungseinsatz umsonst

Jede Lawinenauslösung ist der Leitstelle zu melden – auch, wenn es keine Verschütteten gibt.

Zur Mittagszeit des 17. Februars beobachteten zwei aufmerksame Skitourengeher einen Lawinenabgang am Toblacher Pfannhorn. Die beiden waren auf einem gegenüberliegenden Gipfel in den Villgrater Bergen unterwegs.

Aus deren Sicht waren vier Personen am Lawinenabgang beteiligt, einige davon schienen verschüttet oder zumindest zum Teil verschüttet zu sein. Die beiden Skitourengeher verständigten die Leitstelle Tirol, woraufhin die Bergrettung Sillian mit 23 Mann, mehreren Hundeführern und zwei Hubschraubern zur Unfallstelle ausrückten, ein weiterer Hubschrauber wäre einsatzbereit gewesen. Aufgrund der starken Windverhältnisse gestaltete sich der Einsatz äußerst schwierig.

Beim Lawinenkegel angekommen waren die beteiligten Skitourengeher allerdings nicht mehr auffindbar. Man vermutet, dass die Gruppe sich selbst aus der Lawine befreien und unverletzt abfahren konnte. Da beim Ausgangspunkt in Kalkstein, Innervillgraten, naturgemäß viele Skitourengeher von unterschiedlichen Gipfeln zurückkehren, konnten die vier Sportler nicht mehr ausfindig gemacht werden.

Der Obmann der Sillianer Bergrettung, Diego Pietrunti, appelliert, alle Lawinenabgänge zu melden, auch jene ohne Verschüttungen. Foto: Privat/Pietrunti

Diego Pietrunti, Obmann der Bergrettung Sillian, appelliert an Skitourengeher, jede Lawinenauslösung der Leitstelle Tirol zu melden, auch dann, wenn keine Personen verschüttet wurden. Bei der Leitstelle werden die gemeldeten Lawinenabgänge vermerkt, so spare man sich unnötige Einsätze und im Falle einer weiteren Meldung desselben Lawinenkegels weiß man in der Leitstelle bereits, dass dort keine Personenverschüttung zu befürchten ist.

Die Kosten für den gestrigen Einsatz trage die Bergrettung selbst, zum Teil auch das Innenministerium, da auch die Libelle des Bundesministeriums im Einsatz war. Weder der, der den Notruf absetzt, noch die am Lawinenabgang beteiligten Personen müssen die Kosten tragen, das sei bei Einsätzen ohne Personenbergung so geregelt. „Ich glaube, dass manche Menschen Konsequenzen befürchten, wenn sie die Leitstelle anrufen. Das ist aber nicht der Fall“, erklärt Pietrunti.

Gerät man selbst in Bergnot und muss von der Bergrettung geborgen werden, springt die Versicherung der betreffenden Person ein – sofern man eine hat. „Da gibt es aber von der Bergrettung ein sehr gutes Angebot, auch der Alpenverein und der ÖAMTC bieten umfangreiche Pakete an“, so Pietrunti.

Anna Maria Huber studiert in Innsbruck, schreibt nicht nur für dolomitenstadt.at sondern auch für die Straßenzeitung 20er und betreut unser Redaktionsbüro in der Landeshauptstadt. Annas Stärken sind penible Recherchen und die Fähigkeit, komplexe Inhalte in klare und verständliche Artikel zu verwandeln.

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unholdenbank

Nicht umsonst, sondern vergeblich!

 
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